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"Das Licht in meinem Leben"

Er verlor schon seine Ehefrau Patricia Fugger: Nun ist auch Schauspieler Alexander Held überraschend gestorben

Aktualisiert:

von teleschau, Anna-Maria Hock

:newstime

Schauspieler Alexander Held mit 67 Jahren gestorben

Videoclip • 01:08 Min • Ab 12


Alexander Held ist im Alter von 67 Jahren nach kurzer Krankheit gestorben. Das gab ein enger Freund des Schauspielers am Dienstag bekannt. Lange Zeit lebte der gebürtige Münchner mit seiner Frau Patricia Fugger in Tirol - bis sie 2014 unerwartet starb. Das waren die Stationen von Helds Leben.

Alexander Held stirbt mit 67 Jahren

"Herr Hidde, darf ich Sie kurz stören?" - "Haben Sie schon." Mit Antworten wie dieser hatte sich Alexander Held in die Herzen der deutschen Krimifans gespielt. Seit 2010 war er in der ZDF-Serie "Stralsund" als Kriminalhauptkommissar Karl Hidde zu sehen.

Granteln konnte der gebürtige Münchner - das zeigte er immer wieder in der ZDF-Serie "Stralsund". Doch er war auch mit anderen Rollen erfolgreich. So spielte er in "München Mord" und in "Der Bulle von Tölz" mit. Auch in der Kinokomödie "Der Schuh des Manitu" war er zu sehen - und zwar als Schriftsteller Karl May. Umso trauriger sind viele Fans, dass der Schauspieler nun im Alter von 67 Jahren gestorben ist.

Helds Leben war nicht nur geprägt von schauspielerischen Erfolgen, sondern auch von einem schweren Schicksalsschlag: 2014 verlor er seine langjährige Partnerin.

Alexander Held mit Ehefrau Patricia Gräfin Fugger bei einem Auftritt auf einem Roten Teppich im Jahr 2014.

Bild: Sven Simon


Seine Ehefrau Patricia Fugger starb 2014 unerwartet

Alexander Held lebte lange Zeit in Tirol mit seiner Frau, der Adligen Patricia Munira Fugger von Babenhausen. Die beiden hatten 2005 geheiratet. Im Frühsommer 2014 starb seine große Liebe jedoch völlig unerwartet aufgrund von inneren Blutungen im Alter von gerade einmal 51 Jahren.

Wie schwer ihn der Tod seiner Frau getroffen hatte, machte er immer wieder in Interviews deutlich. "Patricia war das Licht in meinem Leben", sagte der Schauspieler in einem Interview mit der Zeitschrift "Bunte". Doch dieses Licht sei noch nicht erloschen. "Und ich habe den Eindruck, dass sie dafür sorgt. Ich fühle mich ihr überall in unserem Haus nahe. In jedem Raum. Und sogar bei ihrer Lieblingsfarbe Pistazie denke ich an sie", so Alexander Held.

'"Manche Freunde sorgten sich schon, ob ich mich auf meinem Tiroler Berg nicht einsam fühle. Aber das ist keineswegs der Fall", sagte Held 2015 der "B.Z.". "Man muss der Trauer Raum geben und mal alleine sein. Ich habe aber auch das Glück, häufig von vielen Menschen umgeben zu sein, allein schon berufsbedingt. Das war mir eine große Stütze. In dieser schweren Zeit habe ich erfahren, dass es die sogenannte Film-Familie wirklich gibt."

Eine Beziehung mit Antoinette Gräfin von Schaesberg in den späten 2010er-Jahren war nicht von langer Dauer. Über den Beziehungsstatus von Alexander Held bis zu seinem Tod im Mai 2026 ist öffentlich nichts bekannt.


Alexander Held, der ewige Nazi-Darsteller?

Während seiner Schauspielkarriere spielte Held übrigens nicht nur in Krimiserien mit. Er verkörperte immer wieder Nationalsozialisten. 1993 mimte der Darsteller in einer Nebenrolle einen SS-Mann in "Schindlers Liste". Das Drama unter der Regie von Steven Spielberg wurde mit sieben Oscars prämiert. 2004 folgte in "Der Untergang" die Rolle des Walter Hewel, Staatssekretär im Auswärtigen Amt und SS-Brigadeführer. Ein Jahr später war es der Gestapo-Beamte Robert Mohr in "Sophie Scholl - Die letzten Tage", mit dem Held Aufmerksamkeit erregte. Und in "Die Gustloff" verkörperte er einen NSDAP-Ortsgruppenleiter. Gleichwohl spielte Held auch schon einen Nazi-Gegner, 2004 im Kriegsfilm "Napola - Elite für den Führer".

Auf die wiederkehrende Rolle des "Bösewichts" angesprochen, antwortete Alexander Held 2014 in der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung": "Das ist eigentlich ein starkes Stück, aber auch wieder interessant, dass das so wahrgenommen wird." Tatsächlich habe er um die 200 Filme gedreht. Grundsätzlich störte den Charakterdarsteller das "Nazi-Etikett" nicht. "Hitchcock hat ja mal gesagt, je besser der Bösewicht, desto besser der Film", fügte er in der "FAZ" hinzu. "Ich spiele am Theater Komödie und am nächsten Tag eine griechische Tragödie, dann in einem Musical und danach zeitgenössische Stücke. Ich begreife das als Beruf." Die Vielfalt in der Schauspielbranche sei das Interessante und das Rätselhafte: "Wenn sich der Zuschauer in 'München Mord' fragt, ob mein Kommissar Schaller verrückt ist."


Warum Alexander Held "Das Boot" verpasst hat

In die Thematik "Drittes Reich" hätte ein weiterer berühmter Film in seinen langen Lebenslauf gepasst: "Das Boot" von Wolfgang Petersen aus dem Jahr 1981. Tatsächlich sollte Held in dem Klassiker mitspielen, konnte aber nicht, "weil ich Theaterverpflichtungen hatte. Dafür spielte das dann Martin Semmelrogge - übrigens sehr gut." Auch einen Part in Michael Verhoevens Klassiker "Die Weiße Rose" musste er aus diesem Grund ausschlagen. Mit Nachtrauern verschwendete Alexander Held aber keine Zeit, wie er 2014 in der "FAZ" betonte: "Hätte ich diese beiden Filme gemacht, wäre ich dem Star-Sein nicht so ganz entkommen."

So machte der Sohn des Schauspielers José Held eher Schritt für Schritt Karriere. 1958 geboren, war er in der Schulzeit Solosänger bei den Regensburger Domspatzen und gewann als jugendlicher Fußballer mit dem TSV 1860 München fünfmal die Jugendmeisterschaften. Ende der 1970er-Jahre absolvierte er eine Schauspielausbildung an der Otto-Falckenberg-Schule in München. 1980 erhielt er sein erstes Engagement bei den Münchener Kammerspielen. Später gehörte er insgesamt neun Jahre dem Ensemble der Freien Volksbühne in Berlin an. Es folgte ein Gastvertrag in Basel.

Da hatte Alexander Held seine ersten TV-Auftritte bereits hinter sich. Es begann 1981 in der Folge "Das sechste Streichholz" in der Krimiserie "Derrick". Zahlreiche Film- und Fernsehrollen folgten. Seine korrekte und doch undurchsichtige Aura machte ihn zu einem beliebten Verdächtigen - sofern er nicht selbst ermittelte.


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