"Bin ich ein Narzisst?"
"Tatort"-Star Jan Josef Liefers: Wie er sich selbst hinterfragte
Aktualisiert:
von Anna-Maria Hock"Tatort"-Star Jan Josef Liefers spricht offen über seine Drogen-Erfahrungen.
Bild: IMAGO/Rüdiger Wölk
In seinen Rollen als "Tatort"-Rechtsmediziner Prof. Karl-Friedrich Boerne oder als ZDF-Anwalt Joachim Vernau hatte Jan Josef Liefers in den vergangenen Jahren immer wieder mit Drogenmissbrauch zu tun. Doch hat er selbst schon einmal Drogen konsumiert? In einem Podcast spricht er nun offen über seine Erfahrungen mit Ketamin.
Liefers wagte Selbstversuch
Im Interview mit Matze Hielscher für den Podcast "Hotel Matze" packt der 61-Jährige aus. Er erzählte, dass er auf der Suche nach sich selbst bei einer Therapie-Sitzung eine niedrige Dosierung des Narkose- und Schmerzmittels Ketamin eingenommen habe. Ketamin ist in der Tiermedizin ein gängiges Anästhetikum zur Kurznarkose bei Pferden, findet aber auch als Partydroge und in der Psychotherapie Anwendung.
Jan Josef Liefers kannst du heute zur Primetime im "Tatort" live auf Joyn sehen
"Bin ich ein Narzisst?"
Im Podcast erklärt Liefers, dass er "eine Erfahrung" habe machen wollen. Dies sei ihm auch gelungen. Er wollte sich mit der Frage beschäftigen, ob er tatsächlich so "selbstvergessen" und "unverbunden" sei, wie er auf seine Ehefrau Anna Loos und enge Freund oft wirke, wenn er bei Dreharbeiten sei. Der Schauspieler bezeichnet sich selbst als "Lonely-Typ", wenn er gerade am Drehen sei. Mit zwei Fragen sei er in die Gesprächstherapie gegangen: "Was ist das mit dieser Unverbundenheit?" und "Bin ich ein Narzisst?".
Zunächst wollte er diese Fragen ohne Hilfsmittel beantworten. Doch das sei ihm nicht gelungen. Im Rahmen einer dreistündigen Sitzung habe er sich in Berlin unter Einfluss der Droge die genannten Fragen dann beantworten wollen. Die Reise bezeichnet er als "etwas, was du noch nie gesehen und erlebt hast." Doch wie kann man sich das vorstellen?
Du bist bei Bewusstsein, aber dein Körper verschwindet. Das löst sich alles auf. Du bist weg, aber noch da, etwas ist noch da.
Weiter führte er aus: "Man könnte sagen, vielleicht dein Wesen, deine Essenz, der Kern vom Kern deiner Existenz." Während des Selbstversuchs wurde Liefers natürlich medizinisch überwacht.
Ob der "Tatort"-Star seine beiden Fragen durch diese Erfahrung beantworten konnte? Darüber sagt Liefers im Podcast: "Dort habe ich die Erfahrung gemacht, dass ich eben anders, als ich es geglaubt, und anders, als ich es anderen Leuten vermittelt habe, immer in jeder Sekunde meiner Existenz mit allem verbunden bin - und genau an der richtigen Stelle."
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