Keine Rollen wegen der Hautfarbe?
"Die Polizistin"-Star Thelma Buabeng über Rassismus in der Schauspielausbildung
Aktualisiert:
von teleschauGloria Acheampong (Thelma Buabeng) in "Die Polizistin und die Totenstille"
Bild: ZDF und © NIK KONIETZNY
Geboren wurde sie 1981 in Ghana. Doch schon drei Jahre später zog sie mit ihrer Familie nach Meckenheim. Als TV-Schauspielerin und Comedienne hat sie sich hierzulande längst einen Namen gemacht. Was du über "Polizistin"-Star Thelma Buabeng wissen musst.
Thelma Buabeng kannst du heute zur Primetime im ZDF-Livestream auf Joyn sehen

Die Polizistin und die Todesstille
"Es ist schöner, nicht immer die Opferrollen zu spielen"
"Darauf bin ich wirklich sehr stolz. Ich glaube, ich bin die erste Schwarze titelgebende Kommissarin im deutschen Fernsehen", sagte Thelma Buabeng im September 2024 in einem Interview mit "spot on news". Da stand gerade die erstmalige Ausstrahlung von "Die Polizistin und die Sprache des Todes" bevor. In der Krimi-Reihe spielt sie die Sonderermittlerin Gloria Acheampong. Sie ist "die Polizistin".
Klar, sie habe auch schon im "Tatort" mitgespielt. "Da aber meistens auch Klischees bedient oder kleinere Rollen gehabt." Über diese habe sie sich auch sehr gefreut, versichert Buabeng. "Trotzdem ist es natürlich schöner, nicht immer die Opferrollen zu spielen."
Die Profilerin mit Hochschulabschluss in Stanford (USA) wird vom BKA an die dänische Grenze geschickt. Dort stößt sie mit ihrem ortsansässigen Kollegen Pieper Olsen (Artjom Gilz) im Fall einer ermordeten Frau auf Tatmuster des inhaftierten Serienmörders Rudi Butscher (Nicholas Ofczarek). Die Polizistin sucht das Gespräch mit ihm - ein packendes Katz-und-Maus-Spiel beginnt.
Thelma Buabeng: Ihre Mutter stand der Schauspielerei skeptisch gegenüber
Thelma Buabeng kam 1981 in Tema zur Welt, nordöstlich der ghanaischen Hauptstadt Accra. 1984 zog sie mit ihren Eltern und ihren zwei Geschwistern nach Meckenheim südlich von Bonn. Schon als Kind habe sie sich gern präsentiert, verriet sie in "spot on news". Als Teenager in einer Theatergruppe war für sie dann klar: Sie wollte Schauspielerin werden.
Trotzdem studierte Buabeng zunächst Medienmarketing an der Westdeutschen Akademie für Kommunikation in Köln. Auch ihrer Mutter zuliebe, wie sie gestand. "Der Schauspielerei gegenüber war sie sehr skeptisch. Immer wieder hat sie gesagt: Wenn sie den Fernseher anmacht, sieht sie niemanden, der so aussieht wie ich. Aber wahrscheinlich war genau das auch ein großer Ansporn für mich", erinnerte sich Buabeng.
Nachdem sie für zwei Jahre die Schauspielschule im Kölner Theater der Keller besucht hatte, zog es sie 2005 nach Berlin, wo sie 2009 ihre Schauspielausbildung an der Filmschauspielschule Berlin absolvierte. Da hatte Thelma Buabeng bereits ihre ersten TV-Rollen ergattert. Beginnend im Jahr 2003 in der "Lindenstraße". Vier Folgen lang war sie dort als HIV-infizierte Bariya Birabi zu sehen. An ihrer Seite damals die Schauspielerin Liz Baffoe - sie spielte die Nigerianerin Mary. "Mit der Familie Baffoe bin ich groß geworden", so Buabeng. "Entsprechend war Liz ein Vorbild für mich."
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Viele Rollen, Comedy - und das ewige Thema Rassismus
Im Kindergarten war sie einst das einzige Mädchen mit Migrationshintergrund, in der Schule auch. Wirklich gestört habe sie Rassismus aber erst in der Schauspielausbildung in Köln. Das erzählte Buabeng 2018 in einem "Spiegel"-Interview. Dozenten hätten sie gefragt, was sie auf der Bühne wolle, da gäbe es doch keine Rollen für Schwarze Schauspielerinnen. Eine Autorin habe später sogar gesagt, sie könne ihr keine deutsche Rolle schreiben, denn man müsse den Zuschauer:innen ja erklären, wie sie es aus dem "Busch Afrikas" nach Deutschland geschafft habe.
Doch Thelma Buabeng ließ sich nicht beirren und ging ihren Weg, auch wenn sie im "Spiegel" ernüchtert feststellte: "Das Leben, das ich führe, das wird im deutschen Fernsehen nicht dargestellt." 2024 sagte sie in "spot on news", dass es diesbezüglich "in Babyschritten" aufwärts gehe.
2016 begann sie, das Thema Rassismus und die damit verbundenen Klischees komödiantisch aufs Korn zu nehmen: in ihrer eigenen Youtube-Serie "Tell Me Nothing From The Horse". Darin schlüpfte sie in fünf verschiedene Rollen und unterhielt sich mit anderen Stars wie Jürgen Vogel oder Joy Denalane. "Als Schwarze Schauspielerin in Deutschland musste ich mir schon viel Mist anhören", sagte Buabeng im "Spiegel". "Mit diesen Figuren versuche ich, damit umzugehen. Sie bilden den Querschnitt der Gesellschaft - überspitzt dargestellt."
Als Schauspielerin blieb und bleibt Buabeng indes erfolgreich. Ob 2013 mit der Serie "Das Adlon. Eine Familiensaga", von 2020 bis 2024 als Schulleiterin Dr. Kira Madaki in "Käthe und ich" - oder eben als "Die Polizistin".
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Seit 20 Jahren in Berlin - und immer noch "ne rheinsches Mädsche"
Thelma Buabeng lebt schon lange in der deutschen Hauptstadt. Ihre Wurzeln sieht sie aber im Reinland, betonte sie 2024 in "spot on news". Vom Herzen her sei sie "immer noch ne rheinsches Mädsche", das sich "das Kölsche, die Fröhlichkeit der Menschen, den Charme" bewahrt habe.
Kulinarisch kommt sie allerdings nach ihrer Mutter, deren scharfe Spinatsoße sie sehr liebe, verriet sie 2023 in der "Zeit". Über das Privatleben von Thelma Buabeng ist darüber hinaus kaum etwas bekannt. In "Haus.de" erklärte sie immerhin, dass sie ungern bügle, "nur, wenn es gar nicht anders geht, denn ich habe kein Bügelbrett und muss improvisieren." Da müsse manchmal auch der Fußboden herhalten. Ob sie ihre Berliner Altbauwohnung alleine oder mit Familie bewohnt, darüber schweigt die Darstellerin in der Öffentlichkeit.
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