Oktoberfest? Nein, danke!
"So haben wir dich nicht erzogen"-Star Brigitte Hobmeier: Darum boykottierte sie die Wiesn
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von teleschauBrigitte Hobmeier spielt im Film "So haben wir dich nicht erzogen" Balbina, deren Tochter sich vom queeren Vorbild ihrer Mütter löst.
Bild: BR / ORF / Cult Film GmbH / Carsten Thiele
Sie hat in Theater und Fernsehen schon viele Preise abgeräumt. Denn was Brigitte Hobmeier spielt, spielt sie richtig. Nicht nur in den ARD-Serien "Oktoberfest 1900" und "Oktoberfest 1905", sondern auch im TV-Film "So haben wir dich nicht erzogen". Das ist die gebürtige Münchnerin.
In der bayerischen Landeshauptstadt geboren, im Stadtteil Ismaning aufgewachsen: Brigitte Hobmeier ist eine waschechte Münchnerin - und irgendwie doch nicht. "Ich war noch nie im P1", gestand die Schauspielerin im September 2025 im Magazin "DAS! Rote Sofa". Auch das Oktoberfest, im Volksmund Wiesn genannt, hat die 50-Jährige jahrelang boykottiert.
Die Darstellerin liebt es, unkonventionelle Rollen zu spielen und sich darin fallen zu lassen. So auch im TV-Film "So haben wir dich nicht erzogen". Darin führt sie als Balbina Schaller eine progressive Beziehung. Sie und ihre Ehefrau Inka (Gerti Drassl) sehen sich plötzlich mit einem Mann konfrontiert: dem Partner ihrer Tochter Hedwig (Alina Schaller). Die hat in Sachen Liebe keinerlei Ambitionen, in die Fußstapfen ihrer queeren Mütter zu treten.

"So haben wir dich nicht erzogen" im Livestream
Brigitte Hobmeiers Liebes-Szene mit witzigen Folgen
Schon in der ARD-Serie "Oktoberfest 1905" verliebt sich ihre Figur Colina Kandl in eine Frau - samt intimer Liebes-Szene an einem Flussufer. Beim Dreh kam es übrigens zu einer schrägen Anekdote, wie die Darstellerin im September 2025 lachend in der Sendung "Abendschau" verriet: Mittendrin fuhr plötzlich ein argloses Paar im Boot an der Szene vorbei. Die Frau habe gesagt: "Schau mal, Schatz, die drehen einen Porno!"
Als erfahrene Theater- und Fernsehschauspielerin ist die Münchnerin schon in die verschiedensten Rollen geschlüpft und hat mit ihrem authentischen Spiel schon mehrere Preise gewonnen. Darunter den Bayerischen Filmpreis als Beste Darstellerin für ihre Rolle in dem Film "Ende der Schonzeit" (2014), den 3sat-Darstellerpreis 2016, den Grimme-Preis als beste Darstellerin für den Film "Die Hebamme" im Jahr 2017, uvm..
Brigitte Hobmeier: "Meine Eltern machten sich Sorgen"
Wäre es nach ihrer Familie gegangen, hätte die vielseitige Darstellerin diesen Beruf gar nicht erst ergriffen. Denn die war stark im Handwerk verwurzelt. Ihr Vater arbeitete als Heizungsinstallateur, die Mutter war Heißmanglerin. Ihre Großeltern betrieben in Niederbayern eine Bäckerei. Dort verbrachte Brigitte Hobmeier einen Teil ihrer Kindheit. Besonders ihre Mutter und ihre Großmutter hätten ihr eingeschärft, beruflich früh auf eigenen Beinen zu stehen. "Verdien immer dein eigenes Geld. Sei niemals abhängig von einem Mann", habe ihre Oma zum Beispiel gesagt, wie die Schauspielerin in der "Berliner Zeitung" erklärte.
