Warum ich lieber "Mamma Mia!" einschalte
Mein erster "James Bond"-Film ohne Daniel Craig
Veröffentlicht:
von Nicola SchillerIst "Goldeneye" mit Pierce Brosnan besser als die neuen "James Bond"-Teile?
Bild: IMAGO / mptv; Nicola Schiller
Kann es nur einen 007 geben? Für Redakteurin Nicola war die Antwort bisher definitiv "ja"! Wird sich das nun ändern? Kann Pierce Brosnan sie überzeugen?
Meine Beziehung zu 007
Ich bin Jahrgang 1997, von daher ist es wahrscheinlich wenig überraschend, dass es für mich nur einen einzig wahren James Bond gibt. Und zwar Daniel Craig! Er ist charismatisch, er ist smart, er ist britisch und sieht vor allem super im Anzug aus!
Auch wenn ich eigentlich kein Freund des Action-Genres bin, habe ich alle Teile mit ihm gesehen. Trotzdem bin ich bei weitem kein Ultra-Fan. Im Gegenteil, auch beim smarten Daniel Craig muss ich manchmal einfach lachen, wie er immer wieder in letzter Sekunde aus brennenden Autos, abstürzenden Hubschraubern und explodierenden Gebäuden entkommt - und das mit maximal einem verwegenen Kratzer im Gesicht.
Am besten sind mir eigentlich die jeweiligen Titelsongs im Gedächtnis geblieben, allen voran natürlich "Skyfall" von Adele: Gänsehaut, Emotion, Nervenkitzel - einfach das ganze Geheimagenten-Feeling in einen Song gepackt.
Natürlich war mir auch schon immer bewusst, dass es James Bond schon lange vor Daniel Craig gab. Gesehen habe ich aber keine Minute der anderen 007s. Bis jetzt!
Pierce statt Daniel: Mein erstes Mal "Goldeneye"
Als erstes fällt mir die erwartbar schlechte Bildqualität auf, aber gut, der Film hat schon mehr als 30 Jahre auf dem Buckel - da seien ihm ein paar Alterserscheinungen verziehen.
Als Zuschauer:in wird man wie gewohnt ohne großes Vorgeplänkel direkt in die Story geworfen. Ich bin doch recht überrascht, dass der coole Tom-Cruise-artige-Typ, der sich da am Staudamm abseilt, tatsächlich Pierce Brosnan aka mein liebster Dad aus "Mamma Mia!" ist! Meine Güte, war der da noch jung.
Und ja liebe:r Leser:in, wenn du jetzt die Hände über dem Kopf zusammenschlägst, ich gebe es zu. Ich kenne Pierce Brosnan nur aus den "Mamma Mia!"-Filmen. Zählt das schon als Bildungslücke?
Naja, seine ersten Worte zeigen mir auf jeden Fall schon, wie lässig er ist. Er schleicht sich völlig unbemerkt in ein Gebäude, genauer gesagt in die Klokabine eines Zeitung lesenden Russen (?) und sagt ganz cool: "Hab vergessen anzuklopfen". Genau so gelassen geht's weiter, bei der ersten großen Action-Szene mit Schlägerei und aus den Angeln fliegenden Türen, sagt er zu seinem Helferlein: "Tür zu Alec, es zieht". Die für mich gewohnt coole Bond-Art überzeugt mich auch von Brosnan.
Wenn weniger mehr ist
Apropros Action, davon gibt's schon in den ersten zehn Minuten jede Menge. Minutenlang befindet sich ein Flugzeug im Sturzflug, James direkt hinterher ... mit dem Motorrad ... die Klippe runter, natürlich schafft er es, ins Cockpit zu gelangen und das Flugzeug vor dem Absturz zu bewahren. Es folgen weitere atemberaubende Kämpfe, Explosionen, Verfolgungsjagden ... ich muss zugeben, ich spüre, wie mein Hirn abschaltet.
