Hat er's übertrieben?
Zu krasse Satire? Komiker Maxi Schafroth sorgt in Grönland für Ärger
Aktualisiert:
von SpotOn/ teleschauEiner der Großen in der deutschsprachigen Kabarettszene: Maxi Schafroth.
Bild: 2022 Getty Images/Hannes Magerstaedt
Ob hippe Münchner Szenegänger:innen, Bankangestellte, Landeier oder hohe Politiker:innen: Vor Maxi Schafroths bissigem und zugleich liebevollem Spott ist niemand sicher - auch wenn er damit aneckt. Bei Dreharbeiten in Grönland sorgte er mit dieser Aktion für Fassungslosigkeit.
Nach US-Präsident Donald Trump sorgt auch ein Deutscher in Grönland offenbar für ordentlich Aufruhr. Nach Informationen von "t-online" soll wohl der Kabarettist, Schauspieler und Moderator Maxi Schafroth am gestrigen Mittwoch versucht haben, im Rahmen von Dreharbeiten für die Satire-Sendung "extra 3" in der Hauptstadt Nuuk eine US-Flagge zu hissen.
Hat Schafroth die Grenze überschritten?
In einem von dem Aktivisten Orla Joelsen auf der Social-Media-Plattform X geteilten Video ist aus der Ferne zu sehen, wie ein Mann dabei gehindert wird, eine US-Flagge zu hissen. Hinter ihm ist ein Kameramann zu erkennen. "Dieser Typ hat versucht, die amerikanische Flagge vor dem Kulturzentrum in Nuuk zu hissen", erklärt der Aktivist.
Glücklicherweise wurde er rechtzeitig vom Personal gestoppt. Wenn Sie unsere Werte nicht respektieren, warum sind Sie in Nuuk?!
Etwas später teilte er dann mit: "Es war ein deutscher Komiker - aus der deutschen Satire-Sendung 'extra 3' - der versucht hat, humorvoll zu sein, indem er sich als Vertreter der US-Regierung ausgegeben hat. Er wurde der Polizei gemeldet."
Dem Portal habe der bei "extra 3" federführende NDR bestätigt, dass es zu einem solchen Vorfall gekommen sei. Die Satire-Redaktion habe in Nuuk gedreht und dabei habe "ein Mitglied des Teams vorgegeben, eine US-Flagge auf einem öffentlichen Platz hissen zu wollen. Dafür wurde vor Ort ein Bußgeld verhängt." Eine Sprecherin des Senders habe zudem erklärt, es sollte niemals der Eindruck entstehen, dass "Ziel der Satire" die Grönländerinnen und Grönländer seien.
Schande über Dich, du Narr!
Maxi Schafroth ist seit vielen Jahren für "extra 3" im Einsatz und sorgte in der Vergangenheit mit einigen Auftritten immer wieder für kleine Kontroversen, aber auch für viele Lacher. So mischte er sich zum im März 2025 Beispiel bei einem CDU-Parteitag als CSU-Mann unters Volk und nahm mit derben Sprüchen die Mitglieder seiner "Schwesterpartei" aus bayerischer Sicht aufs Korn.

Folge 2
+++ 5. März 2025 +++
Rausschmiss bei CDU-Wahlparty
"Ich wurde rausgeschoben, als hätt ich dem Fritzi Merz irgendwie ein Bein gestellt", resümierte Kabarettist Maxi Schafroth im März 2025 seinen Rausschmiss von der CDU-Wahlparty im Konrad-Adenauer-Haus in Berlin. Für die ARD-Satire-Sendung "extra 3" hatte sich der 39-jährige Allgäuer als Markus-Söder-Fan und -Vertrauter ausgegeben und das Treiben humoristisch begleitet. Womöglich zu viel des Guten war das Hochhalten des fiktiven Söder-Buches "Regieren für Anfänger", das er dem damals noch Bald-Kanzler Friedrich Merz schenken wollte.
So etwas habe er auch noch nicht erlebt, stellte Maxi Schafroth danach verblüfft fest: "Wir haben ja schon einige solcher Drehs gemacht, aber es war immer so, dass man mal einen Rüffel bekommen hat. Dann reißt man sich halt zusammen."
Traditionelles Derblecken am Nockherberg
Ab 2019 gehört der gelernte Bankkaufmann Maxi Schafroth zum Ensemble derer, die die geladenen Politiker:innen das Fürchten lehren. Er folgte auf Luise Kinseher (56, 2011-2018) und Michael Lerchenberg (71, 2008-2010) als bis dato jüngster Redner überhaupt. Auch 2025 hielt Schafroth die "Predigt" - allerdings zum letzten Mal, was an seinem sehr harten und kritischen Text gelegen haben könnte.
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Idyllische Kindheit
Aufgewachsen ist der 1985 geborene Schauspieler zusammen mit zwei Schwestern auf dem elterlichen Bauernhof in Stephansried im Unterallgäu: "Als Kind war das das Paradies für mich", zitiert ihn die "Allgäuer Zeitung". Seine "eher alternativ, aber nicht dogmatisch" angehauchten Eltern förderten die Kreativität ihrer Kinder. Schon früh entdeckte Maxi durch seine klassikbegeisterte Mutter seine Liebe zur Musik, die ihn bis heute begleitet. Mit anderen Dorfkindern drehte er laut der "Süddeutschen Zeitung" bereits als Zehnjähriger erste kleine Filme. Auf der Bühne seiner Schule in Ottobeuren sammelte er weitere Schauspiel- und Moderationserfahrungen.
Es folgten Auftritte im Münchner Vereinsheim, der Nachwuchsbühne der Müchner Lach- und Schießgesellschaft, die er gemeinsam mit seinem Gitarristen Markus Schalk bespielte. Ob Banken-Kosmos oder Bauernhof, ob Großstadt oder Land: Sein Spott machte vor keiner der Welten Halt.
Mehrfach ausgezeichnete Kunst
Nach und nach wuchs seine Bekanntheit. Nach Auftritten im Jugendclub der Münchner Kammerspiele sowie in verschiedenen Kurzfilmen gab er schließlich sein Kinodebüt in Marcus H. Rosenmüllers Komödie "Sommer der Gaukler" im Jahr 2011. Ein Jahr später folgten "Wer's glaubt, wird selig" desselben Regisseurs und in den weiteren Jahren zahlreiche TV-, Kino- und Theater-Auftritte sowie diverse Auszeichnungen, zuletzt 2024 der Bayerische Poetentaler.
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