Grippe-Geständnis

Dank Influenza: Das ist meine neue Lieblingsserie auf Joyn

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von Nicola Schiller

Warum musste Redakteurin Nicola (l.) erst so richtig flach liegen, um in den Genuss dieser ikonischen 2010er-Serie mit Annette Frier (r.) zu kommen?

Bild: Only Flags_stock.adobe.com; © Phoenix Film Karlheinz; Nicola Schiller (bearbeitet mit KI)


Die Nase läuft, der Kopf dröhnt, die Glieder schmerzen: Normalerweise hasst Redakteurin Nicola es, krank zu sein, aber dieses Mal hatte es auch sein Gutes. Was als unfreiwilliger Serienmarathon begann, entpuppte sich als echter Glücksfall.


Annette Frier als "Danni Lowinski"


Krank im Bett? Diese Joyn-Serie ist die beste Medizin

Wie so viele andere bin ich krank ins Jahr 2026 gestartet: 7 Tage Quarantäne und Bettruhe. Immerhin hatte ich dann mal so richtig viel Zeit, mich nach einer neuen Serie zum bingen umzugucken. Einer meiner absoluten Komfort-Serien, zu der ich immer wieder gerne zurückkomme, ist "Pastewka". Ich kann gar nicht sagen, wie oft ich die 10 Staffeln mittlerweile durch habe. Herr Pastewka, falls Sie das hier lesen sollten, bitte ich dringend um Nachschub - danke!

Dieses Mal hatte ich mal Lust auf etwas neues, aber irgendwie mit einem ähnlichen Vibe. Was seichtes für nebenbei, darf gerne etwas lustig sein und vor allem nicht zu viel Konzentration verlangen.

In den Tiefen von Joyn bin ich dann fündig geworden. Und ironischer Weise hat mich da eine Serie angelacht, die ich bisher auch nur aus "Pastewka" kannte: Nämlich die Anwalts-Serie "Danni Lowinski" mit Annette Frier.

"Danni Lowinski": Worum geht's?

Zugegeben, ich bin etwas spät dran mit dieser Entdeckung. 2010 wurden die ersten Folgen von "Danni Lowinski" ausgestrahlt. Falls du seitdem auch unter einem Deutsche-Serien-Stein gelebt hast, hier eine kurze Zusammenfassung.

Es geht um die ehemalige Friseurin Danni, die sich mit viel Ehrgeiz ihren Traum erfüllt und Jura studiert. Nach dem Studium wird sie jedoch wegen mangelnder Berufserfahrung (und vielleicht auch wegen ihres unkonventionellen Auftretens) eher von etablierten Anwaltskanzleien belächelt und bekommt keinen Job.

Kurzerhand eröffnet sie ihre improvisierte Klapptisch-Kanzlei im Untergeschoss eines Kölner Einkaufszentrums und kämpft dort für die Rechte der kleinen Leute  - für einen Euro die Minute!

Danni ist alles andere als eine aalglatte Karrierefrau, sondern eine echte Powerfrau von nebenan, die vor allem mit ihren Ecken und Kanten überzeugt. Sie nimmt sich Fällen an, die andere Anwälte ablehnen würden, und beweist dabei nicht nur juristisches Geschick, sondern vor allem ganz viel Herz und Menschlichkeit.

Das sind die Top 3 Gründe, warum die Serie mein Herz im Sturm erobert hat:

1. Danni, die beneidenswerte Powerfrau

Danni Lowinski ist keine Superheldin, sondern eine ganz normale Frau mit Träumen und Problemen. Sie kämpft für ihre Mandant:innen, eckt aber auch mal an und macht Fehler. Gerade das macht sie so authentisch und liebenswert. Sie ist mutig, schlagfertig und hat das Herz am rechten Fleck. Man fiebert einfach mit ihr mit.

Und auch wenn Danni von Kollegen einfach angegrapscht wird, Bauarbeiter ihr hinterher pfeifen oder andere männliche Geschöpfe ihr sexistische Sprüche um die Ohren hauen (2010 halt), reagiert sie einfach cool und gelassen. Sie lässt sich nichts sagen, sich in keine Schublade stecken, macht einfach ihr Ding. Das finde ich nicht nur unterhaltsam, sondern auch bewundernswert.


