Schauspielerei hätte ihn fast das Abi gekostet
"Stubbe"-Star Julius Nitschkoff: Kriegt er die Rolle des Schlägers nicht mehr los?
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von teleschau -Julius Nitschkoff (l.) als Dennis im Kinofilm "Toubab": Als Dennis' Kumpel Babtou (Farba Dieng) die Abschiebung droht, heiraten die beiden kurzerhand.
Bild: Max Preiss/Schiwago Film/ZDF/ARTE
Muskulöser Körper, kantige Gesichtszüge, Kampfsportler: Schauspieler Julius Nitschkoff passt nahezu perfekt in das Klischee des "Schlägertypen". Und wird auch oft dafür gecastet. Dabei hat er auch ganz andere Seiten. So tickt der Berliner.
Die Fahrradkurierin Sonja Probst (Ella Morgen) wird erwürgt aufgefunden. Am Tag zuvor hatte die freie Journalistin Christiane Stubbe (Stephanie Stumph) noch mit ihr gesprochen. Wer hatte es auf die Mitarbeiterin von "Saxonia Food" abgesehen? Infrage kommt der "alte Veganer" (Francis Fulton-Smith), ein cholerischer Gastwirt. Mit ihm hatte Sonja kurz vor ihrem Tod Streit. Ihr Freund Florian Herling (Julius Nitschkoff) wirkt schockiert.
Oder steckt ihr Arbeitgeber dahinter? "Saxonia Food" ist berüchtigt für seinen ausbeuterischen Umgang mit Mitarbeiter:innen. Während sich Christiane Stubbe verdeckt in den Lieferservice einschleusen lässt, ermitteln ihre Lebensgefährtin Marlene (Heike Trinker) und der neue Kommissar Marc Leitner (Jens Atzorn) offiziell. Ob sie Erfolg haben, zeigt sich am 23. Juni um 20:15 Uhr im ZDF-Livestream auf Joyn. Dann läuft der Krimi "Stubbe - Ausgeliefert".
Sieh die neue Folge von "Stubbe" mit Julius Nitschkoff heute im ZDF-Livestream auf Joyn

Ausgeliefert
Julius Nitschkoff: "Den Schläger hab' ich oft genug gespielt"
Den undurchsichtigen Freund des Mordopfers spielt ein Mann, der mit 31 Jahren schon in so ziemlich allen Krimiformaten im deutschen Fernsehen mitgewirkt hat: Julius Nitschkoff. Besonders häufig kommt er dabei als Antagonist zum Zuge. Was an seinem Äußeren liegen mag: kantige Gesichtszüge, hellblaue Augen, drahtig, durchtrainiert. Der am 14. April 1995 in Berlin geborene Darsteller betreibt zudem seit 13 Jahren Extremsport. Neben Parcours, Hiphop und Breakdance sind es vor allem verschiedene Kampfsportarten, die es ihm angetan haben.
"Den Schläger hab' ich oft genug gespielt", verriet Nitschkoff schon 2023 in einem Interview mit der "Berliner Morgenpost". Und schreibt sich ein gewisses Alleinstellungsmerkmal zu. "Grundsätzlich muss man auch sagen, dass es nicht so viele harte Charaktere in der hiesigen Branche gibt, die auch eine gewisse Körperlichkeit mitbringen."
Schauspieler wurde Julius Nitschkoff eher zufällig
Der Sohn des Zauberkünstlers Axel Hecklau interessierte sich bereits als Jugendlicher für die Schauspielerei. Dennoch habe sich sein Karriereweg eher zufällig und "Stück für Stück" ergeben, wie er in der "Berliner Morgenpost" erklärte. Auf dem Gymnasium hatte eine gute Freundin eine AG für Jugenddarsteller:innen. Da machte er spontan mit.
Bald bekam er regelmäßigen Schauspielunterricht, und mit 13 stand er erstmals vor der Kamera. 2009 war Nitschkoff das erste Mal im Fernsehen zu sehen: in der TV-Komödie "Der Typ, 13 Kinder & ich". Es folgten Rollen, die sein Image als gewaltbereiter, zerrissener Typ zementierten. Etwa im ARD-Fernsehfilm "Komasaufen" (2013) als Anführer einer Jugend-Clique, der immer genügend Geld für Alkohol hat. Oder im ZDF-Fernsehfilm "Kein Entkommen" (2014) als junger Straftäter, der eine Frau brutal überfällt und beraubt.
Kurz vor seinem Abitur liefen die Dreharbeiten für seine erste Hauptrolle in einem Kinofilm: "Als wir träumten". Die Rolle: Rico, "wieder so ein Schläger", wie Julius in der "Morgenpost" erzählte. Nebeneffekt: Weil er so oft wegen Dreharbeiten fehlte, hätte er um ein Haar sein Abitur nicht geschafft. Zum Glück klappte es - und sein Weg war nun vorgezeichnet.
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Neues Terrain mit den Filmen "Toubab" und "Bulldog"
Während er weiter regelmäßig als Straftäter gecastet wurde, zeigte Julius Nitschkoff Anfang der 2020er-Jahre in zwei Filmen ganz andere Facetten seines Könnens.
In "Toubab" (2020) geht er als Dennis eine Schein-Ehe mit seinem Kumpel Babtou ein, dem die Abschiebung in den Senegal droht. Stück für Stück finden die beiden taffen Typen Gefallen an der queeren Szene. Eine Einstellung, die Julius Nitschkoff auch privat teilt. "Ich bin ein absoluter Freund und Mitstreiter der queeren Community", betonte er 2023 in einem Interview mit "Film-rezensionen.de". Diversität habe unsere Welt viel reicher gemacht, findet er. Auch wenn das nicht seine Sexualität sei: "Da geht es um das Recht, man selbst zu sein. Und das ist etwas, das uns alle angeht. Es gibt nichts Schlimmeres, als nicht man selbst sein zu dürfen." Zusammen mit seinem Co-Star Farba Dieng wurde Nitschkoff mit dem Deutschen Schauspielpreis ausgezeichnet.
In "Bulldog" (2021) spielt Julius Nitschkoff den 21-jährigen Bruno, der mit seiner 15 Jahre älteren Mutter in Spanien lebt - und nicht selten den eigentlichen Erwachsenen verkörpern muss.
Und im ZDF-Siebenteiler "Gestern waren wir noch Kinder" (2023) ist er als Polizist Tim Münzinger zu sehen. Doch auch hier gilt: Nicht alles ist so, wie es scheint.
Julius Nitschkoff: Privates bleibt privat
Ob der nach wie vor in Berlin lebende Darsteller eine Partnerin hat, ist nicht bekannt. Privates teilt er auch nicht mit seinen gut 20.000 Follower:innen (Stand 23. Juni 2026, 12:40 Uhr) auf Instagram.
Bekannt ist hingegen, dass Nitschkoff weiter als Schauspieler fleißig ist. Zuletzt stand er für zwei Folgen der ARD-Serie "Der Masuren-Krimi" vor der Kamera. Er spielt dort den Hotelpianisten Piotr. Auch in der derzeit produzierten ZDF-Komödie "Die Kobra von Bingen" hat er eine Rolle. Die jeweiligen Ausstrahlungstermine stehen noch nicht fest.
"Stubbe - Ausgeliefert" läuft am Dienstag, dem 23. Juni um 20:15 Uhr im ZDF. Zur selben Zeit ist der Krimi von 2022 im kostenlosen Livestream auf Joyn verfügbar.
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