Reale Drehorte
Alles echt: Diese Schauplätze der "Ostfrieslandkrimis" gibt es wirklich
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von teleschauIn den Dünen Ostfrieslands: Hier entstand "Ostfriesentotenstille" um Hauptkommissarin Ann Kathrin Klaasen, ihren Mann und Kollegen Frank Weller (rechts) und den Tatverdächtigen Dr. Bernhard Sommerfeldt.
Bild: ZDF/Michael Ihle
Die ostfriesische Kleinstadt Norden hat rund 25.000 Einwohner:innen – und ist Schauplatz einer der erfolgreichsten deutschen Krimireihen. Doch die "Ostfriesenkrimis" sind mehr als nur Fiktion: Viele Drehorte sind echt, Figuren haben reale Vorbilder, und selbst Autor Klaus-Peter Wolf taucht regelmäßig in den Filmen auf.

Ostfriesentotenstille
Es kann sein, dass ein Nörder der Mörder ist! Denn Nörder, so heißt der Einwohner von Norden auf Plattdeutsch. Und das wird da oben, rund 30 Kilometer nördlich von "Otto-Waalkes-Stadt" Emden noch reichlich gesprochen. Und die "Ostfrieslandkrimis" spielen nun mal in Norden und Umgebung. Denn der Autor der Romanvorlagen lebt hier. Eigentlich stammt Klaus-Peter Wolf (72) ja aus Gelsenkirchen. 2003 aber, da hatte er schon Dutzende von Kinder-, Jugend- und Erwachsenenbücher sowie etliche Drehbücher geschrieben, zog er nach Ostfriesland, wo er noch immer mit seiner Ehefrau Bettina Göschl (58) und seiner Tochter Maxi lebt.
Die ostfriesische Küste, diese raue, ursprüngliche Weite, die vom Rhythmus der Nordsee dirigiert wird, verzauberte den Mann. Und inspirierte ihn: 2007 veröffentlichte er den Krimi "Ostfriesenkiller - Fall 1 für Ann Kathrin Klaasen". Bislang folgten 19 weitere, Band 20, "Ostfriesenerbe", erst vor zwei Monaten. Das ist gut so. Denn dann steht dem ZDF für seine "Ostfrieslandkrimis" Nachschub bereit. Seit 2017 erscheinen die Verfilmungen von Wolfs Romanen. Am Samstag, 28. März, ist ab 20.15 Uhr im ZDF und über den Livestream auf Joyn der 14. TV-Fall, "Ostfriesentotenstille", zu sehen.
Hier werden die "Ostfrieslandkrimis" gedreht
Die Leute in Norden und Umgebung sind stolz auf ihre eigene TV-Berühmtheit. "Wir sind die Krimiküste", feiern sie sich selbst. Das ist legitim, denn in den Romanen und TV-Umsetzungen sind Norden und Umgebung die heimlichen Helden. Denn die Opfer sterben und die Ermittler:innen ermitteln an Originalschauplätzen.
Norden: Sie ist eine der ältesten Städte Ostfrieslands. Letztes Jahr war es 770 Jahre her, dass sie erstmals urkundlich erwähnt wurde. Hier lebt in den Krimis die Chefermittlerin und Kriminalhauptkommissarin Ann Kathrin Klaasen (Picco von Groote). In Norden wird für jede Folge gedreht, hauptsächlich rund um den Marktplatz. Da befindet sich die "Polizeiwache Norden" - und das typisch nordische Gebäude aus rotem Backstein, Anfang des 17. Jahrhunderts erbaut, dient auch, wenn die Film-Crew wieder abgereist ist, als echtes Polizeikommissariat.
Auch das Gebäudeensemble der sogenannten "Dree Süsters" (Drei Schwestern), drei giebelständige Backsteinbauten der Renaissance, dienen als Kulisse. Ebenso das Getreideviertel und das Ostfriesische Teemuseum. In der vom Marktplatz wegführenden Osterstraße findet sich die "Konditorei Café ten Cate". Das Traditionshaus gibt es seit 1878. In den Filmen relaxen die Ermittler:innen hier oft. Ubbo Heide, bis Fall 9 (2023) Kripo-Chef, kaufte hier immer seine geliebten Marzipan-Seelöwen. Und die gibt es tatsächlich!
Was Otto Waalkes mit den "Ostfriesenkrimis" zu tun hat
Norddeich: Der Stadtteil von Norden liegt direkt an der Küste. Vom Hafen aus legen Fähren nach Juist und Norderney ab. Hier wurde schon häufiger an der Hafenmole oder am Norddeicher Strand gedreht. Beliebt ist für Aufnahmen vor allem der sogenannte Hundestrand.
Neßmersiel: Das zur Gemeinde Dornum gehörende Dorf liegt nördlich von Norden, hat keine 400 Einwohner:innen und besteht hauptsächlich aus Ferienhäusern. Auch hier, vor allem am Hafen und in den Dünen, wurde und wird gedreht.
Greetsiel: Der Sielort liegt südlich von Norden, ist Teil der Gemeinde Krummhörn und direkt an der Leybucht. Am Kutterhafen entstanden schon viele Szenen für die "Ostfrieslandkrimis", einmal auch auf einem im Sieltief liegenden Segelschiff. Bei Greetsiel steht der Pilsumer Leuchtturm, ein Wahrzeichen Ostfrieslands. Der schaffte es auf das DVD-Cover des ersten Ostfrieslandkrimis "Ostfriesenkiller" - war aber im Film selbst nicht zu sehen. Dafür spielte er eine Hauptrolle in Otto Waalkes' Film "Otto - Der Außerfriesische". In dem Film (1989) wurde Greetsiel als "das letzte Eingeborenendorf vor der Küste" bezeichnet.
Aurich: Aurich ist die zweitgrößte Stadt Ostfrieslands und die Hauptstadt des Landkreises Aurich, zu dem Norden und alle anderen Drehorte gehören. Das Gebäude der Stadtverwaltung Aurich dient in den Filmen als Zentrale der Kriminalpolizei. Allerdings nur von außen. Man sieht die Beamten rein und rausgehen, für Innenaufnahmen steht das Gebäude nicht zur Verfügung.
Wie einst Alfred Hitchcock: Romanautor Klaus-Peter Wolf spielt in den TV-Krimis mit
Ostfriesische Inseln: Borkum, Juist, Norderney, Baltrum, Langeoog, Spiekeroog und Wangerooge sind alle nur einen Katzensprung von Norden entfernt. Hier wird immer wieder gedreht. Auf Norderney spielen unter anderem Szenen des Films "Ostfriesensünde". Langeoog war für "Ostfriesenhölle" Schauplatz eines tragischen Strandspaziergangs. Und auch "Ostfriesentotenstille" entstand unter anderem hier - wobei die Crew im Februar 2025 von plötzlichem Schneefall überrascht wurde. Da gab's sogar Schneeballschlachten am Set.
An den Verfilmungen ist also ebenso viel authentisch wie an den Romanvorlagen. Der Autor Klaus-Peter Wolf ist mit der filmischen Umsetzung seines Werks sehr verbunden - deshalb hat er auch in jeder TV-Episode, wie Regisseur Alfred Hitchcock einst in seinen Filmen, immer einen Kurzauftritt. Und nicht nur das: Viele Romanfiguren sind echten Einwohner:innen von Norden nachempfunden. Weshalb es bei den Dreharbeiten vorkommt, dass die Schauspieler:innen plötzlich den ihren Rollencharakteren zugrunde liegenden realen Nordern gegenüberstehen.
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