2. Realitätsnahe & wichtige Geschichten

Was mir an "Danni Lowinski" so gut gefällt, ist die Mischung aus Humor und Ernsthaftigkeit. Die Serie ist irgendwie leichtfüßig, scheut sich aber auch nicht, schwierige Themen anzusprechen. Die Fälle, mit denen sich Danni beschäftigt, sind oft skurril, aber immer relevant. Es geht zum einen um Nachbarschaftsstreit, Liebeskummer, Existenzängste, aber auch um Kindesmissbrauch, psychische Krankheiten, Ausländerfeindlichkeit und vieles mehr.

Trotz allen ernsten Themen, kommt der Humor nie zu kurz. In den richtigen Momenten wird die Stimmung aufgelockert und sorgt für gute Laune, selbst wenn die Themen mal etwas schwerer zu verdauen sind.


3. Die Besetzung mit vielen Easter Eggs

Außerdem liebe ich die vielen bekannten Gesichter, wenn auch in einer erschreckend jungen Form. Allen voran natürlich Schuster, Schlüsselmacher und Freund Rasoul Abbassi (Elyas M'Barek), Schnösel-Anwalt und Teilzeit-Liebhaber Dr. Oliver Schmidt (Jan Sosniok) und der schmucke Wachmann und zweiter Liebes-Kandidat Sven Nowak (Sebastian Bezzel).

Aber über kleinere Rollen wie Max von der Groeben als überforderter Teenie-Vater, Adnan Maral als Dönerbuden-Besitzer oder Nilam Farooq als hilfesuchende Schülerin habe ich mich gefreut. Jede Folge war eine neue Suche nach bekannten Gesichtern.

Als riesiger "Pastewka"-Fan habe ich mich natürlich über die vielen Schauspieler:innen aus der Serie gefreut. Da war zum Beispiel seine Managerin Regine (Sabine Vitua), die bei "Danni Lowinski" in einer Folge als Richterin auftaucht. Auch Dannis Untergeschoss-Kumpel Nils Polgar (Oliver Fleischer) kam mir direkt bekannt vor. Er spielte in einer "Pastewka"-Folge einen Anzugverkäufer.

Das sind jetzt nur zwei Beispiele, es gibt aber tatsächlich noch viel mehr Gemeinsamkeiten. Ein Blick auf das Filmportal IMdB zeigt zum Beispiel, dass auch Bastians verhasster Rivale Jo (René Steinke) für ein Jahr bei "Danni Lowinski" war. So weit bin ich (bisher) nur leider noch nicht gekommen.

Das Highlight war dann natürlich der von mir lang ersehnte Gastauftritt von Bastian Pastewka selbst! In der Folge "Zigeunerjunge" spielt einen herrlich überzeichneten, humor-befreiten Steuerberater. Der Blick von Danni fängt ihre Begeisterung über Herrn Schlottke sehr gut ein. Pastewka mal in einer so anderen Rolle zu sehen, einfach herrlich!

Meine bisherige Lieblingsfolge mit Bastian Pastewka

Darum ist "Danni Lowinski" die perfekte Feel-Good-Serie!

Durch meine vielen Stunden, die ich mit "Pastewka" verbracht habe, kannte ich "Danni Lowinski" bereits - na ja zumindest vom Namen her.

In einer Folge sitzt Bastian nämlich in der Jury des Deutschen Fernsehpreises und die damals brandneue Serie seiner semi-beliebten Kollegin Frier wird nominiert, das findet er gar nicht mal so toll.

Was waren also meine Erwartungen an die Serie? Wie Bastians Freundin Anne (Sonnsee Neu) es in der "Pastewka"-Folge schon sagt: "Danni Lowinski" ist in einem Moment witzig, dass man laut lachen möchte und im nächsten so emotional, dass man ein Tränchen verdrücken könnte. Und Annes Eindruck kann ich nur bestätigen, mir ging es beim Anschauen genau so. Eine echte Achterbahnfahrt der Gefühle und damit die perfekte Unterhaltung - übrigens auch in genesenem Zustand!

Rückblickend betrachtet war "Danni Lowinski" für mich der perfekte Feel-Good-Content während meiner Zwangspause. Und das gute: Ich habe noch gute drei Staffeln vor mir!


Annette Frier als "Danni Lowinski"


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