Seit 2022 in der ZDF-Show

"Dann gibt es auch keine Preisobergrenze": Das ist "Bares für Rares"-Händler Roman Runkel

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von teleschau - Hellmut Blumenthal

Seit Januar 2022 als Händler bei "Bares für Rares": Roman Runkel.

Bild: ZDF/Frank W. Hempel


Er trägt getönte Brillen, zieht gerne mal an seiner Pfeife und hat ein Faible für Emaille-Schilder, Zirkus und Gastronomie: Selbst im vielfältigen Team der "Bares für Rares"-Händler:innen ist Roman Runkel ein bunter Hund. So tickt der sympathische Rheinländer.


"Irgendwo kann man immer ein Schnäppchen machen", sagt Roman Runkel gerne. Vor mehr als 40 Jahren begann die Sammler-Leidenschaft des gelernten Gastronomen. Seit knapp vier Jahren ist er als Händler bei "Bares für Rares" aktiv. Und auch dort sucht er regelmäßig nach spannenden Gegenständen für seine Schatzkammer.

Als der heute 64-Jährige Mitte der 1980er in Koblenz einen Gastronomie-Betrieb eröffnete, ging es los. Runkel wollte seinen Räumlichkeiten ein besonderes Flair geben. Mit Dingen, die nicht in jedem Shop zu bekommen sind. "Da habe ich halt Melitta-Filter, Nudelhölzer und Kaffeedosen gesammelt", verriet er bei seinem Einstieg in die ZDF-Sendung auf dem Facebook-Profil der Show.

Klingt erstmal banal, räumte Runkel bei anderer Gelegenheit ein, jedoch: "Ein Nudelholz interessiert natürlich niemanden, aber wenn hundert davon irgendwo hängen, ist das schon beachtlich". Zudem haben es ihm historische Emaille-Werbeschilder aus den ersten 40 Jahren des letzten Jahrhunderts angetan. Mittlerweile nennt er die größte und einzige öffentlich zugängliche Sammlung Deutschlands sein Eigen.


Ein ehemaliges Kloster wurde für den "Bares für Rares"-Händler zur "Fügung"

Zu finden ist diese Sammlung im Kasbachtal bei Linz am Rhein, zirka 25 Kilometer südöstlich von Bonn. Dort übernahm Ronald Runkel 2006 das Gelände der ehemaligen Steffens-Brauerei. Diese hatte seit 1866 in dem ehemaligen Kloster gewirkt. "Eine Fügung" nennt der Gastronom heute die Gelegenheit, das 20 Hektar große Areal zu erwerben. Denn allmählich war es in dieser Phase mit den gesammelten Schätzen zu eng geworden.

Denn Runkel sammelt auch Oldtimer-Traktoren, historische Kleinlaster sowie Zirkus-Utensilien. "Die habe ich von Roncalli-Chef Bernhard Paul gekauft. Mit ihm habe ich auch einige Jahre zusammengearbeitet", erzählt der passionierte Händler. Alte Buden und Wagen, selbst ein Karussell befindet sich in seinem Besitz. Letzteres ist Runkels ganzer Stolz. "Das wurde sogar mal in einem Til-Schweiger-Film eingesetzt", verrät er. Zum Einsatz kommen die Zirkus-Schätze mindestens einmal pro Jahr: Immer dann, wenn auf dem Gelände der "Alten Brauerei" ein historischer Weihnachtsmarkt steigt.

Schlemmen, shoppen, staunen: Das ist Roman Runkels Konzept der "Alten Brauerei"

"Arbeit, Hobby und Familie": so fasst Roman Runkel sein Wirken in der "Alten Brauerei im Kasbachtal" zusammen. Er teilt das Gelände mit seinem Sohn Peter, seiner Mutter Ingrid und seinem Vater Günther. Zudem laufen Hühner, Ziegen, Esel und Rehe auf dem Gelände herum. Darunter auch das Reh "Rudi". Das fand der Antiquitätenhändler, als es noch ein Kitz war – er hat es mit der Flasche aufgezogen.

Im Gasthaus mit gutbürgerlicher Küche hat Peter, gelernter Restaurantfachwirt, das Sagen. In der angrenzenden Backstube legt Runkel selbst gerne Hand an und backt Brot, wenn es seine Zeit erlaubt. Im "Colonialwarenladen" können Besucher seine Sammlung von historischen Schildern und Alltagsgegenständen bewundern – und natürlich auch das eine oder andere Stück erwerben.

Mit seiner Sammlerleidenschaft habe er seine ganze Familie angesteckt, gesteht Roman Runkel schmunzelnd. Er verbindet damit nicht nur "ein Stück heile Welt von früher", sondern auch einen Nutzen. "Ich weiß nicht, ob das Sammeln an sich nachhaltig ist, aber es ist Teil unserer Geschichte", sinniert er. "Das, was erhalten bleibt, war zu seiner Zeit auf jeden Fall nachhaltiger als so manches fortschrittliche Pendant heute."

Erste "Bares für Rares"-Kontakte 2018

Immer wieder lädt Roman Runkel Antiquitätenfans zu einem "Schätztag" auf seinem Gelände ein. So auch 2018, als er als Experten die "Bares für Rares"-Händler Walter Lehnertz, Fabian Kahl und Detlev Kümmel gewinnen konnte. Der Kontakt riss offenbar nie ab, und am 22. Januar 2022 feierte der leidenschaftliche Sammler sein Debüt in der beliebten TV-Show mit Horst Lichter.

Seitdem sorgt Runkel mit seinem besonderen Charme und seinem außergewöhnlichen Lebens- und Kleidungsstil für frischen Wind. Gerne trägt der passionierte Segler und Pfeifenraucher eine getönte Brille, das Gestell farblich abgestimmt auf sein Outfit. An "Bares für Rares" fasziniere ihn, "dass man auch einer anderen Generation wieder Gegenstände zeigt und Geschichten darüber erzählt". Für die einen sei das Format eine Hommage an eigene Erinnerungsstücke, die schon immer in Familienbesitz waren, für die anderen sei es einfach informativ, so der Händler.

Das Team von "Bares für Rares" mit Moderator Horst Lichter (m.)

Bild: ZDF/Frank W. Hempel


Wenn er was spannend findet, "dann gibt es auch keine Preisobergrenze"

Zudem mag Runkel die Authentizität der Sendung. "Man weiß - auch als Händler - nie, was kommt." Echt sei auch die kleine Rivalität unter Kollegen: Zwar gebe es keine direkte Konkurrenz mit den anderen, aber ein guter Bieterwettstreit habe noch niemandem geschadet. "Wenn zwei oder drei Händler bieten und ich das Objekt unbedingt haben will, dann gibt es auch keine Preisobergrenze", betont er.

So offen Roman Runkel über seine Sammlerleidenschaft spricht, so bedeckt hält er sich zu seinem Privatleben. Ob er in einer Beziehung ist oder wer die Mutter seines Sohnes Peter ist, darüber ist nichts bekannt.

"Bares für Rares" läuft montags bis freitags um 15:05 Uhr im ZDF. Zur selben Zeit ist die beliebte Trödelshow jeweils im kostenlosen Livestream auf Joyn verfügbar.


Dieser Beitrag wurde ursprünglich auf Joyn.de ('Behind the Screens' Deutschland) veröffentlicht.

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