Panik am Set
Eva Mattes über Angst bei "Tatort"-Dreh: So half ihr Sebastian Bezzel
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von Johanna GrauthoffSebastian Bezzel (l.) und Eva Mattes (r.) ermittelten zwischen 2002 und 2016 in insgesamt 31 Folgen als gemeinsames Duo im "Tatort" in Konstanz.
Bild: SWR/SRF/Sonja Bell
Schüsse, Action und Nervenkitzel gehören zum Alltag beim "Tatort". Doch für Schauspielerin Eva Mattes wurde genau das zur Belastungsprobe. Wie sie mit ihrer Angst umging und warum Kollege Sebastian Bezzel zu einem ungewöhnlichen Trick griff.
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Dreharbeiten mit Nervenkitzel und echter Angst
Am Set vom "Tatort" gehören dramatische Szenen zum Alltag: Verfolgungs-Jagden, Konfrontationen - und immer wieder fallen Schüsse. Was für das Publikum für Spannung sorgt, bedeutete für Eva Mattes jedoch über Jahre eine enorme Herausforderung.
Denn während sie als Kommissarin Klara Blum souverän ermittelte, kämpfte die Schauspielerin hinter den Kulissen mit einer ganz realen Angst: lauten Knallgeräuschen.
Klara Blum und Kai Perlmann
Zwischen 2002 und 2016 prägte Mattes den Konstanzer "Tatort" entscheidend. Als Kriminalhauptkommissarin Klara Blum leitete sie die Mordkommission am Bodensee - eine Figur, die vor allem durch Empathie und einen ausgeprägten Instinkt überzeugte.
An ihrer Seite ermittelte Kai Perlmann (Sebastian Bezzel). Während Blum eher intuitiv vorging, brachte Perlmann eine modernere, teils selbstbewusste Note ins Team - ein Kontrast, der die Dynamik der beiden Figuren ausmachte.
Wenn das Drehbuch zur Belastung wird
So routiniert Mattes ihre Rolle auch spielte - bestimmte Szenen wurden für sie zur echten Belastung. Besonders dann, wenn Schüsse im Drehbuch vorgesehen waren.
In der MDR-Talkshow "Riverboat" sprach sie offen darüber, wie stark sie diese Momente unter Druck setzten. Obwohl die Waffen am Set nicht mit echter Munition geladen waren und viele Effekte technisch erzeugt wurden, bliebt die Angst bestehen.
Ich habe gesagt, das geht nicht, ich kann das nicht.
Allein der Gedanke daran reichte aus, um Stress auszulösen. "Und trotzdem hatte ich Panik. Ich hatte schon Panik, wenn ich morgens in der Maske saß, weil ich wusste, heute wird geschossen."
Ein Wort reicht - und alles verändert sich
Besonders schwierig waren die Momente, in denen der Regisseur das Kommando "Schuss" für eine Schießerei-Szene gab. Bereits das Wort selbst konnte bei Mattes eine Schreckreaktion auslösen.
Die Lösung kam schließlich von ihrem Kollegen Sebastian Bezzel und war ebenso simpel wie ungewöhnlich.
Und dann hat Sebastian Bezzel, mein wunderbarer Kollege zu dem Regisseur gesagt: 'Mei, dann sag halt Butterblume!'
Was zunächst absurd klingt, wurde am Set tatsächlich umgesetzt. Von da an fiel bei entsprechenden Szenen nicht mehr das erwartete "Schuss"-Kommando, sondern das sanftere Ersatzwort. "Und daraufhin hat der Regisseur immer Butterblume gesagt, wenn alle schießen sollten."
Mit spürbarem Effekt: Die Situation entspannte sich für Mattes deutlich, und die Dreharbeiten konnten für sie ab dem Zeitpunkt viel stressfreier ablaufen.
Bewusster Abschied von einer Rolle
Nach 14 Jahren und insgesamt 31 Fällen verabschiedete sich Eva Mattes schließlich vom "Tatort". Für sie selbst kam dieser Schritt zum richtigen Zeitpunkt.
Ohne große Sentimentalität zog sie einen klaren Schlussstrich - eine Entscheidung, die zeigt, wie reflektiert sie mit ihrer Karriere umgeht. Die Rolle der Klara Blum hatte sie geprägt, doch sie war bereit, weiterzugehen. In Serien wie "Lena Lorenz" festigte sie ihren Status als feste Größe im deutschen Fernsehen und ist auch in der aktuellen 12. Staffel von "Lena Lorenz" wieder als Eva Lorenz zu sehen.
Seit dem 9. April ist "Lena Lorenz" zurück
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