Monumentaler Drehort
"Havelland-Krimi": Hier drehten schon Steven Spielberg und Tom Hanks
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von teleschauDas Team um Staatsanwältin Dena Paulos (Dennenesch Zoudé, zweite von links) will den Mörder der Studentin fassen, die an der Glienicker Brücke tot aufgefunden wurde.
Bild: ZDF/Xiomara Bender
Die Glienicker Brücke in Brandenburg spielt im neuen "Havelland-Krimi - Hinter der Fassade" mit Dennenesch Zoudé eine tragende Rolle. Sie war im Kalten Krieg Schauplatz filmreifer historischer Ereignisse, die es bis nach Hollywood schafften.
Die Glienicker Brücke in "Havelland-Krimi - Hinter der Fassade"
In der Nähe einer Brücke wird die Leiche einer Studentin gefunden. In Verdacht gerät ihr Professor. Den hatte Staatsanwältin Dena Paulos (Dennenesch Zoudé) vor einigen Jahren im Mordfall einer anderen seiner Studentinnen schon einmal in Verdacht, konnte ihm die Tat aber nicht nachweisen. Mit ihren Mitarbeiter:innen setzt sie alles daran, ihn diesmal zu überführen. Die Ermittlungen führen sie immer wieder an jene Brücke. Sie wirkt so unscheinbar und doch hat sie eine große Bedeutung für die deutsch-deutsche Geschichte - und die Geschichte der Spionage, denn es handelt sich um die Glienicker Brücke.
Die Glienicker Brücke steht für die deutsche Teilung und Wiedervereinigung
Die 128 Meter lange Eisenbrücke führt in der Nähe des Wannsees über die Havel und verbindet Berlin mit Potsdam. Die Grenze verläuft genau auf der Mitte der Glienicker Brücke. Nach dem Zweiten Weltkrieg verlief über sie daher auch die Grenze zwischen der DDR und West-Berlin. Ab 1949 war sie ein Grenzübergang, ab 1952 für den Verkehr geschlossen. Dadurch wurde die Glienicker Brücke zu einem Symbol der deutschen Teilung - und 1989 nach ihrer Wiedereröffnung nach dem Fall der Mauer zum Symbol der deutschen Wiedervereinigung. Heute ist die Brücke Teil der Bundesstraße 1.
Von der Glienicker Brücke aus sieht man das Potsdamer Schloss, den Park Babelsberg, die Heilandskirche von Sacrow, das Schloss Glienicke und die Gartenlandschaften von Lenné.
Berühmt geworden als "Agentenbrücke"
Spektakulär ist die historische Rolle der beschaulich gelegenen Glienicker Brücke während des Kalten Krieges. Zwischen 1962 und 1986 fanden auf ihr mehrere Austausche von Agenten zwischen Ost und West statt. Daher ging sie als "Agentenbrücke" oder "Brücke der Spione" in die Geschichte ein.
2015 wurde sie als solche sogar zur Titelheldin des Hollywoodstreifens "Bridge of Spies" von Regisseur Steven Spielberg mit Hollywoodstar Tom Hanks in der Hauptrolle. Der Film thematisiert den ersten großen Agententausch im Februar 1962. Für die Dreharbeiten wurde die Glienicker Brücke eine Woche lang gesperrt. Einige Elemente mussten für die historische Authentizität abgedeckt werden, darunter die Bronzeskulptur "Nike 89", die erst nach der Wende entstand.
Filmreifer Agententausch auf der Glienicker Brücke 1962
Die zwei Agenten, die auch im Hollywood-Film im Zentrum des Geschehens stehen, hießen Rudolf Abel und Francis Gary Powers. Ersterer war ein in den USA eingesetzter sowjetischer Spion. 1957 wurde er enttarnt und in New York verhaftet. Der KGB-Agent entkam der Todesstrafe, weil die USA ihn für einen möglichen späteren Austausch verwenden wollten, sollte einer ihrer eigenen Agenten in sowjetische Gefangenschaft geraten. Auf die Idee brachte die Verantwortlichen nicht zuletzt Abels Anwalt James Donovan, der in "Bridge of Spies" von Tom Hanks verkörpert wird.
Der US-Pilot Powers wiederum hatte russische Raketen-Basen ausspioniert und wurde 1960 nach dem Abschuss seines Flugzeugs verhaftet. Da beide Agenten für die jeweils andere Seite besonders wertvoll waren, kam es am 10. Februar 1962 zum wohl berühmtesten und filmreifsten Agententausch während des Kalten Krieges auf der Glienicker Brücke.
Es ist der spannende Höhepunkt in "Bridge of Spies", als die beiden Spione im winterlichen Morgengrauen langsam auf der Brücke aufeinander zugehen, um sich schließlich genau auf ihrer Mitte, der Grenze zwischen Ost und West, zu passieren.
Austausche auf der Brücke 1985
Am 11. Juni 1985 schrieb die Glienicker Brücke erneut Spionagegeschichte. Diesmal wurden nicht nur zwei Agenten ausgetauscht, sondern gleich 27: 23 westliche und vier aus dem Ostblock, darunter Marian Zacharski. Ein zweiter Austausch fand gleichzeitig in Berlin am Checkpoint Charlie statt, ebenfalls ein Ort, der schon häufig in Filmen und Serien eine Rolle spielte.
Die Glienicker Brücke - ein beliebter Drehort
Steven Spielberg ist nicht der erste oder einzige Regisseur, der die Glienicker Brücke als Drehort nutzte. Schon im wegweisenden Filmklassiker "Unter den Brücken" (1946) von Helmut Käutner mit Carl Raddatz, Gustav Knuth, Hannelore Schroth und Hildegard Knef spielte sie eine zentrale Rolle. Im Biopic "Hilde" (2009) über Knef mit Heike Makatsch in der Hauptrolle wurde ebenfalls eine Szene an der Glienicker Brücke gedreht, ebenso für Serien wie "SOKO Potsdam" und die Agentenkomödie "Kundschafter des Friedens" (2017) mit Henry Hübchen und Michael Gwisdek.
Den "Havelland-Krimi - Hinter der Fassade", der den Auftakt einer neuen Reihe bildet, kannst du am Samstag, 9. Mai, um 20:15 Uhr, im ZDF-Livestream bei Joyn sehen.
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