Underrated Duos
Diese Serien-Sidekicks stehlen den Hauptfiguren die Show
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Kevin Ryan und Javier Esposito (l.) aus "Castle", Kimball Cho und Wayne Rigsby (r.) aus "The Mentalist". Stehen sie wirklich im Schatten ihrer berühmten Partner:innen?
Bild: IMAGO / Everett Collection; IMAGO / mptv; Adobe Stock
Esposito und Ryan in "Castle", Cho und Rigsby in "The Mentalist" - sie sind nicht die Hauptfiguren und stehlen ihnen trotzdem immer wieder die Show. Bei diesen Sidekicks herrscht eindeutig Main-Character-Energy.
Für dich ist Samweis der wahre Held in "Herr der Ringe", du schaust "NCIS: Los Angeles" eigentlich nur, um die humorvoll-liebenswürdige Storyline von Kensi und Deeks zu verfolgen, und Ducky und Palmer sind für dich das einzig wahre "NCIS"-Duo? Dann geht es dir wie vielen. 2026 steht ganz im Zeichen der Sidekicks und Underdogs. Darum sind sie so beliebt.
"Sidekick": Das steckt dahinter
Was ist Batman ohne Robin, Bud Spencer ohne Terence Hill, J.D. ohne Turk oder Sherlock ohne Watson? Der Begriff "Sidekick" ist den meisten vor allem durch die vielen berühmten Beispiele aus Film und Popkultur bekannt.
Ursprünglich stammt die Bezeichnung jedoch aus der Welt der Taschendiebe. Der "Side-Kick" bezeichnete dort nicht nur den Komplizen, sondern auch die "Seitentasche" - und die ließ sich deutlich leichter bestehlen als der "Kick", also die Vordertasche einer Hose.
Kein Wunder, dass Sidekicks besonders in Crime-Shows eine große Rolle spielen: Marty Deeks und Kensi Blye ermitteln an der Seite von G. Callen und Sam Hanna in "NCIS: Los Angeles", Javier Esposito und Kevin Ryan neben Richard Castle und Kate Beckett in "Castle" und Wayne Rigsby und Kimball Cho sind die berühmten Partner von Patrick Jane und Teresa Lisbon in "The Mentalist".
Von "im Schatten stehen" kann jedoch keine Rede sein. Ganz im Gegenteil: Ohne sie geht nichts. Sie sind Gehilfen, Kumpanen, Verbündete und Begleiter. Ihre Loyalität macht sie aus - und sie erfüllen eine wichtige Funktion innerhalb der Erzählung.
Die Funktion der Sidekicks
Die Sidekicks liefern wichtige Hintergrundinformationen und übernehmen Nebenhandlungen. Dadurch verhindern sie, dass die Hauptfiguren in reine Erklärdialoge abrutschen und die gesamte Handlung allein tragen müssen. Gleichzeitig wirkt die Storyline realistischer. Denn wie wahrscheinlich ist es schon, dass zwei Personen ohne Hilfe in kürzester Zeit einen komplizierten Mordfall lösen?
Richard Castle (Nathan Fillion) ist die Hauptfigur der beliebten Crime-Show "Castle". Er ist nicht nur ein totaler Überflieger bei den Frauen, sondern wird auch als Autor und für seinen scharfen Verstand gefeiert.
Auch seine Partnerin Kate Beckett (Stana Katić) ist alles andere als "normal". Sie ist eine knallharte Ermittlerin und ihre traumatische Vergangenheit macht es Zuschauer:innen anfangs schwer, sie zu lesen. Charaktere wie diese sind einzigartig, aber oft weniger nahbar wie das Duo an ihrer Seite. In diesem Fall die Detectives und Partner Kevin Ryan (Seamus Dever) und Javier Esposito (Jon Huertas).
Die Sidekicks sind meist "einfacher" gestrickt, nehmen eine für das Publikum "normalere" Perspektive ein und sprechen häufig genau das aus, was die Zuschauer:innen denken. Dadurch fällt es leichter, sich mit ihnen zu identifizieren und sich in die Charaktere hineinzuversetzen. Außerdem: Wer hat sich im eigenen Leben nicht schon einmal wie der Underdog gefühlt?
Sidekicks spiegeln ihre Main Characters
Autor und Hobby-Ermittler Richard Castle wirkt wie eine Figur, die von einem Kind geschrieben wurde - voller Flausen und Fantasie, gerne dramatisch und immer im Mittelpunkt. Seine Partnerin Kate scheint genau das Gegenteil zu sein: Sie möchte ihren Namen auf keinen Fall in der Zeitung lesen, Ruhm und Aufmerksamkeit sind für sie nichts Erstrebenswertes und sie bleibt lieber auf dem Boden der Tatsachen.
Ihre Sidekicks Kevin Ryan und Javier Esposito spiegeln genau diese Dynamik wider - vielleicht sogar in extremerer Form.
