Weltverbesserer statt Spannung
Fabian Hinrichs spricht Klartext: So steht er zur "Tatort"-Kritik
Aktualisiert:
von C3 NewsroomFabian Hinrichs (Mitte) ermittelt gemeinsam mit Eli Wasserscheid (Rolle: Wanda Goldwasser) und Stefan Merki (Rolle: Dr. Kaiser) als Kommissar Felix Voss in Nürnberg - und versteht so manche "Tatort"-Kritik.
Bild: BR/Hager Moss Film GmbH/Bernd Schuller
Die Kult-Krimiserie "Tatort" ist und bleibt ein Quotenhit - und läuft doch nicht ohne Kritik. Fabian Hinrichs aka Kommissar Felix Voss kann einen Teil davon nachvollziehen. Und hat eine Erklärung dafür.
In einem Interview mit dem "Stern" sprach Fabian Hinrichs über das Format "Tatort" - und äußerte Verständnis für die Kritik.
Zwischen Kult und Kritik
Was für die einen zum sonntäglichen "Lagerfeuer"-Ritual gehört, ist für die anderen ein unerträglicher moralischer Dauermahner und Zeigefinger. Die "Tatort"-Serie polarisiert, seit sie besteht. Wie kaum eine andere. Einen Teil davon, das verriet Kommissar-Darsteller Fabian Hinrichs jetzt dem "Stern", könne er nachvollziehen.
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"Tatort" als Demokratie-Instrument
Er verstehe, dass das Format bei manchen oft "zu moralisch und zu belehrend" ankomme: "Grundsätzlich ist an dieser Kritik etwas dran". Einer der Gründe sei der Wandel des Formats im Laufe seiner Geschichte. Früher sei es ein klassisches "Whodunit" gewesen: ein Mord, eine Ermittlung, viele Verdächtige - und die Zuschauer rätseln fieberhaft mit. Damals diente der "Tatort" laut Hinrichs als massenkulturelles Demokratisierungs-Instrument: "Er sollte zeigen: Der Staat ist nicht so böse, wie er mal war, nicht so verbrecherisch und menschenverachtend." Ziel sei gewesen, Vertrauen in die Polizeiarbeit zu schaffen sowie Schutz und Sicherheit zu vermitteln.
Früher Mord, heute Moral-Marschbefehl?
Dies habe sich mittlerweile verändert und die Vorwürfe, die aktuellen Folgen seien oft moralisch und belehrend beladen, könne er nachvollziehen: "Grundsätzlich ist an dieser Kritik etwas dran", erklärte Hinrichs gegenüber dem "Stern".
Allerdings würde es bei den Nürnberg-Ermittlungen nicht so laufen, betonte der Schauspieler: "Bei unseren Filmen kann ich einen inhaltlichen und ästhetischen Moral-Marschbefehl nicht ausmachen, das wäre ja auch nicht so meine Tasse Tee."
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