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Ehrliche Worte

Carolin Kebekus wurde mit 43 Mutter: "Das hat mich total umgehauen"

Veröffentlicht:

von Nadine von Parseval

Carolin Kebekus spricht offen über die überraschend anstrengende Zeit nach der Geburt.

Bild: picture alliance / Panama Pictures


Auf das, was nach der Geburt auf sie zukommt, ist selbst die schlagfertige Komikerin nicht vorbereitet. Jetzt erzählt sie von Schmerzen, falschen Erwartungen und einem Mama-Alltag, der mit der perfekten Instagram-Welt wenig zu tun hat.

Carolin Kebekus: Mama mit Anfang 40

Auf der Bühne bringt Carolin Kebekus so schnell nichts aus der Ruhe. Doch als die Entertainerin 2024 ihr erstes Kind bekommt, beginnt für sie ein völlig neues Kapitel - und das hält einige Überraschungen bereit.

Wie sehr ihre eigenen Vorstellungen und die Realität auseinanderlagen, erzählt die mittlerweile 46-Jährige jetzt in ihrem Buch "8000 Arten, als Mutter zu versagen". Darin nimmt Kebekus kein Blatt vor den Mund und schreibt über Geburt, Wochenbett und all die kleinen und großen Herausforderungen mit Baby. In einem Interview mit "Brigitte" gesteht sie:

Ich habe schon unterschätzt, wie anstrengend das alles wird.

Carolin Kebekus

Einige Ratschläge anderer Eltern habe sie vorher sogar für übertrieben gehalten.

So sei ihr etwa empfohlen worden, für das Wochenbett vorzukochen. Kebekus sah darin zunächst kein großes Problem. Essen könne schließlich bestellt werden - und für einen Teller Nudeln werde doch wohl noch Zeit sein. Doch es kam ganz anders.


Die Geburt wirft Carolin Kebekus "total aus der Bahn"

Nach einer künstlich eingeleiteten Geburt kam ihr Kind schließlich per Kaiserschnitt zur Welt. Im Gespräch mit der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung" berichtet Kebekus von "unglaublichen Schmerzen". Zusätzlich hätten sich Wundwassereinschlüsse gebildet.

Ich konnte einfach nicht aufstehen.

Carolin Kebekus

Die erste Zeit mit ihrem Baby hatte sie sich entsprechend anders vorgestellt:

Nach der Geburt habe ich gar nichts hinbekommen. Das hat mich total aus der Bahn geworfen.

Carolin Kebekus

Auch in ihrem Buch beschreibt sie die körperlichen Folgen der Geburt gewohnt unverblümt. Die riesigen Binden für das Wochenbett vergleicht sie kurzerhand mit "Matratzen", die man sich in die Hose stecke.


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Von perfekter Instagram-Welt keine Spur

Mit der Realität des Wochenbetts platzte für Kebekus offenbar auch so manche romantische Vorstellung vom Muttersein. "Instagram hat mir erzählt, das Wochenbett wäre eine wunderschöne Auszeit. Alles Beige", erzählt sie "Brigitte". Andere Frauen hätten dort scheinbar sogar Zeit gehabt, ihr eigenes Granola fürs Wochenbett zuzubereiten. Bei ihr sah die Sache anders aus:

Ich war froh, wenn ich überhaupt mal eine Hose anhatte.

Carolin Kebekus

Auch die liebevoll geplanten Erinnerungen an das erste Jahr ihres Kindes blieben teilweise auf der Strecke. Eigentlich wollte Kebekus jeden Monat ein süßes Babyfoto machen und ein Fotoalbum zum ersten Geburtstag gestalten. Daraus wurde nichts.

Und auch die zu klein gewordene Babykleidung wartet offenbar noch auf ein vernünftiges Ordnungssystem. Statt sie direkt auszusortieren, stopft Kebekus die Sachen nach eigener Aussage bis heute einfach zwischen Wickeltisch und Wand.

Carolin Kebekus: "Ich weiß nicht, wie andere Frauen das machen"

Hinter den lustigen Anekdoten steckt allerdings auch ein Thema, das Kebekus ernst beschäftigt: Wie sollen Frauen Kind und Beruf unter einen Hut bekommen? Dabei weiß die Komikerin, dass sie selbst vergleichsweise gute Voraussetzungen hat. "Ich habe Geld, ich habe Familie, ich habe einen fähigen Vater für das Baby und mir sehr früh Kinderbetreuung gekauft", sagt sie der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung". Trotzdem komme selbst sie an ihre Grenzen. Ihr deutliches Fazit:

Ich weiß nicht, wie andere Frauen das machen.

Carolin Kebekus

Dass von Müttern gesellschaftlich erwartet werde, all diese Belastungen einfach zu stemmen, sieht Kebekus kritisch.

Dass die Gesellschaft davon ausgeht, dass wir Mütter das alles aushalten, weil wir das immer schon gemacht haben - das ist gewagt, finde ich.

Carolin Kebekus

Nach Baby-Pause wartet jetzt ein neuer "LOL"-Job

Beruflich ist Kebekus längst wieder mittendrin. Neben ihrer eigenen "Carolin Kebekus Show" wartet nun sogar ein neuer großer Job auf sie. In der achten Staffel von "LOL: Last One Laughing" übernimmt die Komikerin den Platz von Michael Bully Herbig in der Schaltzentrale. Kebekus kennt den gnadenlosen Lach-Wettkampf bereits bestens: Sie war selbst mehrfach als Kandidatin dabei. Nach ihrem ganz persönlichen Abenteuer namens Muttersein darf sie bei "LOL" künftig also wieder anderen beim Kontrollverlust zuschauen - und dieses Mal sogar ganz offiziell darüber lachen.

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