Seine Karriere stand vor dem Aus
"In aller Freundschaft"-Star Luan Gummich gesteht: "Als ich den Job bekam, habe ich geheult"
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von teleschauLuan Gummich als Dr. Mikko Rantala: Diesem Arzt vertrauen in der ARD-Serie "In aller Freundschaft - Die jungen Ärzte" nicht nur die Patient:innen, sondern auch die Fernsehzuschauer:innen.
Bild: ARD/Markus Nass
Luan Gummich ist einer der beliebtesten Ärzte Deutschlands. Jedenfalls in seiner Rolle als Dr. Mikko Rantala in "In aller Freundschaft - Die jungen Ärzte". Jetzt geht der Schauspieler fremd, bleibt aber dem Genre treu.
"In aller Freundschaft - Die jungen Ärzte" donnerstags um 18:50 Uhr
Wenn in der ARD-Vorabendserie "In aller Freundschaft - Die jungen Ärzte" Dr. Mikko Rantala durch die Flure des Johannes-Thal-Klinikums in Erfurt schreitet und seine blauen Augen blitzen, seufzen Patient:innen wie Fernsehzuschauer:innen gleichermaßen. Kein Zweifel, der smarte Facharzt für plastische Chirurgie ist ein Publikumsliebling der seit 2015 ausgestrahlten Serie.
Aber auch bei Mikko-Darsteller Luan Gummich schlägt das Herz ein bisschen schneller, wenn er an die Bedeutung der Serie für ihn und seine berufliche Laufbahn denkt. Denn seine Berufung zum ARD-Arzt rettete vermutlich seine Karriere.
Seine Karriere begann im Schwitzkasten von Schimanski
Dabei begann die Karriere von Luan Gummich, am 16. Mai 1989 in Köln geboren, ziemlich verheißungsvoll. Denn noch während seiner Schauspielausbildung an der "Schauspielschule der Keller" in Köln trat er am Theater auf und hatte auch erste TV-Rollen. Und gleich die erste schien wie ein Ritterschlag. Nicht alle Schauspieler:innen können behaupten, ihre Karriere im Schwitzkasten von Schauspiel-Legende Götz George begonnen zu haben. Luan schon - so geschehen in der Episode "Loverboy" (2013) um Kult-Kommissar "Schimanski".
Weitere Engagements folgten. Gummich spielte bei "Wissen macht Ah!" mit, drehte 2014 mit Kristin Scott Thomas, Margot Robbie und Tom Schilling das Kriegsdrama "Suite française - Melodie der Liebe" und war 2015 in "SOKO Köln" und sogar im Münsteraner "Tatort - Erkläre Chimäre" zu sehen.
Nur: "Ich konnte nie wirklich davon leben", erklärte Gummich 2023 dem Online-Portal "Wunschliste". Er musste sich mit anderen Jobs behelfen. "Bis 2018 hab ich immer noch nebenbei gearbeitet, in einem Club, auf dem Bau, in einer Kneipe in Köln, ich hab alles Mögliche gemacht." Das führte auch während seiner Zeit am Theater in Münster (2016) zu krassen Tagesprogrammen: "Um 2.00 Uhr morgens im Supermarkt die Regale einräumen, dann gehst du zur Probe, abends die Vorstellung und danach noch die Arbeit in der Kneipe."
Seine Eltern rieten ihm in der Krise: "Halte durch!"
2017 hatte Luan nicht nur eine Episodenrolle in "Alarm für Cobra 11 - Die Autobahnpolizei", sondern es herrschte auch Alarm für die Karriere. "Ich habe echt gezweifelt und mich gefragt, was ich vielleicht sonst noch machen könnte", gestand er "Wunschliste". Er suchte Rat bei seinen deutsch-brasilianischen Eltern. "Mein Vater war stets der Rationale und meine Mutter die Emotionale. Meine Mutter war überzeugt: 'Du musst weitermachen, Schauspiel ist in deinem Blut!' Mein Vater war eher der Rationale und meinte nach einem langen Gespräch: 'Was gibt's denn für Alternativen?'" Am Ende aber sagte auch sein Vater: "Es ist so toll, dich auf der Bühne zu sehen, hör bitte nicht auf!"
