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"Hölle und Himmel"

"Doping hat mich zehn Jahre gekostet": Jan Ullrich öffnet sich bei "Inas Nacht" über seine Eskapaden

Veröffentlicht:

von teleschau

:newstime

"Nicht weit weg vom Tod": Jan Ullrich spricht über Absturz, Drogen und Doping

Videoclip • 01:06 Min • Ab 12


Ein alkoholfreier Abend bei "Inas Nacht"? Jan Ullrich machte es möglich, denn der Ex-Radprofi hat, so Gastgeberin Ina Müller, "schon länger keinen Bock mehr auf Alkohol." Aus leidvoller Erfahrung, wie er erzählte. Und natürlich ging es auch um Doping.


Ina Müller (61) war richtig aufgeregt, als sie ihren Gast bei "Inas Nacht" vorstellte: "Der einzige Mensch aus Deutschland, der die Tour de France gewonnen hat. das war so toll. Er wurde sehr gefeiert, aber ich kann euch sagen, es gab auch viel Ärger." Und dann kam er rein, der Jan "Ulle" Ullrich (52), stilecht zu den Klängen von "Bicycle Race". Musik von Queen zum Einmarsch des einstigen Königs auf zwei Rädern.

"Ulle" sah gut aus, war offen, ehrlich, natürlich und lachte viel und herzlich. "Ist das schlimm für dich, wenn du heute keinen Alkohol trinkst?", fragte er besorgt seine Gastgeberin, aber die konterte charmant: "Nee, du weißt ja nicht, was heute schon los war."

Und dann ging's ans Eingemachte. Und das bedeutet bei Jan Ullrich nicht nur die Höhenflug-Karriere des Radtalents, sondern eben auch den Doping-Skandal und den folgenden Totalabsturz im Privaten. Ullrich sagte klar: "Ich schäme mich für vieles." Aber Doping gehöre noch immer nicht dazu.

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Jan Ullrich ehrlich: "Doping hat mich gekillt"

Ullrich machte keinen Hehl draus: "Es war 'ne Sch**ßzeit. Es hat mich gekillt. Doping hat mich zehn Jahre gekostet." Aber das Problem sei ein anderes: "Zu meiner Zeit war Doping im ganzen Sport verbreitet. Und nicht nur im Radsport prominent." Er (und seine Kameraden) hätten sich damals nur "angepasst an das, was andere eh schon gemacht haben und uns dann eingeredet, das ist ja kein Doping, wenn's alle machen." Denn: "Dann ist's ja wieder ausgeglichen" und es komme doch wieder auf Talent und Können an. "Ohne Fleiß, Training, Disziplin und Talent fährst du auch mit Doping nirgendwohin", so Ullrich.

Doping sei noch immer "ein schwieriges Thema für mich", aber immerhin sei durch das "was wir damals verzapft haben, jetzt ein sauberer Sport entstanden." Ina Müller schien nicht überzeugt. "Mal gucken, was der nächste neue Sh*t ist", meinte sie. Und auch bei dem Ex-Radprofi sind wohl Zweifel: "Meine Hand leg ich auch nicht ins Feuer - aber ich will glauben, dass alles sauber ist."

Heute dürfe man vieles nicht mehr machen - und habe legale Mittel gefunden. Laut Ullrich haben "drei Wochen Höhentrainingslager ungefähr denselben Effekt, wie es damals mit Epo geschafft wurde." Beides kurble die Bildung von roten Blutkörperchen an, wodurch das Blut mehr Sauerstoff transportieren kann. Nur ist das eine legal, das andere nach wie vor illegal - und wegen des Thrombose- und Schlaganfall-Risikos gefährlich.

Jan Ullrich zu seinem Total-Absturz: "Ich schäme mich für vieles"

Ullrich räumte ein, dass er sich ärgert, dass er zu lange log, was Doping anging. "Ich habe den Zeitpunkt verpasst", räumte er ein. "Ich hätte damals den ganzen Radsport auffliegen lassen können", sagte er. Aber dazu habe er seinen Sport zu sehr geliebt. Er habe niemanden reinreiten wollen. Er sei keiner, der Kameraden, Mitarbeiter, Sponsoren "anscheißt".

Nach der Karriere folgte eine Zeit privater Krisen. Unfälle, Drogen, Alkohol, Gerichtsverhandlungen, Trennungen, Eskapaden. "Es war eine superharte Zeit", so der 52-Jährige, "viel schwieriger als die Tour de France." Er gab einen Einblick: "Wenn du neun Zigaretten auf einmal rauchst, zwei Flaschen Johnny Walker trinkst und noch andere Sachen nimmst, dann fällt jeder tot um. Ich bin irgendwie nicht umgefallen."

Er sei nicht stolz darauf. Aber jetzt, "wo ich wieder ein gutes, glückliches Leben habe", könne er akzeptieren, dass auch diese düsteren Zeiten zu seinem Leben gehörten. Ullrich ehrlich: "Hölle und Himmel - ich hab alles irgendwie schon gemacht."


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