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Aufruf zur Gewalt?

"Keine Angst" sorgt für Wirbel: So baut "Die Anstalt" den Song dennoch in die Sendung ein

Aktualisiert:

von Julia W.; Martin H.

Nicht dabei wie geplant, aber doch präsent: Igor Levit und Dager Dan (linke Seite, v.l.n.r.); Max Uthoff, Maike Kühl und Claus von Wagner (v.l.n.r.) bringen den Text des Songs auf die Bühne.

Bild: Imago Images /Future Image; ZDF


Die Ausladung von Danger Dan und Igor Levit, die in "Die Anstalt" eigentlich ihren neuen Song "Keine Angst" vorstellen wollten, schlug hohe Wellen. Die Moderator:innen der Sendung haben dennoch einen Weg gefunden, den umstrittenen Text einzubauen.

+++ Update 20. Juli 2026 +++

"Keine Angst" - Mit diesem Song sollten Rapper Danger Dan und Pianist Igor Levit in der 100. Ausgabe der ZDF-Sendung "Die Anstalt" auftreten. Kurz vor der Aufzeichnung der Jubiläumsausgabe sagte das ZDF den beiden Musikern jedoch überraschend ab.

Die Begründung: Der Songtext, bei dem es um Formen des Widerstands gegen Rechtsextremismus geht, könne als Aufruf zur Gewalt verstanden werden. Für die Entscheidung des ZDF hagelte es Kritik. Auch die Moderator:innen der Sendung äußerten sich entsetzt.

"Keine Angst" - als Lesestück

Musik von Igor Levit und Danger Dan wünschen sich Friedrich Merz (Max Uthoff) und Heidi Reichinnek (Maike Kühl) in einem Sketch der Jubiläumsfolge von "Die Anstalt". Doch stattdessen erwarten die Zuschauerinnen und Zuschauer ein paar Minuten Stille und ein Gespräch.

Claus von Wagner, Maike Kühl und Max Uthoff geben sich keine Mühe, das Fehlen des Auftritts zu cachieren. Stattdessen diskutieren sie vor dem Saalpublikum das Für und Wider der Entscheidung. "Wir sind im ZDF gegen das ZDF," macht Maike Kühl ihren Standpunkt klar.

Singen darf Danger Dan den Text zwar nicht. Aber, so meint das Trio, journalistisch damit auseinandersetzen dürfen sie sich schon. Und so liest Claus von Wagner ("Ich kann das, ich habe Kommunikationswissenschaft studiert.") den Text einfach vor - und die drei diskutieren die möglichen Bedeutungen. Sie hätten das gerne zusammen mit dem Musiker gemacht:

Wir hätten es als unsere öffentlich-rechtliche Pflicht angesehen, das Lied zu präsentieren und danach zu diskutieren.

Maike Kühl

Wie sie nun ohne den Urheber des Textes diskutieren und zu welchen Interpretationen sie kommen, kannst du in der hundertsten Ausgabe von "Die Anstalt" sehen - im linearen Programm des ZDF und im ZDF-Livestream auf Joyn am Dienstag, 21. Juli 2026, um 22:15 Uhr.

"Die Anstalt" feiert ihre 100. Folge


+++ 18. Juli 2026 +++

"Aspekte"-Sondersendung zum Fall

Bereits in der ersten Reaktion hatte der Sender laut "DWDL" angekündigt, sich dem Song "Keine Angst" statt in der Satire-Sendung in anderem Rahmen "dokumentarisch-journalistisch" anzunehmen. Nun steht fest, wie genau das aussehen soll.

Am Samstagabend, den 18. Juli, um 23:35 Uhr zeigt das ZDF eine Sonderausgabe von "Aspekte" mit dem Titel "Was darf man heute noch singen? 'Keine Angst' und die Anstalt". Moderiert wird die 15-minütige Sendung von Jo Schück, der laut Branchenmagazin "DWDL" mit Expertinnen und Experten zum Thema spricht.

In der Sendung soll es aber nicht nur um die "gründliche journalistische Einordnung" des Songs gehen, sondern auch um eine kritische Auseinandersetzung mit der Ausladung selbst. Zu Wort kommt demnach auch das Team von "Die Anstalt", das sich in einem Beitrag auf Instagram von der Entscheidung des ZDFs distanziert hatte. "Wir empfinden die Entscheidung als mutlos - gerade jetzt, wo rechtsextreme Gewalt wieder stark zunimmt", schrieb das Team auf Instagram.

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In der 100. Ausgabe von "Die Anstalt" – in der Danger Dan und Igor Levit ursprünglich auftreten sollten – soll die Ausladung ebenfalls noch einmal Thema sein. Die Jubiläumsfolge wird am Dienstag, den 21. Juli 2026, um 22:15 Uhr im ZDF gezeigt (parallel dazu im kostenlosen ZDF-Livestream auf Joyn).


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Danger Dan macht ZDF schwere Vorwürfe

Nach der Kritik hatte das ZDF seine Entscheidung erneut verteidigt. Den "Unmut über die Kurzfristigkeit unserer Absage" könne man jedoch nachvollziehen. Ein Gesprächsangebot des Senders an Danger Dan und Igor Levit blieb offenbar zunächst unbeantwortet.

Danger Dan hatte dem ZDF nach der Ausladung schwere Vorwürfe gemacht: "Das erschüttert uns und das nennt man nicht Demokratie, das ist ein autoritärer Akt."

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Im "Spiegel" sagte der Rapper später, es sei ein "furchtbares Zeichen", dass ZDF-Intendant Norbert Himmler "anfängt, antifaschistische Lieder zu zensieren". Den Vorwurf, in dem Lied zu Gewalt aufzurufen, bestreitet er: "Nichts von dem, was ich da erzähle, ist illegal."

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