Extremes Selbstexperiment
"Galileo" am stillsten Ort der Welt: Wird Claire hier wirklich verrückt?
Veröffentlicht:
von Carina N.Galileo
Der stillste Ort der Welt: Was passiert mit uns, wenn alles verstummt?
Videoclip • 10:22 Min • Ab 12
Ein schalltoter Raum und absolute Stille. Es heißt, man hält es dort keine Stunde aus, ohne verrückt zu werden. Reporterin Claire wagt den Selbstversuch. Wie lange erträgt sie die Isolation - und was macht sie mit ihr?
"Galileo" wagt die stille Challenge
Im Netz kursieren Videos von einem dunklen Raum. Der Hintergrund ist völlig schwarz. Alles ist still, abgesehen von angsterfüllten Stimmen. Sie flüstern Sätze wie "Ich kann nicht mehr" oder "Ich muss hier raus". Die Menschen in den Videos sind ihren Aussagen nach nur knapp dem Wahnsinn entgangen. "Galileo"-Reporterin Claire möchte wissen: Was ist das für ein Raum? Und warum bringt er Menschen an ihre Grenzen?
Hierfür reist Claire zur Technischen Universität von Dresden. Dort befindet sich der stillste Ort der Welt. Mit 20 Metern Länge, neun Metern Breite und fünf Metern Höhe ist der schalltote Raum der größte seiner Art in Europa. 18.000 Glaswolle-Keile halten 99 Prozent des Schalls fern. Der lautlose Raum dient der Forschung. Manchmal mieten ihn auch Unternehmen an, um Geräte oder Instrumente zu testen. Claire wagt hier heute den Selbstversuch. Sie möchte wissen: Stimmt es, was in den Videos behauptet wird? Wird man hier wirklich verrückt?
Es gibt ein Notfall-Medikament, falls du eine Panik-Attacke bekommst.
Totale Isolation: "Galileo"-Reporterin Claire muss nun ganz stark sein
Claires Experiment wird von einem Doktoranden der Universität und einer Ärztin begleitet. Doch akute Anti-Panik-Medikamente klingen nur wenig beruhigend - und in den Raum muss Claire nun ganz alleine. Es ist stockfinster, nur wir können Claire dank Infrarot-Licht beobachten. Und natürlich herrscht absolute Stille. Wie die Ärztin erklärt, verlieren wir ohne jegliche Reize unser Gefühl für Zeit und Orientierung. Neben Verwirrtheits- und Angstzuständen können sogar Halluzinationen auftreten. Das Licht geht aus. Alles ist ruhig. Und wie geht es Claire?
O.k., das ist jetzt ein bisschen gruselig. Da ist etwas von links nach rechts gehuscht.
Tatsächlich ist Claire aber die einzige im Raum - "gehuscht" ist dort definitiv nichts und niemand. Offenbar gehen die Stille und Finsternis auch an Claire nicht spurlos vorüber. Ihr Herzschlag, ihr Atem, selbst ihr Magen - alles erscheint ihr plötzlich unendlich laut. Ein normaler Nebeneffekt des Experiments, so die Ärztin. Denn wenn alles verstummt, nimmt unser Gehirn Reize auf einmal viel intensiver wahr. Unser Dreh-Team kann nicht mit Claire sprechen. Dafür spricht sie nun immer mehr mit sich selbst. Und eine Frage stellt sie sich dabei besonders oft:
Wie lange bin ich jetzt schon hier drin?
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