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Wenn der Mond die Sonne verdunkelt

7 wissenswerte Fakten zur Sonnenfinsternis

Veröffentlicht:

von Johanna Beißel

:newstime

Hier kann man die Sonnenfinsternis am besten sehen

Videoclip • 03:09 Min • Ab 12


Heute ist über Teilen von Europa eine totale Sonnenfinsternis zu beobachten. Während sich Teile Spaniens und Islands kurzfristig verdunkeln, erscheint die Sonne in Deutschland als schmale Sichel. Wir verraten dir sieben erstaunliche Fakten zum Himmelsspektakel.

Am Mittwochabend, 12. August 2026, stehen Sonne, Mond und Erde nahezu auf einer Linie. Der Mond schiebt sich vor die Sonne und verdeckt ihre leuchtende Scheibe. In Teilen Nordspaniens und auf Island lässt sich eine totale Sonnenfinsternis erleben. Über Deutschland und weiten Teilen Europas bleibt das astronomische Ereignis hingegen nur partiell sichtbar. Im Südwesten Deutschlands können dabei bis zu 90 Prozent der Sonne verdeckt werden.

Auch "Galileo X-Plorer" begleitet das Ereignis. Am Tag der Sonnenfinsternis sind vier Teams im Einsatz und beobachten das Phänomen aus ganz unterschiedlichen Perspektiven. Auf Mallorca versucht ein Fotograf, das perfekte Bild der verfinsterten Sonne im Sonnenuntergang einzufangen. Ein weiteres Team verfolgt die Finsternis von einem Kreuzfahrtschiff auf dem Meer. Ein Flug führt in den Mondschatten, ein Wetterballon steigt mit einer 360-Grad-Kamera bis in die Stratosphäre. Die Bilder zeigt "Galileo X-Plorer" am 16. August.

Sieh dir die Folge am 16. August im ProSieben-Livestream auf Joyn an


Doch wie entsteht eine Sonnenfinsternis, warum ist die vollständige Verdunkelung so selten und was macht das Naturschauspiel gefährlich? Die wichtigsten Hintergründe im Überblick.

Fakt 1: Der kosmische 400er-Zufall

Dass der Mond die Sonne völlig verdecken kann, liegt an einem besonderen Verhältnis von Größe und Entfernung. "Der Sonnendurchmesser ist etwa 400-mal größer als der des Mondes - aber die Sonne ist eben auch knapp 400-mal weiter von der Erde entfernt als der Mond. Auf unserer menschlichen Lebenszeitskala sind Mond und Sonne für uns von der Erde aus gesehen daher fast genau deckungsgleich." Das erklärt Astrophysikerin Dr. Ruth Grützbauch im Galileo-Podcast "Sonnenfinsternis 2026: 5 irre Fakten".

Diese Konstellation ist in unserem Sonnensystem einmalig und bildet die entscheidende Voraussetzung für eine totale Sonnenfinsternis.

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Fakt 2: Eine Sonnenfinsternis gibt es nur bei Neumond

Eine Sonnenfinsternis kann ausschließlich bei Neumond entstehen. Trotzdem verdunkelt sich die Sonne nicht jeden Monat. Der Grund dafür ist die Umlaufbahn des Mondes: Sie ist um ungefähr fünf Grad gegenüber der Erdbahn um die Sonne geneigt.

Meist zieht der Mond daher bei Neumond knapp unter oder über der Sonnenscheibe vorbei. Für eine Finsternis muss er sich zusätzlich in der Nähe eines sogenannten Mondknotens befinden. So werden die beiden Punkte bezeichnet, an denen sich die Bahnebenen von Erde und Mond schneiden.

Fakt 3: Der große Unterschied zwischen 90 und 100 Prozent

Auch eine partielle Sonnenfinsternis kann beeindruckend aussehen. Bei einer Bedeckung der Sonnenscheibenfläche von 90 Prozent bleibt nur noch eine schmale Sonnensichel übrig. Das Licht wirkt zunehmend ungewöhnlich. Eine totale Sonnenfinsternis erzeugt jedoch einen deutlich stärkeren Effekt.