Karma regelte. Ende 2017 bewarb er sich, wie unzählige andere Jungschauspieler aus ganz Deutschland, für das Casting für zwei neue Hauptrollen in "In aller Freundschaft - Die jungen Ärzte". Große Hoffnungen machte er sich nicht, denn "ich war bereits bei so vielen Castings gewesen". Seine Taktik: "Hingehen, abschließen und nicht hoffen. Denn das Schlimmste ist, wenn man denkt, man könnte es bekommen und dann ist es doch wieder eine Enttäuschung."
Privat ist Luan Gummich handwerklich "eine Nullnummer"
Aber irgendwie arbeitete er sich Runde für Runde im Casting vor. Damals träumte er gerade davon, nach Berlin zu ziehen. Und ausgerechnet als er im Auto auf dem Weg nach Berlin saß, klingelte das Telefon. Am anderen Ende: seine Agentur. Und die legendären Worte: "Luan, tut mir leid, aber - ja, du musst jetzt wirklich nach Berlin ziehen, du bist leider Arzt geworden!" Er hatte die Rolle bekommen.
Seine erste Reaktion wird er nicht vergessen. "Dann hab ich erst mal angehalten, bin ausgestiegen, hab rumgeschrien, hab geheult." Die Rolle stellte, wie er bestätigte, sein "Leben komplett auf den Kopf". Denn plötzlich hatte er einen festen Job und vor allem ein sicheres Einkommen. "Dafür bin ich immer noch extrem dankbar. Ich versuche, mich auch immer wieder dran zu erinnern, wie es vorher war, dass man eben nicht auf diesem Thron sitzt und es als selbstverständlich ansieht. Das ist es einfach nicht."
In Folge 154 stieg er bei den "jungen Ärzten" kurz vor Ende der vierten Staffel ein. Seither ist er nicht mehr wegzudenken. Dabei ist er nicht nur Frauenschwarm, sondern auch der Bastler vor dem Herren, der immer alles reparieren will. Da allerdings, so gibt Gummich zu, gibt es keinerlei Parallelen zum Privatleben. "Ich bin handwerklich sowas von unbegabt, eine komplette Nullnummer. Ich kann nicht mal ein Bild aufhängen! Das Einzige, was ich kann, ist schleppen." Das merkten schon damals die Kollegen auf dem Bau. Weil er sich als Schauspieler outete und keinerlei Ahnung hatte vom Baugeschäft, wurde er als Zementtransporter eingesetzt - "vom Erdgeschoss in den fünften Stock", wie er sich im Gespräch mit "Wunschliste" erinnerte.
Sieh Luan Gummich in "Praxis mit Meerblick" kostenlos im ARD-Livestream auf Joyn
Capoeira und Forró: Luan Gummich bewegt sich gern brasilianisch
Die "Festanstellung" als TV-Arzt gibt ihm nicht nur Sicherheit, sondern auch die Freiheit für andere Projekte. Er spielte in Episoden von "SOKO München" und zuletzt "SOKO Wismar", war bei "Bettys Diagnose" dabei, schaute auch mal als Gast in "In aller Freundschaft" vorbei und drehte drei Kurzfilme.
Jetzt geht Gummich wieder einmal kurz fremd - bleibt aber dem Genre treu. In "Praxis mit Meerblick" ist er am Freitag, 24. April, ab 20:15 Uhr im ARD-Livestream kostenlos auf Joyn in der Episode "Liebe auf Attest" zu sehen. Aber er spielt diesmal keinen Arzt, sondern einen Schweißer. Also einen Handwerker. Ausgerechnet!
Luan Gummich, der glühender Fan des 1. FC Köln ist und auch mal in FCK-Unterhosen rumläuft, lebt in Berlin. Er ist - natürlich - Brasilien-Fan. Das zeigt sich darin, dass er fließend Portugiesisch spricht, den Nationalsport Capoeira betreibt und auch den brasilianischen Partnertanz Forró beherrscht. Ob es jemanden gibt, mit dem er den feurigen Tanz, der vor allem sehr eng getanzt wird, ganz besonders gern und oft tanzt, ist nicht bekannt. Denn sein Privat- und vor allem sein Liebesleben hält er unter Verschluss.
Auf Joyn kannst du die ersten sechs Staffeln von "Die jungen Ärzte" streamen. Außerdem natürlich die aktuellen Folgen - immer donnerstags um 18.50 Uhr über den ARD-Livestream.
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