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Diagnose: Kriminell!

Für diese Taten hätte Dr. House ins Gefängnis kommen sollen

Veröffentlicht:

von Peter Picha, Rebecca N.

Dr. House (Hugh Laurie) hinter Gittern: Im Laufe der Serie hat der Arzt mehr als einmal seine Freiheit riskiert.

Bild: Adobe Stock/Rawf8/newb1/IMAGO/Everett Collection


Zynisch, genial - und oft jenseits jeder Legalität: Dr. House hat in der Serie einiges getan, das vor keinem Gericht Bestand gehabt hätte. Diese Aktionen hätten ihm im realen Leben mindestens eine Nacht in der Gefängniszelle eingebracht.

Dr. Gregory House (Hugh Laurie) ist für seine unkonventionellen Behandlungsmethoden bekannt. Allen Zuschauer:innen sollte klar sein: Wenn ein Arzt so praktizieren würde, wäre er schneller seine Approbation los, als er schauen könnte. Bei den folgenden "Dr. House"-Fällen hätte der Serien-Mediziner jedoch nicht nur seinen Job verloren, sondern wäre im Gefängnis gelandet.


Hugh Laurie in seiner Paraderolle sehen


Einbruch, Freiheitsberaubung und Erpressung in einer Folge

In der 4. Episode der 6. Staffel fesselt und knebelt Dr. House einen Mann gegen dessen Willen - dabei kennt er ihn kaum. Es handelt sich nicht um einen seiner Patienten, sondern um Dr. James Wilsons (Robert Sean Leonard) einarmigen Nachbarn, der sich mehrmals wegen dem Lärm beschwert hat. Eigentlich ist der grantige Arzt bei diesem eingebrochen, um ihn als falschen Vietnam-Veteranen zu entlarven - und ihn dann zu erpressen.

Nachdem House den Nachbarn überwältigt hat, stellt sich heraus, dass dieser unter starken Phantomschmerzen im amputierten Arm leidet. House nutzt die Situation aus, hält ihn weiter fest und führt neurologische Tests und Experimente gegen dessen Willen durch. Dabei ignoriert er die verzweifelten Hilferufe des Mannes.

Am Ende erkennt House (wie immer) die wahre Ursache der Schmerzen und kann sie erfolgreich behandeln. Das würde ihn allerdings nicht vor einer Strafe schützen. Für Einbruch, Freiheitsberaubung und Behandlung gegen den Willen des Patienten hätte House im Bundesstaat New Jersey, wo die Serie spielt, auf jeden Fall mit einer Haftstrafe rechnen müssen - möglicherweise sogar im zweistelligen Bereich.

Vergiftung und Körperverletzung

Die Freundschaft zwischen Dr. House und Dr. Wilson sorgt oft dafür, dass Zuschauer:innen eine andere Seite des Arztes sehen. Nicht so in dieser Folge: Als Wilson immer wieder müde ist, "behandelt" House ihn auf seine ganz eigene Art. Er mischt ihm Speed in den Kaffee. Wilson nimmt allerdings Antidepressiva ein. Ein gefährlicher Cocktail, der dazu führt, dass Wilson unter extremer Aufgekratztheit und Zitteranfällen leidet.

House macht sich damit der gefährlichen Körperverletzung und Vergiftung schuldig - wobei er vermutlich sagen würde, dass es sich um ein wissenschaftliches Experiment gehandelt habe. House hätte für das heimliche Verabreichen von Speed - trotz ärztlicher Kenntnis der Risiken - und Körperverletzung mit mehreren Jahren Haft rechnen müssen.

Gefährdung von Menschenleben

Mit Liebeskummer geht jede:r anders um: Während die einen paketeweise Eis essen und Liebesfilme schauen, betäuben andere ihren Schmerz auf Partys. Und dann gibt es da noch Dr. House, der mit dem Auto in das Haus seiner Ex fährt. Nachdem sich Cuddy (Lisa Edelstein) endgültig von ihm getrennt hat, rast er mit dem Wagen in ihre Wohnzimmerwand. Neben Sachbeschädigung und rücksichtslosem Fahrverhalten kann ihm die Gefährdung von Menschenleben zur Last gelegt werden - wenn nicht sogar versuchter Mord. House wusste nämlich, dass sich im Haus Menschen befinden.

Anders als in anderen Situationen in der Serie gibt es hier Konsequenzen für sein kriminelles Verhalten. Nach dem Angriff mit dem Auto landet House tatsächlich im Gefängnis. Er kommt aber mit einer vergleichsweise milden Strafe von acht Monaten mit anschließender Bewährung davon. In der Realität hätten ihm vermutlich acht bis 15 Jahre Haft gedroht.

Dr. House crasht in dieser Episode mit seinem Auto:

Vortäuschen einer ärztlichen Tätigkeit und Betrug

Am Anfang der vierten Staffel kehrt House aus psychiatrischer Behandlung in den Job zurück. Doch er steht erst mal alleine da: Dr. Cuddy hat sein Team aufgelöst, um zu gewährleisten, dass es nicht mehr unter seinem Scheffel steht und alles für ihn tut. Er soll sich endlich an die Krankenhausregeln halten! Das geht natürlich nicht lange gut. Weil er selbst keine Lust hat, rekrutiert er kurzerhand einen Hausmeister, lässt ihn einen Arztkittel anziehen und mit der Familie eines Patienten sprechen. Hier könnte das Vortäuschen einer ärztlichen Tätigkeit und infolgedessen auch Betrug zur Last gelegt werden.

Weil House dem Hausmeister bei dieser Aktion geholfen hat, dem Patienten aber kein Schaden entstanden ist, würde er in diesem Fall wohl einer Gefängnisstrafe entgehen. Er hätte allerdings voraussichtlich mit einer Geldstrafe, Bewährung und ernsten Probleme mit seiner ärztlichen Zulassung rechnen müssen.

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