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Stimmen der Vergangenheit

"Die Simpsons": Diese deutschen Synchron-Sprecher:innen sind bereits gestorben

Veröffentlicht:

von Carina N.

Homer Simpson ist schockiert, als er erfährt, dass Norbert Gastell, Reinhard Brock und Elisabeth Volkmann (v. l.) bereits gestorben sind.

Bild: picture alliance / dpa / picture alliance / SuccoMedia /Franco Gulotta / picture alliance / dieKLEINERT.de / Paolo Calleri / picture-alliance / Sven Simon


"Die Simpsons": Seit über 35 Jahren begeistern die Bewohner:innen von Springfield die Fans - auch dank ihren ikonischen Synchron-Sprecher:innen. Homer, Marge und Co. - wir erinnern an die wichtigsten deutschen Stimmen, die die Serie auch über ihren Tod hinaus geprägt haben.

Die Simpsons

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Diese Doku-Reihe zeigt, wie aus krude gezeichneten Kurz-Strips in einer längst vergessenen Comedy-Show die längste und erfolgreichste Animationsserie der Welt wurde.

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35 Staffeln und mehr als 780 Episoden - "The Simpsons" sind die am längsten laufende Primetime-Serie des US-Fernsehens. In Amerika wurde die erste Folge 1987 ausgestrahlt, in Deutschland 1991. Seitdem ist viel passiert - in Springfield und in der realen Welt. Anders als die zeitlosen Zeichentrick-Figuren werden ihre menschlichen Synchron-Sprecher:innen älter - sie sind endlich. Viele Stimmen sind bereits gestorben, doch sie leben in den Figuren früherer Folgen weiter. Wir zeigen dir, welche Stimmen die Serie besonders geprägt haben.

Norbert Gastell: Homer Simpson

Norbert Gastell, hier bei einem Event im März 2015, war die deutsche Stimme von Homer Simpson.

Bild: picture alliance / Everett Collection | ©20thCentFox/Courtesy Everett Collection; picture alliance / SuccoMedia /Franco Gulotta; stock.adobe.com - KD Vector Studio


Über ein Vierteljahrhundert war Norbert Gastell die deutsche Synchron-Stimme von Homer Simpson - von der ersten in Deutschland ausgestrahlten Folge 1991 bis wenige Monate vor seinem Tod im Jahr 2015. Das machte ihn zu einer der langlebigsten und bedeutendsten Stimmen von "The Simpsons".

Norbert Gastell wurde 1929 in Buenos Aires geboren und verbrachte seine Kindheit in Argentinien, wo sein Vater als Redakteur arbeitete. Als Gastell neun Jahre alt war, kam die Auswanderer-Familie zurück in die Heimat München, wo er zur Schule ging und später eine Schauspielschule besuchte.

Tatsächlich hatte er auch einige Rollen und war viele Jahre vor der Kamera. Sein berühmtester TV-Charakter war Forstdirektor Leonhard in "Forsthaus Falkenau", den er stolze 17 Jahre lang spielte. Aber auch seine Stimme machte Karriere: Als Synchronsprecher lieh er sie "Alfs" neugierigem Nachbarn Trevor Ochmonek, König Gregor von Dunwyn und Ritter Sir Gammlittel in der "Gummibärenbande", Cornelius Fudge in "Harry Potter", verschiedenen Gastrollen in "Star Trek" und Marvin Marsh in "South Park".

Nach vielen Rollen vor der Kamera und hinter dem Mikro starb Norbert Gastell 2015 im Alter von 86 Jahren in seinem Zuhause in München. Seit 2016 ist Christoph Jablonka sein Nachfolger als Homers deutsche Stimme.

Elisabeth Volkmann: Marge Simpson, Jacqueline, Patty und Selma Bouvier

Die Schauspielerin synchronisierte direkt die ganze Familie Bouvier: Marge (die nach der Heirat mit Homer erst zur Simpson wurde), Patty, Selma und Jacqueline.

