Danni und Co. werden vermisst!
Anklage zum Abendessen: Mein Vorabend braucht wieder eine Anwaltsserie!
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von Antje WesselsDie Anwaltsserien "Danni Lowinski" und "Edel & Starck" mit Annette Frier, Christoph M. Orth und Rebecca Immanuel waren am Abend immer ein Highlight!
Bild: Privat / SAT.1
Früher gehörten Anwaltsserien fest ins Abendprogramm. "Edel & Starck" oder "Danni Lowinski" erzählten nicht nur von juristischen Konflikten, sondern vor allem von den Menschen dahinter. Genau diese Mischung aus Fall der Woche und persönlichen Zwischentönen fehlt Filmkritikerin Antje Wessels im heutigen Serienangebot sehr. Ihr Plädoyer für eine neue Anwaltsserie.
Als Jugendliche habe ich die Serie "Edel & Starck" geliebt. Oft lief sie beiläufig beim Abendessen, hat mich aber stark geprägt. Eine Zeit lang wollte ich sogar Anwältin werden. Mich faszinierten vor allem die Figuren, die so klug und erwachsen waren. Und natürlich die (Liebes-)Geschichte zwischen Felix Edel und seiner zunächst hassgeliebten Kollegin Sandra Starck. Vor allem sie war für mich damals ein Vorbild. Heute ist ihre Figur übrigens jünger, als ich es selbst bin. Ich merke: Ich werde alt! Und ja: Alle vier Staffeln stehen bis heute auf DVD bei mir im Regal.
Ein paar Jahre später entdeckte ich dann "Danni Lowinski" und war sofort begeistert. Vor allem von Annette Frier. Rückblickend betrachtet finde ich, dass die Serie damals wie heute zu den besten deutschen Produktionen ihrer Art gehört. Sie war mutig, klug und oft überraschend politisch. Vor allem zeigte sie Recht aus einer ungewohnten Perspektive. Nämlich nah an den Menschen, manchmal unbequem, aber immer mit viel Mitgefühl. Dass eine Vorabendserie so viel Haltung hatte, beeindruckt mich bis heute. Und genau deshalb vermisse ich sie inzwischen sehr.
Schaut hier die erste Folge von "Edel & Starck"
Als der Fall der Woche plötzlich verschwand
Irgendwann verschwanden solche Serien, vielleicht auch wegen des anhaltenden Streaming-Trends, still und heimlich aus dem Abendprogramm. Stattdessen gibt es heute oft entweder endlose Daily-Formate oder aufwendig produzierte Serien, die viel Aufmerksamkeit verlangen. Das gemütliche Ritual, nach einem langen Tag eine Folge mit vertrauten Figuren zu schauen, ist dabei verloren gegangen. "Edel & Starck" und "Danni Lowinski" lebten nicht von großen Dramen, sondern von Alltagskonflikten und schwierigen Entscheidungen ohne klare Antworten. Vielleicht wirken sie heute zu ruhig für ein Programm, das ständig um Aufmerksamkeit kämpft. Für mich fühlt es sich eher so an, als hätte das Fernsehen verlernt, wie wertvoll gerade diese im besten Sinne unspektakulären Geschichten sind.
Starte mit der ersten Folge von "Danni Lowinski"
Warum Anwaltsserien gerade jetzt so guttun würden
Vielleicht vermisse ich diese Vorabend-Anwaltsserien gerade jetzt besonders. Nicht, weil früher alles besser war - Nostalgie ist nicht mein Ding. Sondern weil sich mein Blick aufs Fernsehen verändert hat: Ich habe weniger Lust auf Dauerdrama und Serien, die ständig Aufmerksamkeit fordern. "Edel & Starck" und "Danni Lowinski" wollten die Welt nicht erklären, sondern einordnen. Und zwar ohne moralischen Zeigefinger. Ein Fall, ein paar Gespräche und am Ende keine perfekte Lösung, sondern etwas, das sich befriedigend anfühlt.
Gerade heute, wo alles laut und emotional aufgeladen wirkt, fehlt mir das. Vielleicht wünsche ich mir solche Serien nicht trotz, sondern gerade wegen unserer Zeit zurück, weil sie etwas bieten, das selten geworden ist: Ruhe, Verlässlichkeit und ein Gefühl von Gemütlichkeit.
Ich bin nicht allein!
"Danni Lowinski" hat noch mehr Fans
Wie eine Anwaltsserie heute aussehen könnte
Man sieht also: Eine moderne Anwaltsserie müsste heute nicht lauter oder schneller sein als früher. Die Mischung hat damals funktioniert, das könnte sie heute genauso. Das Konzept: ein Fall pro Folge, vielschichtige Figuren und Geschichten nah am Alltag. Auch US-Serien wie "The Good Wife" oder "Boston Legal" zeigen, wie gut sich Recht und gesellschaftliche Themen verbinden lassen. Außerdem müsste so ein Format kein großes Prestigeprojekt (und damit teuer) sein, sondern einfach ein verlässlicher Begleiter am Abend. Also, liebe Fernsehsender: Ihr müsst ja nicht direkt die alten Figuren zurückholen. Ihre Geschichten sind zugegebenermaßen auserzählt. Aber findet neue, starke Charaktere, damit sich Fernsehen wieder so anfühlt wie früher: vertraut, klug und angenehm, nebenbei schaubar.
Alle Staffeln von "Edel & Starck" und "Danni Lowinski" in der Joyn-Mediathek.
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