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Die BRANDneue Serie

"Frieda - Mit Feuer und Flamme": Wie viele Krisen passen in ein einziges Dorf?

Aktualisiert:

von Antje Wessels

Sebastian Deyle, Laura Lippmann und Christopher Kohn (v.l.) spielen die Hauptrollen bei "Frieda - Mit Feuer und Flamme" - welche Krisen werden sie überstehen müssen?

Bild: Joyn/Claudius Pflug


Mit "Frieda - Mit Feuer und Flamme" setzt SAT.1 auf Feuerwehr-Romantik, Dorfgemeinschaft und große Gefühle in der sächsischen Provinz. Filmkritikerin Antje Wessels verrät euch, warum Formate wie dieses gerade wieder einen Nerv treffen und weshalb das vermeintlich altmodische Heimatfernsehen plötzlich wieder zeitgemäß wirkt.


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Zwischen Konflikten und Heimatgefühl: "Frieda - Mit Feuer und Flamme"

Auch wenn ich für manche von ihnen ein Herz habe, wirkten deutsche Vorabendserien mit ihrem ruhigen Tempo und eher sanften dramatischen Ausschlägen zuletzt ein bisschen wie aus der Zeit gefallen. Doch genau daraus scheint derzeit ein neuer Reiz zu entstehen. Offenbar wächst die Sehnsucht nach Geschichten über Gemeinschaft, zwischenmenschliche Konflikte und ein Gefühl von Heimatverbundenheit. Genau in diese Kerbe schlägt auch "Frieda - Mit Feuer und Flamme". Die neue SAT.1-Serie erzählt von der alleinerziehenden Intensivkrankenschwester Frieda, die mit ihrer 18-jährigen Tochter Pippa zurück in ihre Heimat Liebitz in der Sächsischen Schweiz zieht und dort nicht nur gegen die Schließung der Freiwilligen Feuerwehr kämpft, sondern auch zwischen ihrer alten Liebe Felix und dem Feuerwehrmann Mirko steht. Das verspricht nicht nur viel Herzschmerz und private Krisen, sondern auch ein beseeltes Heimatgefühl.


Frieda und die neue Lust auf "Provinz-TV"

Dass derzeit wieder mehr Serien auf dörfliche Milieus setzen, dürfte kein Zufall sein. Formate wie "Die Landarztpraxis", "Frühling" oder zuletzt "Ein Hof zum Verlieben" zeigen, dass Heimatgeschichten längst nicht mehr nur ein älteres Publikum ansprechen sollen. Gerade in einer zunehmend hektischen Serienlandschaft entsteht offenbar wieder ein Bedürfnis nach persönlicheren Konflikten in überschaubaren (Alltags-)Welten. Großstädte stehen heute für viele vor allem für Anonymität und Dauerstress. Das lässt auch in der Realität immer mehr Menschen von einem Leben auf dem Land träumen oder sogar bewusst dorthin ziehen. "Stadtflucht" - das Gegenteil von "Landflucht" - nennt man dieses Phänomen. Das Dorfidyll wird damit zum Gegenentwurf zur modernen Hektik, ein Ort, an dem Menschen füreinander da sind und sichtbar bleiben.

Auch "Frieda - Mit Feuer und Flamme" setzt genau auf diese Mischung. Die Serie verbindet die emotionale Verlässlichkeit klassischer Vorabendunterhaltung mit einem Milieu, das besonders stark von Gemeinschaft lebt: der freiwilligen Feuerwehr. Dass ausgerechnet deren drohende Schließung den zentralen Konflikt bildet, wirkt dabei sinnbildlich für viele dieser neuen Provinzserien, die davon erzählen, was passiert, wenn vertraute Strukturen ins Wanken geraten. "Frieda" nutzt dafür bewusst die Postkartenkulisse eines idyllischen Dorfes in der Sächsischen Schweiz, wo die Sehnsucht nach Nähe und emotionale Überforderung permanent miteinander kollidieren.

Frieda und die Frage, wie viel Herzschmerz ein einziges Dorf aushält

Natürlich bleibt die SAT.1-Daily trotz aller gesellschaftlichen Untertöne vor allem eines: eine emotionale Vorabendserie. Und die scheint fest entschlossen zu sein, ihre Figuren möglichst selten zur Ruhe kommen zu lassen. Frieda (Laura Lippmann) kämpft nicht nur um die Zukunft der Freiwilligen Feuerwehr ihres Vaters, sondern gerät gleichzeitig zwischen ihre alte Liebe Felix (Christopher Kohn), der als Bürgermeister ausgerechnet die Schließung der Feuerwehr vorantreibt, und den attraktiven Feuerwehrmann Mirko (Sebastian Deyle). Besonders kompliziert wird das Ganze dadurch, dass Felix nicht nur ihr Ex-Partner, sondern auch der Vater ihrer Tochter ist. Alte Verletzungen, neue Gefühle und die Herausforderungen eines modernen Patchworklebens verschwimmen dadurch permanent miteinander.

Und natürlich bleibt in kleinen Gemeinschaften wie Liebitz kaum ein Konflikt privat. Gerade auf dem Dorf wird jedes Problem automatisch Teil des sozialen Gefüges. Jede Krise - sei es eine Trennung, eine Affäre oder irgendein anderer familiärer Skandal - dreht hier früher oder später seine Kreise. Und das sorgt natürlich für jede Menge Drama. Die Antwort auf die Frage, wie viele Dramen in ein einziges Dorf passen, lautet bei "Frieda - Mit Feuer und Flamme" deshalb vermutlich: immer noch eins mehr.


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