Karrieretiefpunkt
"Tatort"-Star Richy Müller packt aus: "Hatte über 200.000 Mark Schulden"
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von Annalena Graudenz"Tatort"-Darsteller Schauspieler Richy Müller hat schwere Zeiten hinter sich.
Bild: picture alliance/dpa | Christoph Schmidt
Seit Jahrzehnten gehört Richy Müller zu den festen Größen im deutschen Fernsehen. Vor allem seine Rolle als "Tatort"-Kommissar hat ihn bekannt gemacht. Vor seiner erfolgreichen Karriere erlebte er aber auch eine Zeit, die von finanziellen Sorgen geprägt war.
Den Job eines Schauspielers verbinden viele mit Ruhm und Reichtum. Vor allem, wenn es sich um große Namen handelt, die schon an zahlreichen Erfolgs-Produktionen beteiligt waren. Doch auch langjährige Stars wie Richy Müller sind nicht vor Rückschlägen gefeit. Müller hat erst vor kurzem überraschend ehrliche Einblicke in diese Phase seines Lebens gegeben.
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Gefeierter Schauspieler mit bewegter Vergangenheit
Der große Durchbruch gelang dem gebürtigen Mannheimer bereits Ende der 1970er-Jahre mit "Die große Flatter". Was zunächst nach einer steilen Karriere aussah, entwickelte sich in den darauffolgenden Jahren anders als erhofft. Nach ersten Erfolgen folgte eine längere Durststrecke, in der neue Rollen ausblieben oder ganz einfach nicht seinen Vorstellungen und seinem Anspruch entsprachen.
Im Podcast "SWR Promitalk" erinnerte er sich vor kurzem an diese schwierige Phase seiner Karriere. Müller entschied sich bewusst gegen Projekte, mit denen er sich nicht identifizieren konnte. "Wenn du die Möglichkeit hast, mit etwas, was eigentlich nicht geht, Geld zu verdienen, dann musst du Entscheidungen treffen. Und ich habe mich immer gegen die Sachen entschieden, die mir im Magen gelegen hätten", sagte er im Podcast. "Und das war dann immer gekoppelt mit wenig Geld, aber einem guten Gewissen." Ein Entschluss, der zwar seiner künstlerischen Vorstellung entsprach, finanziell jedoch seinen Preis hatte.
Hohe Schulden und schwierige Entscheidungen
Die Konsequenzen ließen nicht lange auf sich warten. "Ich hatte Ende der Achtziger über 200.000 Mark Schulden", erzählt Richy Müller im Gespräch mit Moderator Jörg Assenheimer. Für den Schauspieler eine belastende Situation, die ihn zwang, seine Prioritäten zu überdenken.
Während andere Kolleg:innen an seiner Stelle vielleicht doch Angebote angenommen hätten, um schnell von den Schulden wegzukommen, blieb sich Müller treu. Er folgte weiter seinem Bauchgefühl bei der Zu- und Absage an Rollenangebote.
Wie Jürgen Vogel ihm half
In dieser schwierigen Zeit waren die richtigen Kontakte und Freundschaften extrem wichtig, um nicht den Anschluss zu verlieren. Kleinere Engagements sorgten zumindest für etwas Stabilität. Noch entscheidender war jedoch eine persönliche Verbindung: seine Freundschaft zu Jürgen Vogel.
Gemeinsam arbeiteten sie 1994 an einem Filmprojekt, das sich für Müller als Neustart in die richtige Richtung erweisen sollte. "Der Film 'Einer meiner ältesten Freunde' war dann ein beruflicher Wendepunkt für mich", so Müller. Die Zusammenarbeit brachte nicht nur neue Aufmerksamkeit, sondern auch wieder mehr Perspektiven in der Branche. Von da an ging es langsam bergauf – auch auf seinem Konto.
Rückkehr zum Erfolg
Ab Mitte der 1990er-Jahre stabilisierte sich Müllers Karriere zunehmend. Er stand wieder regelmäßig vor der Kamera und konnte an seine frühen Erfolge anknüpfen. Später wurde er mit seiner Rolle als Stuttgarter "Tatort"-Kommissar Thorsten Lannert einem Millionenpublikum bekannt und entwickelte sich zu einem der prägenden Gesichter des deutschen Fernsehens.
Heute kann der 70-jährige Schauspieler auf eine lange und erfolgreiche Laufbahn zurückblicken. Die schwierigen Jahre scheinen dabei nicht vergessen, sondern vielmehr ein wichtiger Teil seiner Geschichte und seines Erfolgs zu sein. Denn wer weiß: Hätte er damals Rollen angenommen, die nicht zu ihm und seinen Werten gepasst haben, wäre seine ganze Karriere wohl anders verlaufen.
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