Heikle Dreharbeiten

"Einfach Elli": Sind die Rettungswagen in der Serie nicht echt?

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von teleschau

Klara Deutschmann spielt in "Einfach Elli" eine Rettungssanitäterin. Dabei kann sie eigentlich kein Blut sehen.

Bild: ZDF/Susanne Bernhard


Vorerst in zwei Folgen wird Klara Deutschmann als Rettungssanitäterin in "Einfach Elli" Unfallopfern helfen. Die Serie spielt in Steinau im Karwendelgebirge. Dabei gibt es den Ort eigentlich gar nicht ...


Für Klara Deutschmann waren die Dreharbeiten zur vorerst zweiteiligen Miniserie "Einfach Elli" herausfordernd. Erstens spielt sie eine Rettungssanitäterin, hat aber im echten Leben ein Problem: "Ich kann sehr schlecht Blut sehen. Selbst das Kunstblut lässt mich immer kurz erschaudern", gestand sie im Interview mit dem ZDF. Außerdem: Deutschmann ist gebürtige Hamburgerin, höchstens also "Flachlandtirolerin", oder?

Ganz so schlimm ist es nicht. "Um mich wirklich wohlzufühlen, brauche ich die Weite im Blick", erklärte die 36-Jährige zwar im ZDF-Gespräch, aber: "Das bedeutet nicht, dass ich nur das platte Land mag, aber wenn der Berg direkt vor meiner Nase in die Wolken ragt und nur ein kleiner Streifen Himmel übrigbleibt, engt es mich etwas ein. Sobald sich die Berge aber in einiger Entfernung vor mir auftun, beeindruckt mich ihre Präsenz, und sie strahlen auf mich eine große Ruhe aus."

Steinau im Karwendelgebirge gibt's nicht

"Einfach Elli" spielt in Steinau im Karwendelgebirge. Der Ort ist fiktiv, so wie "Frühling" aus der gleichnamigen Sonntagsserie des ZDF. Das Karwendelgebirge gibt es dagegen sehr wohl - Berge waren bei den Dreharbeiten also permanent präsent. Aber auch reichlich Sonne: Die Dreharbeiten fanden im Sommer 2025 statt.

Das Karwendelgebirge spielt allenfalls als Panorama eine Hauptrolle. Im Gebirge, das sich Österreich und Deutschland im Flächenverhältnis von 80:20 teilen, wurde lediglich viel im deutschen Mittenwald gedreht. Ein echter Hauptakteur war dagegen das Bezirkskrankenhaus im österreichischen St. Johann in Tirol. Zwischen dem 12. und dem 30. August entstanden hier Szenen in echter Krankenhauskulisse. Das war den Produzent:innen sehr wichtig, aber auch anspruchsvoll. Schauspieler Marcus Mittermeier berichtete, dass die Dreharbeiten in realen Klinikräumen "sehr heikel" gewesen seien, "weil wir wirklich so drehen mussten, dass wir den Betrieb nicht stören".

Viel wurde auch direkt nebenan im Medicubus, dem Ausbildungszentrum für Pflegeberufe im Bezirk Kitzbühel, gedreht. Da waren die Betreiber über den Zeitpunkt der Dreharbeiten glücklich: "Der Medicubus steht im August leer, da unsere Pflegeschüler:innen in Praktika oder Ferien sind - so können Dreharbeiten stattfinden, ohne dass Abläufe gestört werden", meldeten sie vorab auf ihrer Facebook-Seite.

Die "Elli"-Drehbuchautorin kennt sich in den Bergen aus

Weitere Drehorte waren in Deutschland Garmisch-Partenkirchen, Grainau, Murnau und Füssen. Alle sind durch malerische Landschaft gesegnet - aber alle gehören nicht zum Karwendelgebirge.

Die Szenen im Notarztwagen sind dramatisch, aber es ist kein echter Rettungswagen. Auch in Vorbereitung auf die Rolle konnte Klara Deutschmann nicht im echten Rettungswagen mitfahren. "Das war leider nicht möglich, die Auflagen dafür sind hoch. Aber wir hatten einen tollen Notfallsanitäter, der uns vor dem Dreh intensiv vorbereitet hat. An speziellen Übungspuppen trainierten wir zum Beispiel Erstmaßnahmen wie Herzdruckmassage und Zugänge legen", berichtete sie im Interview mit der Medienagentur teleschau.

"Einfach Elli" löst im TV-Programm "Der Bergdoktor" ab. Die Thematik "Notfälle in idyllischer Berglandschaft" verbindet beide Serien – ebenso wie den Bergserienklassiker "Die Bergretter". Da verwundert es nicht, dass die "Elli"-Drehbücher von Christine Rousseau stammen. Die 45-Jährige ist seit 2022 Headautorin bei den "Bergrettern" und schrieb auch für den "Bergdoktor" etliche Drehbücher. Sie mag - wie Klara Deutschmann - aber auch flaches Land: Rousseau schrieb auch viele Drehbücher für Episoden von "Morden im Norden".


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