Das Gesicht kennt man
"Polizeiruf 110"-Star Felix Vörtler: Kann er mehr als nur den kantigen Chef?
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von teleschauFelix Vörtler spielt im Magdeburger "Polizeiruf" Kriminalrat Uwe Lemp (hier in "Polizeiruf 110: Sie sind unter uns").
Bild: MDR/filmpool fiction/Stefan Erha
Schauspieler Felix Vörtler verkörpert sperrige Vorgesetzte und reifere deutsche Männer, die mit ihren Gefühlen hadern. Man sieht den Schauspieler oft im TV, weiß aber wenig über ihn. Als Doreen Braschs (Claudia Michelsen) Vorgesetzter im "Polizeiruf 110" aus Magdeburg überzeugt er seit 2013.
Als Kriminalrat Uwe Lemp spielte Felix Vörtler in den ersten Jahren des "Polizeiruf 110" aus Magdeburg eher eine Nebenrolle. Zwei Partner "verschliss" die nicht immer einfache Doreen Brasch aka Claudia Michelsen vor ihm. Von 2013 bis 2015 spielte Sylvester Groth Braschs Ermittlungspartner Jochen Drexler. Ihm folgte Matthias Matschke als Dirk Köhler von 2016 bis 2019. Seitdem rückt Doreen Braschs Chef, Kriminalrat Uwe Lemp, immer mehr zum Ermittlungspartner auf. 3sat wiederholt am 1. Juli einen der besten Fälle des Duos: das ebenso präzise wie bewegende Sozialdrama "Polizeiruf 110: Ronny" über einen zehnjährigen Jungen, der aus einem Kinderheim verschwunden ist.
Am 1. Juli um 20:15 Uhr 3sat-Livestream zu "Polizeiruf 110" einschalten

Ronny
Man kennt ihn auch aus "Friesland"
Dass man Vörtler gern als knorrigen Vorgesetzten sieht, beweist eine dem "Polizeiruf 110" ähnliche Langzeit-Rolle beim ZDF. In der sehr erfolgreichen Krimi-Komödienreihe "Friesland" gibt der Schauspieler ebenfalls den nervigen Polizei-Vorgesetzten. Als Kriminalhauptkommissar Jan Brockhorst ist er dort auch schon seit 2014 dabei. Und weil man in der Komödie eher auf Typen als auf Entwicklung setzt, blieb Felix Vörtler in "Friesland" der eitle, selbstgefällige Chef, der stets den eigenen Vorteil im Verbund mit seinen Ermittlern "mitdenkt". Ganz im Gegensatz zum "Polizeiruf", wo man seinem Uwe Lemp in den letzten Jahren immer mehr psychologische Facetten und Entwicklungen zugesteht.
Doch wer ist der Mann hinter den knorrigen Rollen? Tatsächlich ist Felix Vörtler trotz seiner bulligen und markanten Gestalt einer der wandelbarsten deutschen Schauspieler. Da wäre seine Bühnenkarriere, die ihn an renommierte Häuser führte und ihm sogar mal den begehrten Preis als "bester Schauspieler" beim NRW Theatertreffen einbrachte. Das war 1994,.
Damals hatte der im fränkischen Naila geborene und in München ausgebildete Mime schon viel Bühnenarbeit hinter sich. Unter anderem stand er als Berufsanfänger mit Anfang 20 bereits am Residenztheater München unter Regielegenden wie Ingmar Bergman, Hans Lietzau und Wilfried Minks auf der Bühne.
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Das hat Felix Vörtler vor "Polizeiruf 110" und "Friesland" im TV gemacht
Etwa seit der Jahrtausendwende sieht man Felix Vörtler immer öfter im TV und auf der Kinoleinwand. In Sönke Wortmanns "Das Wunder von Bern" (2003) war er der fußballbegeisterte Pastor. Auch in TV-Krimis bediente und prägte er Typen, lange bevor er im "Polizeiruf" oder in "Friesland" seine feste Rolle ergatterte. So sah man ihn in Episoden der Krimireihe "Tatort", in "Wilsberg" oder in "Mord mit Aussicht". Meist als Mann, der Autorität ausstrahlt, oft ohne diese zu mögen. In der ZDF-Comedyserie "Heldt" war Vörtler von 2013 bis 2018 in 58 Folgen als Carlo zu sehen - eine Figur, die ihn auch komödiantisch forderte und zeigte, dass der Mann mit dem ernsten Gesicht durchaus lachen kann.
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Felix Vörtlers zweite Heimat ist das Ruhrgebiet
Privat verschlug es den Franken schon vor längerer Zeit nach NRW. Felix Vörtler ist mit der klassischen Sängerin Franziska Dannheim verheiratet, mit der er drei Söhne hat. Von 1992 bis 2000 hatte er ein Engagement am Theater Oberhausen. Es folgte bis zum Jahr 2005 ein Arbeitsvertrag am renommierten Schauspielhaus Bochum. Vörtler lebt in Essen und gibt neben Bayerisch und Fränkisch auch den Ruhrpott-Slang als Spiel-Dialekt an. Im Ruhrgebiets-Krimi "Lutter - Essen is' fertig" (2007) spielte er äußerst überzeugend den aus dem Gefängnis entlassenen Kronzeugen Nobbi Wolleck - eine Rolle, die ganz im Milieu seiner Wahlheimat angesiedelt war.
Ähnlich wandelbar wie seine Sprache sind auch die Rollen des Mannes, der nie die Physis eines Helden hatte, sondern eher die eines Systemmenschen, an dem sich Hauptfiguren abarbeiteten. Wahrscheinlich liegt es daran, dass regelmäßige TV-Zuschauer:innen wohl das markante Gesicht des Schauspielers kennen, aber nur wenig den Namen Felix Vörtler dazu parat haben. Ihm selbst wird dies mittlerweile egal sein. Schließlich ist der unbequeme "Bulle" aus der zweiten Reihe bestens im Geschäft.
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