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Zwischen Karriere und Gesundheit

Nina Chuba verrät: "Seit zweieinhalb Jahren bin ich in Therapie"

Veröffentlicht:

von Lars-Ole Grap

Nina Chuba über Selbstakzeptanz, echte Freundschaften und den Mut, sich Hilfe zu holen.

Bild: picture alliance/dpa | Britta Pedersen


Der Durchbruch kam schnell. Zu schnell, vielleicht. Musikerin und Moderatorin Nina Chuba spricht jetzt in einem Interview darüber, wie der Erfolg sie an ihre Grenzen gebracht hat - und warum sie sich Hilfe geholt hat.

"Nicht einfach nur Erschöpfung": Nina Chuba über Erfolgsdruck und Therapie

Nina Chuba hat innerhalb weniger Jahre eine Karriere hingelegt, die in der deutschen Poplandschaft ihresgleichen sucht. Was von außen wie ein traumhafter Aufstieg wirkt, war von erheblichem Druck begleitet - selbst gemacht, wie sie heute einräumt. Es gibt einen Moment, den der Musik-Star nicht vergessen hat: Sie ist in einem Songwriting-Camp, arbeitet am zweiten Album, will dem Erfolg hinterher.

Gerade in dieser Phase wird deutlich, wie eng Erfolg und Belastung für sie miteinander verknüpft waren. Termine, die sich häufen, Nachrichten, die unbeantwortet bleiben, Wochenenden, an denen der Akku schlicht leer war. "Wenn man nur arbeitet, antwortet man irgendwann nicht mehr, verschiebt Treffen und ist am Wochenende ausgelaugt", sagt sie im Interview mit dem "Stern".

Und dann geht auf einmal nichts mehr. "Ich konnte morgens plötzlich nicht mehr aufstehen. Ich lag im Zimmer, war traurig, habe viel geweint und mich zu nichts aufraffen können. Das kannte ich so von mir nicht. Da war klar: Das ist nicht einfach nur Erschöpfung", erzählt die Musikerin. Das Camp war teuer, die Erwartungen hoch, das Material blieb aus. Was folgte, war ein einziger Song: "Farbenblind". Und eine Entscheidung, die sie heute als eine der wichtigsten ihres Lebens bezeichnet. Sie sprach mit ihrem Management und sagte: "Ich brauche Therapie" - und bekam sofort die notwendige Unterstützung.

Seit zweieinhalb Jahren bin ich in Therapie, und ich empfehle es jedem.

Nina Chuba

Nina Chuba über mentale Gesundheit: Warum Therapie für sie ein Zeichen von Stärke ist

Für die Musikerin ist der Gang zur Therapie kein Eingeständnis von Schwäche - im Gegenteil. "Therapie sollte kein Makel sein. Für mich zeigt das eher Stärke und Selbstreflexion", sagt sie. Und weiter: Sie finde es befreiend, wenn Menschen offen aussprechen, dass es ihnen nicht gut geht oder dass sie Unterstützung brauchen.

Diese Haltung zieht sich durch, wie sie heute über sich selbst spricht. Die "Impostor-Gefühle", die sie früher begleitet haben - das Gefühl, den eigenen Erfolg nicht zu verdienen - seien schwächer geworden. Sie wisse heute, was sie kann. Und doch: Auf der Bühne beschleicht sie manchmal noch das Gefühl, dass es absurd sei, dass Menschen Geld ausgeben, um sie zu sehen.

Ich finde mich selbst als Person gar nicht so spektakulär.

Nina Chuba

Neben der Therapie hat sie für sich herausgearbeitet, was in schwierigen Phasen wirklich hilft: Sport, Bewegung, Gespräche mit Menschen, die Ängste nicht verstärken. Und vor allem: sich selbst ernst nehmen. Gleichzeitig hat sich ihr Bild von Freundschaft grundlegend verändert. Der Erfolg hat ihr gezeigt, wer wirklich bleibe - und was sie von Nähe erwarte. Keine Schuldgefühle mehr, keine Erschöpfung durch Beziehungen, die mehr kosten als geben. Neue Freundschaften entstünden heute seltener, aber bewusster. Das empfinde sie nicht als Verlust.

Ich will Menschen um mich haben, mit denen ich mich leichter fühle, nicht schwerer.

Nina Chuba

Auf die Frage, ob das Gröbste vorbei sei, antwortet sie ohne Beschönigung: "Ich bin gerade in einem guten Zustand. Aber ich würde nie sagen: erledigt. Da ist noch viel aufzuarbeiten. Ich weiß nur heute besser, was ich brauche, damit es mir gut geht."

In dieser Show hat sich Nina Chuba bereits als erstklassige Moderatorin bewiesen


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