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Beim Finale am 19. Juli sitzt er am Mikrofon

Er liebt die "Lagerfeuer-Romantik" einer WM: Das ist ZDF-Reporter Oliver Schmidt

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von teleschau

Oliver Schmidt kommentiert am 19. Juli erstmals das Finale einer Fußball-WM.

Bild: ZDF / NOI CREW


Am 19. Juli geht die Fußball-Weltmeisterschaft zu Ende. ZDF-Reporter Oliver Schmidt hat die große Ehre, das Finale zu kommentieren. Das ist über den Sportjournalisten bekannt.

Schau das WM-Finale Spanien gegen Argentinien, kommentiert von Oliver Schmidt


Mit dem insgesamt 104. Spiel endet am 19. Juli die 23. Fußball-WM der Männer. Während sich ab 21 Uhr auf dem Rasen des MetLife Stadiums in New York/New Jersey die Teams von Spanien und Argentinien gegenüberstehen, sitzt am ZDF-Mikrofon ein alter Bekannter: Oliver Schmidt.

Der 1972 im westfälischen Erkelenz geborene Sportjournalist ist seit 2010 bei den Turnieren der Fußball-WM für das ZDF im Einsatz. Schmidt hat zudem bereits mehrere Endspiele der Champions League kommentiert. Auch das Finale der Europameisterschaft 2021 zwischen Italien und England (3:2 im Elfmeterschießen) hat er live begleitet.

Oliver Schmidt liebt es, "wie sehr Fußball Menschen verbinden kann"

Der erstmalige Einsatz bei einem WM-Endspiel dürfte der bisherige Höhepunkt in der Karriere des 54-Jährigen sein. Zumal die Fußball-Weltmeisterschaften ein besonderes Ereignis sind. Für ihn seien es "vor allem die Menschen und diese unglaublichen Emotionen rund um das Turnier", die den besonderen Reiz ausmachen. Das sagte Oliver Schmidt kurz vor dem WM-Auftakt in einem Interview mit der Zeitung "Der Westen".

"Natürlich ist der Fußball wichtig, aber oft bleiben mir eher die Begegnungen abseits des Platzes im Kopf", so der Journalist weiter. "Man sitzt plötzlich mit Leuten aus Uruguay, Argentinien oder Russland in einem Zug oder Flugzeug und kommt ins Gespräch. Das sind oft Momente, in denen man merkt, wie sehr Fußball Menschen verbinden kann."

Im Gegensatz zur Bundesliga oder der Champions League habe eine WM darüber hinaus "immer noch eine ganz besondere Lagerfeuer-Romantik". Zwar laufe heutzutage ständig irgendwo Fußball, doch bei so einem Turnier "schauen plötzlich auch Menschen zu, die sich sonst kaum für Fußball interessieren".

Trinkpausen, VAR-Probleme: Das hatte Oliver Schmidt schon vor der WM im Blick

Dass die neu eingeführten Trinkpausen einen spürbaren Einfluss auf das Spielgeschehen haben könnten, ahnte der Reporter schon vor dem Turnier. Die Trainer könnten in diesen drei Minuten "Spieler zu sich holen, taktische Dinge besprechen und versuchen, einen schlechten Spielverlauf zu verändern". Ein Paradebeispiel war das zweite Halbfinale zwischen England und Argentinien. Die Briten führten beim zweiten "Hydration Break" mit 1:0. Argentiniens Trainer Lionel Scaloni stellte sein Team taktisch um und erzwang so den späten Sieg.

Auch, dass das System mit den Video-Assistentent:innen Probleme bringen könnte, hatte Schmidt schon im Auge. Dieses gibt es zwar schon seit 2017, bei der WM kamen jedoch einige Verschärfungen hinzu. So durfte der "Video Assistant Referee" (VAR) erstmals auch bei der Vergabe von Verwarnungen eingreifen.

