Olivia Barash erinnert sich
"Unsere kleine Farm": Albtraum-Folge verstört noch heute
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von Anna T.Während der Dreharbeiten zu "Unsere kleine Farm" war Olivia Barash noch keine 16 Jahre alt. Noch heute erinnert sie sich an eine besondere Horror-Folge.
Bild: © Season 1-9: NBC UNIVERSAL International GmbH & © Season 2-5, Season 8-9: MGM International Television Distribution; IMAGO / Newscom World; KI-generiert mit GPT Image
Größtenteils ist "Unsere kleine Farm" eine familienfreundliche herzerwärmende Serie. Doch immer wieder werden auch schwere Themen verarbeitet: Rassismus, Anti-Semitismus, Tod - oder auch sexualisierte Gewalt. Die verstörende Doppelfolge "Sylvia" ist bis heute umstritten.
Nostalgie auf Knopfdruck
Darum geht's in der Doppelfolge "Sylvia"
Sylvia Webb (Olivia Barash) und ihr Vater sind neu in Walnut Grove. Die Jungen in der Schule sind interessiert an dem hübschen Mädchen, auch Albert Ingalls (Matthew Labyorteaux) wirft ein Auge auf sie. Die beiden freunden sich an. Und dann passiert etwas Schreckliches: Sylvia wird von einer gruseligen, maskierten Gestalt verfolgt.
Der Mann mit der Maske attackiert das Mädchen schließlich und vergewaltigt sie. Kurze Zeit später wird klar, dass Sylvia schwanger ist. Als wäre das alles nicht schrecklich genug, blickt nun das ganze Dorf mit Verachtung auf das Mädchen. Auch ihr Vater distanziert sich von Sylvia, sein Lösungsansatz: an einem anderen Ort neu anfangen und behaupten, ihr Ehemann sei vor der Geburt des Kindes gestorben.
Nur Albert hält zu ihr, will sie heiraten und Walnut Grove verlassen. Das findet wiederum sein Vater Charles (Michael Langdon) überhaupt nicht gut, er stellt sich Albert in den Weg.
Sylvias Vergewaltiger, übrigens ein bekannter Bewohner Walnut Groves, greift das Mädchen erneut an. Diesmal endet seine Aggression mit dem Tod der beiden.
Verstörende Doppelfolge "Sylvia" auf Joyn
Darum sind Fans auch heute noch schockiert von der Folge
Das erste Mal ausgestrahlt wurde die Doppelfolge "Sylvia" im Februar 1982. Zu der Zeit war "Freitag der 13." gerade ein großer Hit, einer der Produzenten von "Unsere kleine Farm" soll gesagt haben, dass Landon auf den Horror-Zug aufspringen habe wollen. Unsere Sehgewohnheiten haben sich seit Anfang der 1980er-Jahre deutlich verändert, wir konsumieren viel mehr, mehr Gewalt, mehr Brutalität, alles ist expliziter und grafischer. Und dennoch ist die Doppelfolge von damals auch heute noch enorm schwer zu ertragen. Erst vor zwei Jahren schrieb User:in "thisisntshakespeare" auf Reddit:
Die Episode ist auf so vielen Ebenen verstörend.
"Die Folge lief gestern Abend auf Pluto, aber ich konnte nur etwa 10 bis 15 Minuten davon schauen. Ich habe die Szenen gesehen, in denen Mrs. Olsen mit der Kutsche an Sylvias Haus vorbeifährt und mit ihrem Vater über die Vorwürfe spricht, dass Jungen durchs Fenster spioniert hätten.
Außerdem, wie Mrs. Olsen Willie dazu befragt, die anschließende Schulratssitzung ("Jungs sind eben Jungs“), Sylvias Vater, der ihr sagt, sie solle sich bedecken und keine Aufmerksamkeit auf sich ziehen - und dann dieses unheimliche, blassblaue Auge, das Sylvia aus kurzer Entfernung beobachtet, ohne dass sie es bemerkt.
Ich habe sie schon einmal gesehen und auch darüber gelesen, daher weiß ich, was passiert und wie es endet. Es ist so abgründig, dass ich gleichzeitig fassungslos und erschrocken bin, dass so etwas überhaupt grünes Licht bekommen hat."
Wie denkt die Schauspielerin über ihre Rolle als Sylvia?
Die Schauspielerin Olivia Barash war gerade einmal 14 oder 15, als sie die Rolle der Sylvia in "Unsere kleine Farm" spielte, erklärte sie gegenüber "Enterntainment Weekly" 2023. Auf die Frage, ob es für sie nicht schwer gewesen sei, die Szenen zu spielen, gibt sie zu, dass sie die Clowns-Makse zwar gruselig fand, sagt aber weiter: "Für mich war das nicht traumatisierend, auch weil […] ein wirklich netter Mann war. Die beiden waren einfach großartige Schauspieler. Meine Mutter war total gern am Set, weil sie ein Fan war. Wenn wir solche Szenen gedreht haben, war es sofort nach dem 'Cut!' so, dass alle gefragt haben: 'Geht’s dir gut?' Ich war ja noch ein Kind. Ich frage mich eher, wie das wohl für sie war.“ Des weiteren berichtet sie, dass Michael Landon, der bei der Doppelfolge Regie führte, beim Dreh mehrmals hinter der Kamera weinen musste - unter anderem bei der Szene, in der Sylvia stirbt.
Barash gibt zu, dass sie sogar selbst weinen musste, als sie ihren Auftritt im TV sah. Mehrere Freundinnen und Freunde hätten sie an dem Abend angerufen, weinend und völlig verstört, erzählt sie.
Ob die Doppelfolge nun unnötig verstörend ist oder einen wichtigen Beitrag zur Sichtbarmachung von Sexismus und sexueller Gewalt geleistet hat, darüber lässt sich bis heute diskutieren.
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