Bild: IMAGO / Allstar; IMAGO / Capital Pictures
Gegensätze und Vorbildrolle
Ryan steht für Vernunft, Ruhe und Struktur - Eigenschaften, die eher Beckett entsprechen würden. Esposito dagegen handelt impulsiv, emotional und aus dem Bauch heraus, was stärker an Castle erinnert. Trotzdem finden sich bei Castle und Beckett immer auch Züge des jeweils anderen, was regelmäßig zu Konflikten führt.
Javier und Kevin dagegen funktionieren, abgesehen von kleineren Storylines, von Beginn an als perfektes Team. Sie ergänzen sich intuitiv und verkörpern genau die Partnerschaft, die sich die Hauptfiguren oft erst erarbeiten müssen.
Und damit kommen wir zum nächsten Punkt: Die Sidekicks machen es vor.
Klar, Ryan und Javier sind kein Liebespaar. Trotzdem demonstrieren sie echte Partnerschaft, Loyalität und Zusammenhalt. Besonders Ryan lebt mit seiner Beziehung zu Jenny (Juliana Dever) genau das vor, wonach sich viele Fans auch für Castle und Beckett sehnen: eine unkomplizierte Liebe. Sie lernen sich kennen, verlieben sich, heiraten und gründen eine Familie - ohne ewiges Drama oder künstliche Hindernisse.
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Comedic Relief
Neckereien und absurde Storylines - wir erinnern gern daran, wie Ryan versehentlich Esposito in den Hintern geschossen hat - gehören nicht ohne Grund zu vielen Sidekick-Duos dazu. Sie werden oft als völlig überdreht und witzig dargestellt, um für Leichtigkeit in einer sonst angespannten Stimmung zu sorgen:
Während Castle und Beckett sich mit der Ermordung von Becketts Mutter, der Entführung von Castles Tochter Alexis, Geheimagenten-Vätern und schweren Traumata auseinandersetzen müssen, haben ihre Sidekicks Ryan und Esposito meist deutlich niedrigschwelligere Probleme zu bewältigen.
Familiengefühl
Besonders bei "Navy CIS" ist irgendwann gar nicht mehr so klar, wer eigentlich die Sidekicks sind. Auch bei vielen anderen Serien verschwimmt diese Grenze im Laufe der Staffeln - denn irgendwann wachsen einem einfach alle Charaktere ans Herz.
Zwischen den Teams entsteht mit der Zeit ein Gefühl von Familie, das viele Fans anspricht - auch, weil man selbst am liebsten Teil davon wäre. Und ob Hauptfigur oder Sidekick: Wie in jeder Familie ist am Ende jedes Mitglied gleich wichtig.
Als das Team eine wichtige Person aus seinem Umfeld verliert, ist Zusammenhalt gefragt. Um ihren Boss Leroy Jethro Gibbs (Mark Harmon) ihre Loyalität zu beweisen, werden sogar einige Regeln gebrochen. Das missfällt Director Leon Vance (Rocky Carroll) - mit weitreichenden Konsequenzen.
"The Mentalist": Kimball Cho & Wayne Rigsby
Diese beiden sind nicht nur die Kollegen und Handlanger des Mentalisten Patrick Jane (Simon Baker) und der Agentin Teresa Lisbon (Robin Tunney) - Wayne Rigsby (Owain Yeoman) und Kimball Cho (Tim King) sind pures Comedy-Gold, ein unzertrennliches Duo und echte Freunde, auch in Angesicht größter Gefahr.
Um seinem Vater ein Alibi zu verschaffen, gibt Rigsby reflexartig Cho als Augenzeugen an. Auch wenn Cho von dieser Lüge alles andere als begeistert ist, steht er zu seinem Partner und beweist damit echte Loyalität.
"NCIS: Los Angeles": Marty Deeks & Kensi Blye
Theoretisch sind G. Callen (Chris O'Donnell) und Sam Hanna (LL Cool J) die Frontmänner im Team von "NCIS: Los Angeles". Doch ihre beiden Sidekicks Marty Deeks (Eric Olsen) und Kensi Blye (Daniela Ruah) stehlen ihnen gern mal die Show. Und das wird schon bei ihrem ersten Kennenlernen deutlich.
"Navy CIS": Ducky & Jimmy Palmer
Diese beiden verdienen definitiv einen Platz in dieser Aufzählung. Auch wenn sie in ihrem Obduktionsraum im Keller manchmal etwas untergehen, sorgen Donald Mallard ("Ducky") und seine rechte Hand Jimmy Palmer immer wieder für unterhaltsame Momente.
Als Ducky und Jimmy jedoch entführt werden, während sie eine Leiche transportieren, und die Entführer sie in einer abgelegenen Hütte zu einer improvisierten Autopsie zwingen, zeigen sie, was wirklich in ihnen steckt.
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