"Rough times"

"War der kleine Pummelige": In der Schule war "Bergdoktor"-Star Hans Sigl ein Außenseiter

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von Julia W.

So beliebt wie heute war Schauspieler Hans Sigl nicht immer: In einem Podcast berichtet er von Mobbing-Erfahrungen.

Bild: Imago Images / Stephan Wallocha


"Bergdoktor" Hans Sigl ist heute einer der beliebtesten TV-Ärzte im deutschsprachigen Fernsehen – doch das war nicht immer so: Als Kind sei er ein Außenseiter gewesen. Im Podcast "Zahltag" mit Moderator Daniel Boschmann berichtet er von Demütigungen - und dem Wendepunkt.

Als Dr. Martin Gruber in der ZDF-Serie "Der Bergdoktor" gehört Hans Sigl seit Jahren zu den bekanntesten Gesichtern im Fernsehen. Der Erfolg brachte ihm zahlreiche Auszeichnungen ein, darunter mehrfach die österreichische Romy als beliebtester Schauspieler. Doch so viel Zuneigung und Anerkennung erfuhr der 56-Jährige nicht immer.

"Ich war der kleine Pummelige"

In seiner Kindheit und Jugend habe Sigl eine ganz andere Rolle gespielt: die des Außenseiters. "Ich war der kleine Pummelige mit den abstehenden Ohren", erinnert er sich im Podcast "Zahltag" mit "SAT.1-Frühstücksfernsehen"-Moderator Daniel Boschmann. Lange Zeit sei er ein "Mobbingopfer" gewesen: "Da gab es diverse Spitznamen, Körperlichkeiten und so weiter."

Die Hänseleien gingen teils ins Absurde. Mitschüler hätten ihn etwa nach Alfred E. Neumann benannt, dem Maskottchen des Satiremagazins "MAD". Sigl kommentiert trocken: "Also es war sehr kreativ." Rückblickend bilanziert der "Bergdoktor"-Star: "Das war für mich nicht so eine wirklich gute Zeit eigentlich."

1980er-Jahre waren "rough times"

Unterstützung habe er damals kaum erfahren. Stattdessen sei ihm oft mit Durchhalteparolen begegnet worden. "Was dich nicht umbringt, macht dich nur härter", habe es geheißen. Also habe er eigene Wege gesucht, mit der Situation umzugehen. "Ich habe mir dann Strategien überlegt: Wen möchte ich jetzt am Schulhof nicht treffen und von wem wurde ich das letzte Mal wieder über die Bank geschmissen?"

Die 1980er-Jahre seien "rough times" gewesen. Erst mit der Pubertät habe sich die Lage für ihn langsam entspannt. Sigl sei "relativ schnell gewachsen" und schließlich größer gewesen als viele Mitschüler:innen, erzählt der heute 1,90 Meter große Schauspieler im Podcast.

"Kompetenz war dann mein Schlüssel"

Einen weiteren Wendepunkt markierte sein Engagement in der Schule. Als er ein schulpolitisches Amt übernahm und seine rhetorischen Fähigkeiten sichtbar wurden, änderte sich das Bild, das andere von ihm hatten. Weil er gut "quatschen" konnte, wählten ihn die Mitschüler:innen zum Klassensprecher und später sogar zum stellvertretenden Schulsprecher. Sein Fazit: "Kompetenz war dann mein Schlüssel."

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