So geht es weiter
Unerwartete Chancen nach GNTM? Dazu würde Alexavius nicht Nein sagen
Veröffentlicht:
von Claudia EnziAlexavius verteilt Luftküsse auf dem Red Carpet beim Screening-Event zum GNTM-Finale 2026 im Berliner Zoo Palast.
Bild: Joyn
Alexavius belegt in der aktuellen "Germany’s Next Topmodel"-Staffel den 5. Platz bei den Männern. Die Dreharbeiten und selbst das Finale sind vorbei, also was macht der Grazer heute? Wir haben Alexavius zum exklusiven Interview getroffen.
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Alexavius, was machst du aktuell beruflich: Vollzeitmodel oder back im Videografen-Job?
Mein Leben ist sehr anders zurzeit. Es ist sehr, sehr viel los. Zum einen bin ich noch Teilzeit-Videograf, was zum Teil sehr schwierig ist, weil ich viel unterwegs bin. Ich war gerade in Berlin bei einem Event, davor in München für einen Job, davor in Köln – man ist überall irgendwie. Es ist ab und zu etwas stressig, das mit meinem "normalen" Job zu vereinbaren.
Jetzt im Sommer stehen die ersten richtigen Jobs als Model an: die Berlin Fashion Week und die München Fashion Week, also sehr, sehr viele tolle Sachen. Viele Sachen erfährt man sehr kurzfristig und da muss man sehr flexibel sein, wenn man am Ball bleiben möchte – und das ist mein Hauptfokus aktuell.
Meine Arbeitskollegen tun mir schon etwas leid, weil ich oft spontan wegmuss (lacht).
Wie waren die letzten Monate für dich in drei Wörtern beschrieben?
Die ganze GNTM-Reise in drei Worten war ein Fiebertraum – ab und zu muss ich selbst noch realisieren, dass es passiert ist. Dann würde ich sagen iconic, es war wirklich eine tolle Staffel mit solchen tollen Momenten und einfach unvergesslich.
Würdest du rückblickend etwas anders machen?
Ich hab mir das Letztens überlegt, gerade auch, als ich die Folge gesehen habe, in der ich ausgeschieden bin. Hätte ich was anders machen können? Hätte ich was anders machen sollen? Aber ich bin ja so ein starker Verfechter dessen, dass man sagt: Wenn ich was anders gemacht hätte, dann wäre ich vielleicht jetzt gar nicht an dem Punkt, wo ich jetzt bin. Also ich kann rückblickend sagen, ich bin superhappy mit meinem Run. Klar, ich hätte es gerne ins Finale geschafft, aber vom Casting bis zu den Fotoshootings würde ich nichts anders machen.
Wie ist das für dich, dich selbst im Fernsehen zu sehen?
Ich hab davor schon selbst Videos auf Instagram gepostet, aber es ist schon noch mal was anderes, so professionell abgelichtet zu werden. Auf dem Laufsteg, das war für mich der erste Oha-Moment. Ich hab davor noch nie von mir ein echtes Video auf dem Laufsteg gesehen. Und gerade jetzt im Nachhinein versucht man auch, die Kritik von Heidi besser zu verstehen, weil in dem Moment nimmst du es nicht so wahr. Du siehst nur deinen POV (Anmerkung: Point of View) und blendest alles andere aus.
Aber jetzt im Nachhinein hatte ich schon oft den Moment: "Ja, sie hatte echt Recht, stimmt." Und was auch die größte Mutprobe war, war es, diese Interviews anzuschauen, die wir geben. Ich kann mich nicht wirklich an die erinnern, die sind so lange her. Jedes Mal, wenn mein Interview kam, dachte ich mir: "Oh Gott, was sage ich jetzt?" Aber am Ende war alles gut.
Vervollständige den Satz: GNTM war für mich …
Das Beste, was mir passiert ist. Ich glaube, niemand hätte sich das besser vorstellen können. Vielleicht sehe ich das auch so, weil es schon immer ein Kindheitstraum von mir war. Mir würde nichts einfallen, wo ich sagen würde, das war nicht so toll.
Durch das Umstyling hat sich auch dein Look verändert. Die Frage aller Fragen – wird der Schnauzer ein Comeback feiern?
Ich war ja zuerst schockiert, als Heidi den Schnauzer abrasiert hat. Aber ich liebe die langen Haare einfach so sehr und die werden jetzt bald auch noch länger. Ich mag den Look einfach sehr gerne und ich finde, der gibt auch meinem Gesicht noch mal die Möglichkeit, in mehr Rollen zu schlüpfen. Weil natürlich: Wenn du den Schnauzer hast, dann hast du einen bestimmten Look. Den habe ich geliebt, aber ich genieße das gerade schon sehr.
Godfrey kann sich eine Zukunft im Reality-Bereich vorstellen. Du auch? Forsthaus Rampensau mit Alexavius, wär das was?
