19 Wochen ohne neue Folgen

Sommerpause: Warum "Tatort" und "Polizeiruf" ungewöhnlich lange pausieren

Veröffentlicht:

von Annalena Graudenz

Es wird ein langer Sommer für Krimi-Fans - zum Glück dürfen wir uns auf alte Fälle freuen.

Bild: WDR/Uwe Stratmann


Fans der beliebten Sonntagskrimis müssen sich in diesem Jahr auf eine besonders ausgedehnte Durststrecke einstellen: Sowohl "Tatort" als auch "Polizeiruf 110" verabschieden sich früher als gewohnt in die Sommerpause - und kehren deutlich später zurück.

Normalerweise freuen sich die meisten Menschen auf Sommerferien, es gibt jedoch eine kleine Ausnahme: wenn es um neue Sonntagsfolgen von "Tatort" und "Polizeiruf 110" geht. Denn während die Sommerpause im vergangenen Jahr noch etwa drei Monate dauerte, wird sie 2026 auf insgesamt rund 19 Wochen ausgedehnt. Bereits Anfang Mai ist vorerst Schluss mit neuen Episoden. Die letzte frische Folge von "Tatort" läuft am 3. Mai und begleitet das Zürcher Ermittlerteam.


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Wiederholungen statt Premieren

Erst Mitte September, am 13., dürfen sich Zuschauer:innen dann wieder auf neue Fälle freuen. Ganz verzichten muss das Publikum auf sein Sonntagsritual jedoch nicht. Dazwischen setzt das Erste auf Wiederholungen. Das dürfte für viele Fans eine ungewohnt lange Zeit ohne neue Spannung am Sonntagabend werden.

Die Programmplanung sieht vor, dass die Krimi-Pause mit bekannten Folgen überbrückt wird. So kann das Publikum am 10. Mai eine Wiederholung aus Münster sehen, eine Woche später folgt der Fall "Schweigen" mit Wotan Wilke Möhring. Eingefleischte Fans können das als Gelegenheit sehen, beliebte Klassiker neu zu erleben - für andere sind die alten Folgen nur ein kleiner Trost.

Hinzu kommt ein weiteres Großereignis im Sommer, das die Sendeplätze beeinflusst. Die ARD wird einige Spiele der Fußball-Weltmeisterschaft der Männer übertragen. An dem einen oder anderen Sonntag heißt es dann also Sport statt Krimi.

ARD spricht von Ausnahme

So hart die Pause für viele sein wird, die ARD gibt Entwarnung: es soll sich bei dieser ungewöhnlich langen Pause um eine einmalige Situation handeln. Als Begründung werden "planerische Gründe" genannt. Der Sender stellt gleichzeitig klar, dass dies keine dauerhafte Reduzierung der beliebten Krimi-Sendeplätze bedeute.

Tatsächlich hatte die ARD gerade erst an Ostern mit einer besonderen Planung überrascht. Es wurden zwei neue "Tatort"-Folgen an aufeinanderfolgenden Tagen ausgestrahlt. Dabei handelte es sich um das emotionale Finale des Münchner Ermittlerduos, gespielt von Miroslav Nemec und Udo Wachtveitl.

Weniger neue Krimis im Jahr 2026

Ein Blick auf die Jahresplanung zeigt, dass 2026 insgesamt 36 neue Krimis am Sonntagabend ausgestrahlt werden sollen. Das sind durchschnittlich vier weniger als in den letzten Jahren. Im Vergleich dazu war 2025 mit 42 neuen Filmen sogar überdurchschnittlich stark. Doch keine Sorge, ein Teil der fehlenden Produktionen wird nicht etwa gestrichen, sondern nur verschoben. Wir dürften uns also 2027 auf umso mehr Erstausstrahlungen freuen.

Für das Publikum bedeutet die lange Pause vor allem eines: Geduld aufbringen. Die Sonntagskrimis gehören seit Jahrzehnten fest zum deutschen Fernsehprogramm und sind für viele ein Ritual am Ende der Woche. Dass diese Routine nun über Monate unterbrochen wird, dürfte bei einigen Fans für Wehmut sorgen. Doch spätestens im September ist die Freude dann umso größer und der Sonntagabend geht mit gewohnter Spannung weiter. Bis dahin heißt es: alte Fälle neu entdecken oder bei der Fußball-WM mitfiebern.

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