Rechtswissen im Alltag
Ingo Lenßen mit 65: Darum denkt er noch nicht an die Rente
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von Lars-Ole GrapNeue Fälle statt Rente: Ingo Lenßen hat beruflich noch einiges vor.
Bild: picture alliance / Geisler-Fotopress | Nicole Kubelka
Kult-Anwalt Ingo Lenßen hat auch mit 65 noch viel vor. Zum Start der neuen SAT.1-Serie "Lenßen: Anklage Mord" spricht er über seine Zukunft, Familienauftritte am Set und KI als Rechtsberatung.
Die erste Episode "Lenßen: Anklage Mord" heute zur Primetime in SAT.1 und kostenlos auf Joyn

Tod in der Güllegrube
Ingo Lenßen startet mit "Lenßen: Anklage Mord" und "Lenßen Live" in der SAT.1-Prime-Time
Ab Montag, 2. November, gehört der Abend in SAT.1 drei Wochen lang Ingo Lenßen. Um 20:15 Uhr verteidigt der TV-Anwalt in "Lenßen: Anklage Mord" Menschen, die wegen schwerster Verbrechen vor Gericht stehen. Um 22:15 Uhr beantwortet er in "Lenßen Live" die Rechtsfragen der Zuschauer:innen. Und auch mit 65 Jahren denkt er dabei nicht an Ruhestand.
Dass die Fälle diesmal Spielfilmlänge bekommen, gefällt ihm. In 90 Minuten lasse sich viel genauer erzählen, mit mehr Spannung und mehr privaten Einblicken, so Lenßen im Interview mit "web.de". Im Zentrum stehe trotzdem etwas anderes: "Dreh- und Angelpunkt ist aber in jeder Folge die Dramatik des erzählten Falls." Der erfahrene Jurist hält auch dann zu seinen Mandant:innen, wenn sonst kaum noch jemand an sie glaube. "Das Besondere an den Prime-Time-Filmen ist ihre große Nähe zu den Menschen."
Dass ihn Fälle auch privat beschäftigen, räumt er dabei offen ein. Es komme auf die Brisanz an. Bei einer rückständigen Mietkaution sei er emotional anders eingebunden als bei einem Fall, in dem es um ein Menschenleben geht. Für die schweren Fälle gilt: "Tangiert mich ein Fall emotional, lasse ich den Übergang vom Beruflichen ins Private zu."
Im Clip: Probleme mit der Airline? Ingo Lenßen weiß, was zu tun ist
Wie privat die Reihe wird, zeigt auch ein Blick auf die Besetzung. Lenßens Bruder, sein Sohn und seine Nichte haben Gastauftritte. Ein Konzept stecke nicht dahinter. "Es war absolut nicht geplant, dass meine Familienmitglieder in dem neuen Format zu sehen sind." Sein Bruder habe ihn früher schon öfter gebeten, Freund:innen und Bekannt:innen juristisch beizustehen. Mit seinem Sohn tausche er sich regelmäßig über Fitness aus, und dessen Rolle liege inhaltlich gar nicht weit von der Realität entfernt. Mehr verrät Lenßen nicht, er wolle nicht spoilern.
Am Set ist es für ihn trotzdem eine besondere Situation. "Mein Bruder etwa hat keinerlei Kameraerfahrung mitgebracht. Umso mehr habe ich im Rahmen der Dreharbeiten während seiner Szenen mit ihm mitgefiebert", erzählt er. Sein Fazit fällt eindeutig aus: Es habe sich gelohnt, er sei zufrieden und dankbar.
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Ingo Lenßen mit 65: Darum denkt der TV-Anwalt nicht an Rente
In diesem Jahr ist Ingo Lenßen 65 geworden, und bei dem Alter liegt die Frage nahe, wie lange er noch weitermachen will. Seine Antwort ist ein Plädoyer für den eigenen Beruf: "Meine Berufsgruppe genießt einen großen Vorteil." Jurist:innen könnten im Wesentlichen ohne körperliche Kraft arbeiten. Man müsse unterscheiden, ob jemand mit über 65 noch im Gerichtssaal steht oder auf dem Bau körperlich massiv beansprucht wird.
"Hinzu kommt, dass mir mein Beruf riesige Freude bereitet." Rechtsfragen und das Handeln im Namen der Gerechtigkeit ließen ihn nicht los, ob subjektiv oder objektiv betrachtet. Er sei "unendlich dankbar", sowohl im Fernsehen als auch in seiner Kanzlei als Jurist arbeiten zu dürfen. Daran wolle er festhalten, solange es gewünscht sei.
Seine TV-Karriere beginnt mit der SAT.1-Serie "Richter Alexander Hold". Von 2003 bis 2009 bekommt er mit "Lenßen und Partner" ein eigenes Format. Seit 2024 ist er in "Lenßen hilft" zu sehen. Dort berät er gemeinsam mit den Anwält Lisa Cramer und Lennart Hartmann Menschen in echten Fällen aus dem Familien-, Arbeits-, Miet- und Erbrecht.
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Rechtsberatung im TV: Ingo Lenßen über "Lenßen Live"
In "Lenßen Live" beantwortet Ingo Lenßen echte Rechtsfragen von Zuschauer:innen. Wer Rat sucht, kann unter 0800-9997777 anrufen oder eine Frage per WhatsApp schicken. Die Idee für das Format entsteht im Gespräch mit SAT.1. Dahinter steht eine konkrete Frage: Wie können möglichst viele Menschen kostenlose Rechtsberatung bekommen? Lenßen verspricht, alles dafür zu tun, die eingehenden Fragen auch beantworten zu können.
Rechtlichen Rat holen sich viele Menschen inzwischen auch bei einer KI. Der Anwalt sieht darin Chancen, warnt aber zugleich davor, den Antworten blind zu vertrauen. Wer die richtigen Fragen stellt, könne sich damit ein erstes Verständnis für rechtliche Themen verschaffen. Doch eine KI liefere keine Garantie für die richtige Antwort: Subjektiv formulierte Fragen könnten zu entsprechend gefärbten Ergebnissen führen. Außerdem greife die Technik nur auf Informationen zurück, mit denen sie trainiert wurde. Gerade bei Rechtsfragen könne das problematisch werden.
Für Lenßen beginnt der richtige Umgang mit Recht deshalb schon in der Schule. Wer lernt, einen Vertrag zu lesen, zu verstehen und fair für beide Seiten aufzusetzen, kann späteren Streit vermeiden. Dieses Wissen gehört für ihn zum Demokratieverständnis - und damit auch in den Politikunterricht.
"Lenßen live" siehst du heute direkt im Anschluss an "Lenßen: Anklage Mord" in SAT.1 und auf Joyn