In "Goldeneye" spielt Robbie Coltrane (l.), aka Hagrid aus "Harry Potter", einen russischen Mafioso.
Bild: IMAGO/Capital Pictures
Was mir an "Goldeneye" gefallen hat
🤯 Die Gadgets in "Goldeneye" sind witzig und gleichzeitig ein bisschen nostalgisch. James hat da zum Beispiel diese Kamera, die nicht nur super scharfe Bilder auf hunderte Meter machen- und direkt zum MI6 schicken kann, die Antwort wird von Moneypenny prompt in sein Auto gefaxt - für 1996 muss das eine wahnsinnig innovative Zukunftsmusik gewesen sein. Aus heutier Perspektive ... naja geht so.
🎵 Die Musik: Wenn die "James Bond"-Filme eines jahrzehnte- und generationenübergreifend können, dann ist es Musik. "Goldeneye" von Tina Turner passt (wieder einmal) wie die Faust aufs Auge. Auch wenn das Intro gut eine Minute kürzer hätte ausfallen können, bringt mich der Song in die richtige Stimmung.
💄 Das etwas andere Bond-Girl: Xenia (Famke Janssen) ist Romanze und Rivalin in einem. Ja, diese Storyline gibt es zweifellos in einigen Filmen, trotzdem möchte ich es hier hervorheben. Sie ist eine toughe Frau, vor der Man(n) sich in Acht nehmen muss und eben nicht "nur" das Betthäschen für James. Das mag in dem Franchise zwar nicht neu sein, aber selbstverständlich ist es eben auch nicht.
🌂 Als großer "Harry Potter"-Fan fand ich es besonders toll, Robbie Coltrane in "Goldeneye" wiederzusehen - allerdings in einer völlig anderen Rolle als die des liebenswerten Hagrid. Ehrlich gesagt hatte ich den britischen Schauspieler noch nie außerhalb von Hogwarts gesehen, was ich mittlerweile als Bildungslücke Nummer zwei betrachte.
Fazit: Was kann Pierce Brosnan?
War der Film unterhaltsam? Ja. Auch ich als Nicht-Action-Liebhaber musste ich mich jetzt nicht durchquälen. Würde ich ihn nochmal gucken? Wohl eher nicht.
Pierce Brosnan hat einen super Job gemacht, charismatisch ist er allemal, seine Sprüche sind cool und ganz oberflächlich gesprochen, sieht er besser aus als Daniel Craig. Trotzdem bleibe ich dabei, Craig ist für mich der einzig wahre James Bond - und wird es wohl auch immer bleiben.
Ich bin jetzt auf jeden Fall umso gespannter, wer der neue 007 wird. Dem- oder derjenigen muss ich, und alle anderen Zuschauer:innen, dann ja gezwungenermaßen eine Chance geben.
Mal sehen, ob das neue Casting ebenso wilde Diskussionen auslösen wird wie die von Daniel Craig Anfang der 2000er Jahre.
2006 wurde Craig zum ersten blonden James Bond gecastet, damals ein Skandal!
Große Fußstapfen
Wer wird der nächste James Bond? Das ist eine der großen Fragen, die die Filmwelt seit Monaten beschäftigt. Immer wieder werden neue Namen in den Ring geworfen. Wer es letztendlich wird, ist zum heutigen Stand (April 2026) noch unklar.
Wer auch immer es wird, der oder die Neue hat auf jeden Fall große Fußstapfen zu füllen. Seit dem ersten Bond-Film "007 jagt Dr. No" (1962) sind eingie Jahre vergangen und somit gab es viele Neubesetzungen des wohl berühmtesten Geheimagenten aller Zeiten.
Hier alle Darsteller im Überblick:
Sean Connery 6 offizielle Filme (und ein inoffizieller "Sag niemals nie")
George Lazenby: 1 Film
Roger Moore: 7 Filme
Timothy Dalton: 2 Filme
Pierce Brosnan: 4 Filme
Daniel Craig: 5 Filme
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