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Jupiter Jones mit neuem Album im September auf Tour

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Bild: Sandra Ludewig


Wer Nicholas Müllers und Sascha Eigners Band Jupiter Jones kennt, weiß: Die können gut mit Worten. Und mit dramatischen Songs zwischen Pop und Indie. Dazu passt, dass ihr kommendes Album und die Tour dazu den schönen Titel tragen: "Ich trag den Sarg, Du trägst was Buntes".

Anfang August kommt das neue Album von Jupiter Jones. "Ich trag den Sarg, du trägst was Buntes" wird es heißen – und so wie es aussieht geht es darauf ziemlich gesellig zu. Während der Vorgänger "Die Sonne ist ein Zwergstern" in bisweilen nervenzehrenden, Pandemie-bedingten Fern-Session eingespielt und zusammengepuzzelt werden musste, hat man sich laut Band diesmal mit einem Haufen Wegbegleiter:innen umgeben. Die Punk-Instanz Donots wird zu hören sein, ebenso Jens Eckhoff von Wir sind Helden, Liser, Finna, Michi Ludes alias Mikroboy und Niclas Breslein von Junges Glück.

Das Stück mit den Rapperinnen Finna und Liser ist bereits veröffentlicht und ein wilder, guter Track mit Haltung. Das merkt man schon in den ersten Sekunden, in denen alle zusammen singen: "Der größte aller Fehler ist das Patriarchat, tada!" Während Liser und Finna kämpferische, feministische Strophen liefern, übernimmt Jupiter-Jones-Stimme Nicholas Müller den Chorus, in dem es heißt: "Aber euern Töchtern geht's gut / Die brauchen euch nicht, um auf alles irgend'nen Fick zu geben / Ich würd sagen, euern Töchtern geht's gut."

Die anderen Vorabsingles sind dann Classic-Jupiter-Jones: Melodisch und eher leise in den Strophen, hymnisch in den Refrains, mit Texten, wie sie im deutschen Pop nur wenige schreiben können. "Champagnerempfang satt" zum Beispiel thematisiert den ungesunden Cocktail, der lange Müllers Leben bestimmt hatte: Zum einen kämpfte er mit Angststörungen, musste aber permanent im Scheinwerferlicht stehen und funktionieren.

Trotzdem sagte er dem "Spiegel" 2015 in einem Interview, dass die Musik und seine Band lange sein Safe Space gewesen seien: "Musikmachen hat überraschenderweise funktioniert. Die Woche war ein Jammertal, aber am Wochenende habe ich bei Festivals auf der Bühne gestanden. Es war mein einziger Trost in diesen Jahren. Dafür habe ich gelebt. Jetzt stell dir den bitteren Moment vor, als ich zum ersten Mal eine Panik-Attacke auf der Bühne bekam."

Als das immer wieder passierte, stieg Müller 2014 aus seiner eigenen Band aus. Zu einer Zeit, als noch immer sein großer Hit "Still" in den deutschen Radios lief und man gerade mit dem 2013er-Album "Das Gegenteil von Allem" auf Tour gehen wollte. Die Band holte sich einen neuen Sänger an Bord und machte noch bis 2018 weiter – bis man sich im gegenseitigen Einverständnis auflöste.

Nicholas Müller kämpfte sich erst einmal an der Seite von Tobias Schmitz unter dem Namen von Brücken zurück und veröffentlichte 2015 das Album "Weit weg von fertig". Aber das Thema Jupiter Jones war noch nicht auserzählt: 2021 verkündete man die Reunion, wobei der Kern der Band nun nur noch aus Nicholas Müller und Gitarrist Sascha Eigner besteht.

Das neue Album, das zweite nach der Reunion, wird im August veröffentlicht und mit einer Release-Show in Saarlouis gefeiert, die allerdings schon ausverkauft ist. Ab dem 18. September geht es dann auf große "Ich trag den Sarg, Du trägst was Buntes Tour 2026", auf der es neben den neuen Songs natürlich auch einen Querschnitt der Jupiter-Jones-Historie geben wird. Man darf also hoffen, vielleicht auch "Rennen + Stolpern", "Atmen" oder vielleicht sogar "Still" mitsingen zu können.

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