Er schwimmt im Geld
Dagobert Duck in echt? Diese kuriose Geschichte spielt in Salzgitter
Aktualisiert:
von Nina LindemannGalileo
Wie tickt der deutsche Dagobert Duck?
Videoclip • 08:01 Min • Ab 12
In Geld zu baden wie die Comic-Ente Dagobert Duck ist für die meisten nur eine Fantasie - nicht jedoch für Ulf Mietens aus Salzgitter. In seinen Lagerhallen stapeln sich Millionen von Münzen und Geldscheinen. Doch macht ihn das wirklich reich? Und was steckt hinter seinem außergewöhnlichen Geschäftsmodell?
Wenn man an den beschaulichen Ort Salzgitter denkt, rechnet kaum jemand mit riesigen Lagerhallen voller Geld, einer rund acht Meter hohen Pyramide auf echten Geldscheinen oder einer Badewanne, randvoll gefüllt mit Münzen. Doch genau das gibt es bei Ulf Mietens.
Welche Schätze hier wohl versteckt sind?
So unscheinbar ist das viele Geld verstaut.
Bild: ProSieben
Von außen wirkt seine Lagerhalle unscheinbar, fast wie ein gewöhnliches Gewerbegebäude. Doch schon beim Öffnen der Türe wird klar, wieso er als der "deutsche Dagobert Duck" bezeichnet wird: Gleich im Eingangsbereich steht eine Badewanne voller Münzen. Und das ist erst der Anfang.
Ist das das teuerste Bad der Welt?
Bild: ProSieben
In insgesamt vier Lagerhallen mit rund 1.200 Quadratmetern Fläche lagern über 250 Millionen Münzen und Banknoten aus aller Welt. Darunter Aluminiummünzen aus Island oder riesige Münzen aus Papua-Neuguinea. Doch wie kommt all dieses Geld nach Salzgitter?
Über die Jahre konnte Ulf Mietens eine einzigartige Vielfalt an Scheinen und Münzen sammeln.
Bild: ProSieben
Der Transport wirkt auf den ersten Blick fast wie eine Szene aus einem Krimi: Die Ware wird als begleitetes Gepäck in unauffälligen Koffern angeliefert. "Lieferanten von uns bringen die Ware als Übergepäck, was horrend teuer ist, dann kommen sie hier mit den Koffern an", erklärt der 59-Jährige.
So kommt das Geld im Lager an.
Bild: ProSieben
Ich habe eine Faszination für echtes Geld
Schon als Kind begann Ulf Mietens, Münzen zu sammeln, er investierte sein gesamtes Taschengeld in sein Hobby. Diese Leidenschaft hat ihn nie losgelassen, im Gegenteil: irgendwann war sogar eine ganze Garage mit Banknoten gefüllt. "Früher hat mich mein ganzes Umfeld für verrückt erklärt", erinnert er sich.
Heute besitzt er Bargeld in Mengen, die niemand in Deutschland für möglich hält. Reich im klassischen Sinne ist er dadurch aber nicht. Denn ein Großteil des Geldes ist nicht mehr gültig oder hat seinen Kurswert verloren. So bestehen auch die 18,9 Millionen Geldscheine seiner berühmten Pyramide aus alten venezolanischen Banknoten, die nach mehrfacher Währungsabwertung keinen Wert mehr haben.
Diese acht Meter hohe Pyramide besteht nur aus Geldscheinen.
Bild: ProSieben
Was für andere wertlos erscheint, ist für Ulf Mietens jedoch ein Geschäftsmodell: Er kauft ungültiges oder außer Kurs gesetztes Geld günstig ein und macht daraus begehrte Sammlerprodukte. Neben historischen Banknoten entstehen in seinen Hallen auch Sonderausgaben, etwa eigens designte Dollar mit Motiven aus Entenhausen, produziert von seinem 40-köpfigen Team.
Kein Wunder also, dass der Vergleich mit Dagobert Duck immer wieder fällt. Doch sieht er sich selbst so? "Von der Menge des Geldes stimmt das vielleicht überein, aber die Charaktereigenschaften würde ich mir nicht zu eigen machen wollen", sagt der leidenschaftliche Sammler.
Anders als die Comic-Ente schwimmt Ulf Mietens nicht einfach gemütlich im Geld, er arbeitet täglich daran, aus seiner Leidenschaft ein funktionierendes Geschäft zu machen. Wie genau er aus scheinbar wertlosen Münzen und Scheinen wieder Geld als Zahlungsmittel entstehen lässt, zeigt der "Galileo"-Clip.
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