"Das Problem ist für mich, dass man irgendwann automatisch anfängt, jede einzelne Gelbe Karte zu hinterfragen. Wir lassen immer mehr Technik in den Fußball hinein und verzetteln uns dadurch zunehmend in Details", kritisierte Schmidt. Die Regeln und Auslegungen seien inzwischen so komplex geworden, "dass man als Kommentator kaum noch alles alleine bewerten kann". Beim ZDF wird bei kniffligen Situationen, auch im Finale, der ehemalige Bundesliga-Schiedsrichter Thorsten Kinhöfer zugeschaltet.

Wer ist wer bei den Teams? Früher behalf sich Schmidt mit Stickeralben

Beim aktuellen Turnier, das erstmals mit 48 Teams bestritten wurde, ist es eine der größten Herausforderungen für die Kommentator:innen, sich über die beteiligten Spieler ein Bild machen zu können. Früher habe sich Oliver Schmidt da teilweise mit Stickeralben beholfen, wie er in einem Interview mit "Radio Osnabrück" gestand. Dafür gebe es heute "die schöne Welt im Netz. Man kommt viel schneller an Namen, an Aussprachen, an Videos von einzelnen Spielern und Ländern".

Verzwickt sei bei einer so großen Veranstaltung oft die richtige Aussprache der Namen. Als Beispiel nannte der Reporter den Spieler Yan Diomande von der Elfenbeinküste, Deutschlands Gruppengegner in der Vorrunde. Der werde offiziell französisch ausgesprochen, mit Betonung auf dem letzten Buchstaben des Nachnamens. Der Angreifer in Diensten von RB Leipzig habe aber bei der Deutschen Fußball Liga eine englische Aussprache hinterlegt - ein Relikt aus seiner Highschool-Zeit in den USA.

Oliver Schmidt arbeitet seit 1995 beim ZDF

Oliver Schmidt spielte früher selbst aktiv Fußball. Seine ersten Berührungspunkte als Sportjournalist hatte der studierte Politikwissenschaftler ab 1990 als Lokalreporter in Erkelenz. Seit mehr als 30 Jahren ist er für das ZDF im Einsatz, zunächst als freier Mitarbeiter. Später leitete Schmidt das Team der Sendung "Das aktuelle Sportstudio", seit 2010 gehört er zum festen Kommentator:innenteam des Senders.

Privat ist der zweifache Familienvater ein Fan des Traditionsvereins Fortuna Düsseldorf. Einen der Gründe dafür nannte er 2010 in der "Rheinischen Post": "Im Gegensatz zu den Spielen von Borussia Mönchengladbach auf dem Bökelberg gab's bei Fortuna im riesigen Rheinstadion nie Stress mit Karten."

Oliver Schmidt und die Nationalelf: "Sei ruhig mal emotionaler, das ist doch unser Land"

Fußball-Fans werfen dem Reporter hin und wieder vor, zu sparsam mit seinen Emotionen zu sein - besonders, wenn es um Spiele der deutschen Nationalmannschaft geht. In "Radio Osnabrück" berichtete Oliver Schmidt kürzlich, dass sich die Leute wünschen würden: "Sei ruhig mal emotionaler, das ist doch unser Land."

Dennoch gehöre es als Journalist zu seinen Aufgaben, eine kritische Distanz zu wahren: "Wenn etwas schlecht ist, kann ich es mir nicht schön grillen." Auf die Frage, ob er schon mal einen richtigen Shitstorm erlebt habe, sagte er: "Wenn ich das vergleichen darf mit dem, was meine Kollegin und Freundin Claudia Neumann abkriegt, würde ich sagen: auf keinen Fall."

Seine ZDF-Kollegin ist immer wieder Zielscheibe von Spott, der nicht selten in Sexismus ausufert. So eine Vehemenz und Brutalität sei bei ihm unüblich. Er versuche auch, bösartige Kommentare zu ignorieren. Inhaltliche Kritik nehme er aber gerne an und beantworte sie auch.

Das Finale der Fußball-Weltmeisterschaft wird am Sonntag, dem 19. Juli ab 19:30 Uhr im ZDF übertragen. Anpfiff ist um 21 Uhr. Zum selben Zeitpunkt ist die Live-Sendung im kostenlosen Livestream auf Joyn verfügbar.

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