Grundsätzlich will ich mit Fernsehen weitermachen, das macht mir wirklich Spaß. Jetzt ist nur die Frage: Will man die GNTM-Villa in L.A. gegen das Landhaus bei Forsthaus Rampensau tauschen? Ich sage niemals nie im Vorhinein und lasse es auf mich zukommen. Wenn ich es in dem Moment fühle, würde ich es machen.
Auch mit Godfrey gemeinsam als GNTM-Team?
Das wäre eine iconic Kombi, mit der würde auch niemand rechnen. Aber es wäre ein unerwartet gutes Duo. Extrem viel Fokus, extrem viel Körperkraft seinerseits und ich bin der, der hinten steht und schreit: "Godfrey, Godfrey!". Grundsätzlich hatten wir uns ja, bis auf den einen Disput in der Sendung, immer sehr gut verstanden. Wir Österreicher müssen zusammenhalten, wir sind fein miteinander.
Die Dreharbeiten dauern ja viele Monate und man verbringt viel Zeit mit den anderen Teilnehmer:innen. Was glaubst du, hast du auch Freunde fürs Leben gefunden?
Gerade in so einer intensiven Zeit entstehen noch mal andere Verbindungen, als wenn du die gleichen Personen in der "echten" Welt kennenlernen würdest. Das schweißt nochmal sehr zusammen und da sind schon auch richtige Freundschaften entstanden. Mit wem ich sehr, sehr close bin, ist Yanneck, mit dem hab ich erst gestern telefoniert. Aber das ist auch ein Luis oder Jaden. Natürlich kannst du nicht mit so vielen Leuten zu gleichem Maße Kontakt halten. Aber ich freu mich über jeden, egal wen ich bei Events oder so sehe. Wir haben immer eine tolle Zeit.
Yanneck und du. Da gibt’s ja viele Spekulationen. Nervt dich das oder genießt du die Aufmerksamkeit einfach?
Ich glaube, die Sache, die man am schnellsten lernt, wenn man sich in der Öffentlichkeit zurechtfindet, ist: Dir muss ziemlich egal sein, was Leute von außen über dich sagen. Wir müssen jetzt alle damit umgehen, dass Tausende von Menschen eine Meinung zu einem haben. Ob die jetzt positiv oder negativ ist, sei dahingestellt. Es ist natürlich beides wichtig, Hauptsache, die Leute haben eine Meinung. Solange die Leute etwas zu reden haben, ist es völlig fein.
Verletzen dich manche Kommentare oder stehst du drüber?
Gerade weil ich ja schon immer mit meinem Look aus der Reihe getanzt bin, bin ich das schon etwas gewohnt gewesen. Natürlich ist es in dem Ausmaß noch mal was ganz anderes. Es ist vorprogrammiert gewesen. Du hast einen Mann, der einen androgynen Look hat, lange Haare und High Heels am Laufsteg trägt.
Aber ich sag immer so: Solange das ein Diskussionsthema ist, welche Anzugfarbe ich trage, ob ich hohe Schuhe trage, freut es mich umso mehr, wenn das eine Diskussion auslöst. Wenn das das größte Problem ist, was eine Person am Tag hat – wie ich aussehe oder was ich anhabe –, dann haben wir noch ganz, ganz viel vor uns. Da freu ich mich jedes Mal, wenn ich eine Tirade auslösen kann.
Es läuft ja schon die Bewerbungsphase für die nächste Staffel. Was würdest du mit dem Wissen von heute anders machen?
Ich bin mir 1.000 Szenarien durchgegangen, wie dieses Casting ablaufen wird, bevor ich da war. Aber hätte ich vielleicht etwas anders gemacht, hätte Heidi vielleicht auch gesagt: Auf den hab ich keine Lust. Auch meine Outfitwahl wurde ja kritisiert, aber vielleicht war auch das der ausschlaggebende Punkt, dass Heidi gesagt hat: Den nehm ich auf die große Reise mit. Ich würde nichts anders machen und das ist auch mein großer Tipp für alle Castingteilnehmer: Wenn ihr ein Bauchgefühl habt, wie ihr es machen würdet, geht immer danach. Ihr müsst rausstechen.
Aus aktuellem Anlass zuletzt eine Fußball-Frage. Schaut Alexavius die WM?
So deep drin bin ich nicht, aber ich finde tatsächlich die Stimmung bei Public Viewings immer ganz nett. Aber wenn du mich fragst, was ein Abseits ist – ich könnte es im Leben nicht sagen (lacht). Ich weiß nur, dass der Ball ins Tor muss und das war’s auch.
Danke Alexavius für das Gespräch!
Dieser Beitrag wurde ursprünglich auf Joyn.at ('Behind the Screens' Österreich) veröffentlicht.


