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Emotionale Worte

"In aller Freundschaft"-Star Thomas Rühmann rührt mit seinem Songtext zu Tränen

Veröffentlicht:

von Lars-Ole Grap

Abseits von "In aller Freundschaft" widmet sich Thomas Rühmann seit Jahren der Musik und anspruchsvollen Kulturprojekten.

Bild: picture alliance / ZB | Thomas Schulze


Mit einem besonderen Moment klingt die aktuelle Folge von "Am Rand" aus: Schauspieler Thomas Rühmann stellt erstmals Auszüge aus einem neuen Songprojekt vor, an dem er derzeit mit seiner Band arbeitet.


"In aller Freundschaft"-Star Thomas Rühmann präsentiert neues Liedprojekt im Podcast

Seit 1998 verkörpert Thomas Rühmann die Figur des Dr. Roland Heilmann in der beliebten ARD-Serie "In aller Freundschaft". Doch Rühmann ist nicht "nur" der sympathische TV-Arzt. Das beweist er etwa durch anspruchsvolle Musikprojekte und mit seinem visionären "Theater am Rand" im brandenburgischen Zollbrücke. Dort entscheidet das Publikum nach der Vorstellung selbst, was ihm der Abend wert war. Mit seinem neuen Liedprojekt "Mein Vater glaubte" verbindet Rühmann jetzt Musik direkt mit einer zeitgeschichtlichem Auseinandersetzung.

Der Vortrag fügte sich auch direkt in den Inhalt der Podcast-Folge ein. Zu Gast war der Kunstverleger und Publizist Lutz Fiebig, der mit einem Gasballon aus der DDR fliehen wollte und heute auch als Zeitzeuge an Schulen von seinen Erfahrungen berichtet. Nach dem Gespräch über den Fluchtversuch und die damalige Zeit wirkt Rühmanns Vortrag über die Lebensbilanz und die Irrtümer eines Vaters wie eine thematische Fortsetzung.


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Thomas Rühmann rührt mit "Mein Vater glaubte" zu Tränen

Unter dem Titel "Mein Vater glaubte" entfaltet Thomas Rühmann einen Text, dessen hypnotischer Rhythmus das Studio augenblicklich in seinen Bann zieht. Jede Strophe beginnt mit derselben Phrase: "Mein Vater glaubte". Was wie eine zeithistorische Aufzählung früher DDR-Ideale beginnt - der Glaube an Josef Stalin, die heroisierte Arbeit und die Eisenbahn als unaufhaltsamer Fahrplan in die Zukunft -, wandelt sich im Verlauf in eine zutiefst menschliche, universelle Lebensbilanz.

Es ist die Chronik eines Mannes, dessen politische und gesellschaftliche Hoffnungen sich im Nachhinein als Irrtümer erwiesen. Dennoch hält er bis zum Schluss an seiner inneren Haltung, an der Liebe und dem Frieden fest. Am Ende steht die berührende Erkenntnis, dass man den "neuen Menschen" nicht herbeierzwingen kann, sondern vor allem bei sich selbst anfangen muss.

Die Wirkung des Textes ist unmittelbar im Studio spürbar. "Hier ist mal wieder eine Wortbombe geplatzt", stellt seine Co-Moderatorin Julia Buch bewegt fest. "Ich sehe hier schon ein bisschen glasige Augen", bemerkt sie gerührt. "Es berührt einfach zutiefst."

"In aller Freundschaft"-Star Thomas Rühmann arbeitet mit Pankow-Legende an neuem Album

Der "In aller Freundschaft"-Star arbeitet für das neue Album seiner Band mit dem Frankfurter Lyriker Henry-Martin Klemt zusammen. Die Musik zu dem vorgestellten Lied stammt von Jürgen Ehle, dem langjährigen Gitarristen und Komponisten der Rockband Pankow.

Dass Rühmann mit seinem Text Menschen so berühren kann, passt zu seiner eigenen Geschichte. Sein Vater Heinrich Rühmann war Historiker und Schulleiter, der sich zeitlebens mit der Vergangenheit seiner Heimatregion, der Altmark, beschäftigte. In einer Familie, in der Musik und die Auseinandersetzung mit Geschichte zum Alltag gehörten, dürften Zeilen über die Irrtümer und die heimlichen Träume der Generationen einen ganz eigenen privaten Widerhall finden.

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