Bewegende Worte
"Aus dir wird eh nichts": "The Taste"-Juror Tim Raue über seine harte Kindheit
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von teleschauTim Raue spricht in einer ARD-Dokumentation offen über seine Kindheit in Berlin-Kreuzberg und den Weg zum Erfolg.
Bild: 2024 Getty Images/Joshua Sammer
Heute ist Tim Raue einer der erfolgreichsten Köche Deutschlands. Doch der Weg des "The Taste"-Jurors begann mit Hunger, Scham und einem harten Alltag auf den Straßen Berlins. In einer ARD-Doku blickt er jetzt so offen zurück wie selten zuvor.
Eine Portion Pommes konnte für ihn früher ein kleiner Schatz sein. Heute führt Tim Raue mehrere Restaurants und zählt zu den bekanntesten Köchen Deutschlands. Doch die Erinnerungen an seine Kindheit begleiten den "The Taste"-Star bis heute. In einer ARD-Dokumentation spricht der 52-Jährige offen über die Zeit, in der Hunger sein täglicher Begleiter war.
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"The Taste"-Star Tim Raue: Wenn Hunger den Alltag bestimmt
Tim Raue wächst in einfachen Verhältnissen in Berlin-Kreuzberg auf. Während heute Gäst:innen für seine Menüs mehrere Hundert Euro bezahlen, war Essen damals oft Mangelware. Wie sich das angefühlt hat, beschreibt er eindringlich. Nicht nur der körperliche Mangel habe ihn geprägt. Der Sternekoch erzählt sichtlich betroffen:
Hunger zu haben bedeutet, dass du eine Leere in dir hast, die so tief ist, dass es wie ein schwarzes Loch ist, in das man nur noch fällt.
Die Erinnerungen seien bis heute präsent. Der Hunger sitze noch immer "in jeder Zelle". "Das ist in mir drinnen und das ist bis heute da."
Es ist brutale Scham.
Tim Raue: Der "Ritter von Kreuzberg"
Gemeinsam mit dem Kamerateam kehrt Tim Raue an die Orte seiner Kindheit zurück. Beim Blick auf ein Schaufenster erinnert er sich sofort: "Hier war übrigens mal eine Curry-Wurst-Bude drin," erzählt er dem Team. Damals verbrachte er viel Zeit auf den Straßen Kreuzbergs. Wer etwas zu essen hatte, wollte es nicht verlieren. Um seine Pommes vor anderen Kindern zu schützen, spuckte er sogar darauf.
Besonders wichtig war für ihn damals das Gefühl von Zugehörigkeit. Zuhause vermisste er oft Geborgenheit, auf der Straße fand er Gemeinschaft. Er erzählt, dass er "seinen Namen an die Häuser geballert" habe, um gesehen zu werden und sich selbst zu beweisen: "Ich bin da."
Bei einer Jugendbande namens "36 Boys" in Berlin-Kreuzberg fand er schließlich eine Gruppe, die ihm Halt gab. Rückblickend erinnert er sich mit einem Schmunzeln an diese Zeit.
Wir haben tatsächlich gedacht, dass wir die Ritter von Kreuzberg sind, die diesen Stadtteil beschützen.
Der Weg aus schwierigen Verhältnissen
In der Schule galt Tim Raue lange als Problemkind. Er blieb sitzen, erhielt Schulverweise und musste sich immer wieder beweisen. Besonders schmerzhaft waren damals die Worte seines Vaters.
Mein Vater hat immer gesagt: 'Aus dir wird eh nichts'.
Doch genau das wurde später zu seinem Antrieb. Ein Berufstest brachte ihn schließlich auf die Idee, Koch zu werden. Die Motivation war damals erstaunlich einfach:
Wenn ich in der Küche stehe, habe ich immer etwas zu essen.
Eine Entscheidung, die sein Leben beeindruckend verändert hat.
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"The Taste"-Star: Sein Erfolg - und die Angst vor dem Absturz
Heute betreibt der 52-Jährige elf Restaurants, ist Unternehmer und längst eine feste Größe in der deutschen Gastronomie. Trotzdem begleiten ihn manche Gedanken aus seiner Kindheit noch immer. Die Angst vor einem sozialen Absturz sei nie ganz verschwunden. Der Druck, Leistung zu bringen, gehöre bis heute zu seinem Alltag.
Gleichzeitig möchte er anderen Kindern Mut machen. Gemeinsam mit seiner Frau gründete er deshalb den Verein "Kiez Perspektiven & Chancen e. V.". Dort sollen junge Menschen erfahren, dass Herkunft nicht über ihre Zukunft entscheidet.
Tim Raues Geschichte zeigt eindrucksvoll, wie weit Entschlossenheit, Fleiß und der Glaube an sich selbst tragen können - selbst dann, wenn der Start ins Leben alles andere als leicht war.
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