So kam es, dass Brigitte Hobmeier ihre Besuche und Vorsprechen an Schauspielschulen zunächst vor ihren Eltern verheimlichte. "Für sie war das schwierig: Gymnasium, Studium, man hat nichts in der Hand. Die Sorge um mich war extrem groß", erinnert sie sich in "DAS! Rote Sofa". Auch heute seien ihre Liebsten durchaus kritisch mit ihr. "Mein Vater sagt schon mal: 'Was hast'n da für an Schmarren gemacht?'" Für sie bedeute das sehr viel, weil es sie erde.
Als sie an den Schauspielschulen zunächst ein paar Absagen bekam, sei sie entmutigt gewesen, erzählte Brigitte Hobmeier in der "Berliner Zeitung". "Ich habe mich für Grafikdesign an einer Designhochschule eingeschrieben und mit Freunden nebenbei Theater gespielt." Eine Freundin aus dieser Gruppe habe gesagt: Einmal vorsprechen und dann aufgeben, das sei ja feige. "Wir haben uns dann beide an der Folkwang-Hochschule beworben, uns gemeinsam auf die Prüfung vorbereitet und sind auch beide angenommen worden, als sechs von 1.000."
So ging sie nach Essen und studierte von 1996 bis 1999 an der Folkwang Universität der Künste. Von da an ging es mit ihrer Karriere bald steil bergauf.
Wie das Schauspiel Brigitte Hobmeiers Kindheitserinnerungen weckt
2003 machte sie in der Hauptrolle im Film "Identity Kills" auf sich aufmerksam und gewann bei internationalen Filmfestivals zwei Darsteller:innen-Preise. 2005 wurde sie im Konstanzer Tatort "Das Lächeln der Madonna" in einen Kunstraub verwickelt. Seit 2005 ist Brigitte Hobmeier Ensemblemitglied der Münchner Kammerspiele. Und von 2018 bis 2020 hatte sie drei Episoden lang eine Rolle als Kommissarin in der ARD-Serie "Schwartz & Schwartz".
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Ihre Darstellung der undurchsichtigen Sängerin Colina Kandl in den ARD-Serien "Oktoberfest 1900" und "Oktoberfest 1905" ist ein vorläufiger Höhepunkt ihres Wirkens. Dabei verbindet die Münchnerin mit der Wiesn sehr unterschiedliche Erinnerungen, wie sie 2020 in der "Berliner Zeitung" betonte. "Der riesengroße Löwe vor dem Löwenbräu-Zelt, der ganz langsam 'Löwenbräu' sagt und dabei eine Maß trinkt, ist eine meiner ersten Kindheitserinnerungen."
Später als Studentin war sie mal eine Saison lang "Herzerlmadl". "Das sind die jungen Frauen, die in den Zelten Lebkuchenherzen und Plüschtiere verkaufen. Sie tragen die an einer Stange durchs Zelt. Unten sind die Herzen, oben die Plüschtiere", erklärt sie.
"Das waren harte zwei Wochen, hart verdientes Studiengeld", erinnert sie sich. "Man kauft die Ware auf Kommission. Wenn sie dir runtergestohlen wird, stehst du am Abend bei der Abrechnung da und denkst dir: Und dafür hab ich mich jetzt zum Deppen gemacht?" Danach habe sie das Fest mehrere Jahre lang boykottiert.
Brigitte Hobmeier kann im "DAS! Rote Sofa"-Stduio ihre Münchener Kindheitserinnerungen ausleben.
Bild: IMAGO / Stephan Wallocha
Brigitte Hobmeier privat: verheiratet, zwei Söhne
Ihren Mann, den Münchner Schriftsteller Florian Brugger, lernte sie in Berlin kennen. "Er studierte dort, ich hab in Berlin gearbeitet", so Brigitte Hobmeier. "Und zwei Münchner in Berlin, was machen die? Einen Schweinsbraten-Wettbewerb! Der Wetteinsatz war: Wer verliert, muss nackt um den Hermannplatz laufen! Ich hab gewonnen, und er ist nackt gelaufen." Er habe den Fehler gemacht, sich das Fleisch in Berlin zu organisieren, sie habe es bei ihren Freunden in München bestellt. So habe sie gemerkt: "Mit dem könnte das Leben lustig werden." Die beiden haben zwei Söhne.
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