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Charakterdarsteller über Kunst und KI

"Erschüttert mich wirklich sehr!" "Zürich-Krimi"-Star Christian Kohlund über Weltlage und KI

Veröffentlicht:

von Jan Islinger

Christian Kohlund im Film "Der Zürich-Krimi: Borchert und die Glut des Bösen".

Bild: ARD Degeto Film/Graf Film/Roland


Christian Kohlund ist mit seinen 75 Jahren und vielseitigen Rollen eine wahre TV-Legende. Nun äußert sich der Schweizer Schauspieler zur aktuellen Weltlage und der Zukunft des Theaters.

Christian Kohlund über die Zukunft des Theaters

Wie füreinander gemacht! Christian Kohlund und die Theater-Bühne gehören einfach zusammen. Das bekräftigte der 75-Jähige im Zuge eines Interviews mit der "Mindelheimer Zeitung". Obwohl Kohlund insbesondere durch seine lange TV-Karriere bekannt wurde, ist der 75-Jährige noch immer eng verbunden mit den großen Theaterbühnen des Landes.

"Ich habe immer darauf geachtet, Stücke zu spielen, die anspruchsvoll waren. Am Theater konnte man sich besser ausprobieren und für sich selbst etwas dazulernen." Demnach sei das Theater auch in den Jahren, in denen er hauptsächlich für TV-Produktionen vor der Kamera stand, sehr wichtig gewesen.

Ich habe die Bühne nie wirklich verlassen.

Christian Kohlund

Christian Kohlund kannst du zur Primetime am 20. Juni im "Zürich-Krimi" sehen


Zu wenig Rollen für die Mitte des Lebens

Auch wenn Christian Kohlund das Theater liebe, gäbe es aber auch Grund zur Kritik. Laut dem 75-Jährigen stünden einfach immer noch viel zu wenig Rollen für mittelalte Schauspieler:innen zur Verfügung. "Gerade bei Frauen kommt dann plötzlich ein großes Loch zwischen jugendlicher Liebhaberin und Mutter Courage. Es fehlt an Autoren, die Frauen in der Mitte des Lebens mehr berücksichtigen."

Auch die Ökonomie rund um Kunst und Kultur böte Grund zur Sorge. Es sei schlichtweg immer wengiger Geld für künstlerische Berufe da. Das treffe auch TV-Produktionen. Es müsse immer mehr in weniger Zeit produziert werden. Das sei mitunter sehr anstrengend, treffe aber auch andere Berufszweige, räumt der Schweizer ein.


Christian Kohlund über KI und Desinformation

Besorgnisergened ist für Kohlund zudem das politische Klima und das Thema KI. "Ich mache mir echt Sorgen über das, was gerade auf der Welt los ist, das erschüttert mich wirklich sehr", zeigt sich der gebürtige Schweizer beunruhigt. Vor allem die Flut an Informationen durch KI sei dabei ein Problem.

"So genial die Technologie ist, was mir Angst macht, ist die Tatsache, dass diejenigen, die diese Technik missbrauchen, immer zwei Schritte voraus sind. Ich sehe die große Gefahr, dass meine Kinder und Enkelkinder irgendwann mal nicht mehr wissen, was wahr und was falsch ist."

Wurzeln im Theater: Ausbildung und frühe Karriere

Geboren in Basel in eine Künstler- und Schauspielerfamilie, verbrachte Christian Kohlund schon als Kind viel Zeit am Schauspielhaus Zürich. Eine fundierte Ausbildung am Max-Reinhardt-Seminar in Wien folgte. In den 70er- und 80er-Jahren stand Kohlund in vielen klassischen Stücken auf bedeutenden Bühnen in Zürich, Berlin, Wien und München.

Als Regisseur inszenierte er Werke von Hemingway und Kleist und führte das Ein-Personen-Stück "Im Zweifel für den Angeklagten" auf. Später übernahm er darin selbst die Rolle des Strafverteidigers Clarence Darrow.

Internationale Produktionen und große Namen

Trotz seiner starken Verbindung zum Theater zog es Christian Kohlund früh zum Film. 1973 spielte er im Oscar-nominierten Kinofilm "Der Fußgänger" an der Seite von Maximilian Schell. Anschließend war er in der Thomas-Mann- Verfilmung "Unordnung und frühes Leid" (1977) mit Ruth Leuwerik zu sehen.


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Der Weg ins Fernsehen

Breite Bekanntheit entstand vor allem durch seine Fernseharbeit. In der "Schwarzwaldklinik" (1985-1989) hatte er eine wiederkehrende Rolle als Professor Alexander Vollmers. Als Unternehmer Alexander Langer, dem Gegenspieler von Uschi Glas alias Anna Maria Seeberger, trat Kohlund in der Dramaserie "Anna Maria - Eine Frau geht ihren Weg" (1994-1997) auf.

Die Handschrift eines Abenteuers trägt die Produktion zu "Das Traumhotel" (2003-2014). Über ein Jahrzehnt lang drehte Kohlund für seine Rolle als lösungsorientierter Hotelmanager Markus Winter an exotischen Schauplätzen wie Thailand, Mauritius, Chile, China und Brasilien.

Auch wirkte er in Serien wie "Derrick", "Ein Fall für zwei", "Der Alte" und "Das Traumschiff" sowie in zahlreichen Filmen mit. Heute verbinden Fans ihn besonders mit dem "Zürich-Krimi", in dem er seit 2016 den unkonventionellen Anwalt Thomas Borchert spielt, der nach einem Skandal in die Schweiz zurückkehrt. Die ihm auf den Leib geschriebene Rolle nannte Kohlund seine Lieblingsrolle, weil sie für ihn mehr Reiz habe als die eines reinen Strahlemanns.

Mit der "Schwarzwaldklinik" begann die Fernseh-Karriere von Christian Kohlund

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