Kein Publikumsliebling

Serbischer Kriegsverbrecher: "Bergdoktor" Hans Sigl war früher in dieser fiesen Rolle zu sehen

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von C3 Newsroom

Hans Sigl spielte vor dem "Bergdoktor" einen unsympathischen Typen.

Bild: Imago Images/Sven Simon


Bevor Hans Sigl in den Arztkittel schlüpfte, spielte er in "Marienhof" einen Finsterling - seine erste große Serienrolle. So begann seine TV-Karriere im Vorabendprogramm und ging über "SOKO Kitzbühel" bis hin zu Synchronarbeiten für "Yakari".

Wer Hans Sigl hört, denkt sofort an den idyllischen Gruberhof und Abenteuer in den Bergen - sicherlich nicht an den ARD-Serien-Killer aus dem Vorabendprogramm. Dabei nahm seine TV-Karriere genau dort Fahrt auf: in der Daily-Soap "Marienhof", in der er Anfang der 2000er-Jahre einen zwielichtigen Charakter spielte.

Während zuletzt viel über ihn wegen seines Auftritts bei der "Romy"-Verleihung gesprochen wurde, lohnt sich ein Blick zurück auf diese ziemlich düstere Serienvergangenheit, die so gar nicht zum empathischen Dr. Martin Gruber passen will. Und ja, wenn du früher "Marienhof" geschaut hast, ist die Chance groß, dass du ihn damals gesehen - und trotzdem nicht erkannt hast.

Vom Bösewicht in "Marienhof" zum Sympathieträger

In "Marienhof", der Kult-Vorabendserie der ARD, die von 1992 bis 2011 lief, war Sigl von 2000 bis 2002 als Bogdan Vogt alias Cjelko Nemec zu sehen - ein Kriegsverbrecher, der sich unter falscher Identität ein neues Leben aufbaut. Das komplette Gegenteil zum TV-Arzt mit großem Herzen.

Wer sich die alten Folgen heute ansieht, entdeckt einen deutlich jüngeren Sigl: grantig, verschlagen und zugleich charmant. Genau dieses Spannungsfeld machte die Rolle so stark - und markierte seine erste längere Serienerfahrung nach zuvor eher kleinen TV-Nebenrollen.

Dass der spätere "Bergdoktor" damals schon so viel Drama-Potenzial mitgebracht hat, ist rückblickend kaum zu übersehen. Nur verbindet man diese Figur gedanklich längst nicht mehr mit ihm - zumal die Geschichte von Bogdan Vogt im "Marienhof" tödlich endet, während Martin Gruber heute gefühlt unsterblich über die Tirols Almen wacht.


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"SOKO Kitzbühel", "Der Bergdoktor" & Co.: Wie es danach weiterging

Nach dem "Marienhof"-Aus stand er ab 2001 für "SOKO Kitzbühel" vor der Kamera und blieb dort bis 2006 Teil des Hauptcasts - Ermittler statt Kriegsverbrecher, aber immer noch deutlich kantiger als der spätere Landarzt. 2008 folgte dann der entscheidende Schritt: Das ZDF holte ihn als Dr. Martin Gruber in die Neuauflage von "Der Bergdoktor". Seitdem ist er für viele das Gesicht der Reihe, mehrfach ausgezeichnet und fest im Donnerstagabend verankert.

Spannend ist, was dazwischen und daneben fast unter dem Radar läuft: 2010 taucht Sigl etwa in der "Schnell ermittelt"-Folge "Elsa Gorger" auf - ein Detail, das vielen, die die österreichische Krimireihe lieben, bis heute durchgerutscht ist. Und 2020 leiht er in der Zeichentrickserie "Yakari" dem Großem Adler seine Stimme.

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