Sobald auch der letzte helle Rand verdeckt ist, wird es schlagartig dunkler und kühler. Die gesamte Atmosphäre verändert sich. Eine solche Totalität lässt sich nur in einem schmalen Streifen erleben, da der Kernschatten des Mondes lediglich einige Hundert Kilometer breit ist. Am 12. August verläuft dieser Bereich unter anderem über Nordspanien und Island.

Ein solches Ereignis ist in Deutschland besonders selten: Die letzte totale Sonnenfinsternis war am 11. August 1999 zu sehen. Die nächste folgt erst am 3. September 2081. Am 12. August 2026 erleben wir jedoch nur eine partielle Verfinsterung.

Fakt 4: Die Sonnenkorona wird plötzlich sichtbar

Während der Totalität kommt etwas zum Vorschein, das normalerweise vom grellen Sonnenlicht überstrahlt wird: die Korona. Die äußere Atmosphäre der Sonne besteht aus extrem heißem Plasma und erscheint rund um den dunklen Mond als heller, strahlenförmiger Lichtkranz.

Direkt am Mondrand kann außerdem die Chromosphäre sichtbar werden. Dort lassen sich rosafarbene Fackeln und gewaltige Materieausbrüche erkennen. "Das sind gewaltige Sonnenstürme, die geladene Teilchen ins All schleudern - dieselben Teilchen, die bei uns auf der Erde später für Polarlichter sorgen", erklärt Dr. Ruth Grützbauch im "Galileo"-Podcast.

Fakt 5: Totale Sonnenfinsternisse wird es nicht immer geben

Der Mond entfernt sich langsam von der Erde - jedes Jahr um ungefähr 3,8 Zentimeter. Ursache dafür ist die Gezeitenreibung: Erde und Mond verformen sich durch ihre gegenseitige Anziehungskraft. Diese Wechselwirkung bremst die Erdrotation ab und lässt den Mond weiter nach außen wandern.

Dadurch erscheint er von der Erde aus langfristig immer kleiner. In etwa 600 Millionen Jahren wird er die Sonnenscheibe voraussichtlich nicht mehr vollständig bedecken können. Totale Sonnenfinsternisse wären dann nicht mehr möglich. Übrig blieben partielle und ringförmige Finsternisse.

Fakt 6: Sonnenfinsternis half der Wissenschaft

Die totale Sonnenfinsternis von 1919 spielte eine wichtige Rolle für die Physik. Forschende nutzten die Dunkelheit, um Sterne zu beobachten, die normalerweise vom hellen Sonnenlicht überstrahlt werden.

Dabei stellten sie eine scheinbare Verschiebung der Sterne fest. Diese entsprach annähernd Albert Einsteins Vorhersage, dass die Schwerkraft der Sonne das Licht weit entfernter Sterne ablenkt. Die Ergebnisse stimmten annähernd mit Einsteins Berechnungen überein und unterstützten damit seine Relativitätstheorie.

Fakt 7: Der Blick in die Sonne kann die Augen schwer schädigen

Eine Sonnenfinsternis ist nicht ungefährlich. Auch während einer partiellen Verfinsterung darf niemand ohne geeigneten Schutz direkt in die Sonne sehen. Selbst eine schmale Sonnensichel strahlt noch so stark, dass die Netzhaut innerhalb von Sekunden bis Minuten dauerhaft geschädigt werden kann.

Besonders tückisch: Die Netzhaut besitzt keine Schmerzrezeptoren. Betroffene bemerken eine Verletzung deshalb häufig erst später. Eine normale Sonnenbrille, eine CD oder verrußtes Glas schützen die Augen nicht ausreichend. Auch durch Ferngläser, Teleskope oder Kameras darf niemals ohne einen speziellen Filter vor dem Objektiv in die Sonne gesehen werden. Für die Beobachtung ist eine geeignete Sonnenfinsternisbrille mit CE-Kennzeichnung notwendig.


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