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Elisabeth Volkmann lieh gleich vier weiblichen Figuren ihre Stimme: Marge Simpson, ihrer Mutter Jacqueline Bouvier und ihren immer qualmenden Zwillingsschwestern Patty und Selma Bouvier. Das zeigt, wie vielseitig sie ihr Stimm-Talent einsetzte. Volkmann war ebenfalls seit der ersten Folge 1991 bis zu ihrem Tod im Jahr 2006 eine ikonische deutsche "The Simpsons"-Stimme.

Bevor sie Marge und ihrer Familie die deutsche Stimme lieh, war Volkmann als Schauspielerin und Komikerin tätig. 1936 in Essen geboren, wollte die kleine "Elsbeth" schon früh Opernsängerin werden. Das klappte nicht ganz, aber auf die Bühne schaffte sie es trotzdem. Sie zog nach München, spielte in Theaterstücken mit und wurde in den 1970ern als "Skandalnudel" bekannt: Volkmann spielte in rund 20 Erotikfilmen wie dem "Hausfrauen-Report" mit. Als Mutter Jolanthe hatte sie in der ARD-Fernsehshow "Klimbim" 1973 ihren Durchbruch im deutschen TV. Es folgten zahlreiche weitere Rollen.

Ab 1991 wurde auch ihre Stimme zum Star und ihre langjährige Synchron-Karriere bei den "Simpsons" begann. Sie sprach übrigens auch die Ameisenkönigin bei "Das große Krabbeln". 2006 starb Volkmann im Alter von 70 Jahren in ihrer Münchener Wohnung an Herzversagen. Seit 2007 spricht Anke Engelke Marge Simpson. Patty und Selma werden seitdem von Angelika Bender synchronisiert.

Reinhard Brock: Mr. Burns

Reinhard Brock ist nicht ansatzweise so grimmig wie seine Simpsons-Figur Mr. Burns.

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Der Schauspieler und Sprecher Reinhard Brock verlieh dem grimmigen, milliardenschweren Kraftwerks-Besitzer Mr. Burns seine Stimme. Mehr als zwei Jahrzehnte, vom Serien-Start 1991 bis zu seinem Tod im Jahr 2013, sprach er den reichsten Mann Springfields.

Es war bei Weitem nicht seine einzige Sprechrolle, denn Brocks Stimme galt als besonders wandelbar und vielseitig. Ob streng, gutmütig oder kratzig, er konnte damit in verschiedenste Rollen schlüpfen. Und so sprach er in seiner Laufbahn auch den Riesen Sully in "Die Monster AG", Morgen Freeman in "Bruce Allmächtig", Oliver Platt in "Die drei Musketiere", Hook in "Cars" und Laurence Fishburne in "Othello", um nur ein paar seiner Sprechrollen zu nennen.

Übrigens war Mr. Burns auch nicht der Einzige, den er bei den "Simpsons" synchronisierte - er sprang bei Umbesetzungen auch für Dr. Hibbert, Kirk van Houten, Oberschulrat Chalmers und den Musiklehrer Mr. Largo ein. Im Laufe seines Lebens produzierte der 1951 in Bergisch-Gladbach geborene Brock auch Dokumentationen, Musikvideos und Werbeclips mit und schrieb deutsche Dialoge für übersetzte Fernseh-Serien wie "Hey Arnold!" oder "Immer Ärger mit Newton".

2013 verstarb er unerwartet nach kurzer, schwerer Krankheit im Alter von 62 Jahren in München. Sein Talent gab er weiter - seine drei Töchter Farina, Lucy und Lilian Brock wurden allesamt Synchronsprecherinnen. Heute wird Mr. Burns von Kai Taschner gesprochen.

Donald Arthur: Kent Brockman

Rund 25 Jahre lang war Donald Arthur die Stimme von Kent Brockman.

Bild: picture alliance / teutopress; IMAGO / mptv; stock.adobe.com-KD Vector Studio


Seine näselnde Stimme machte ihn zum perfekten Nachrichtensprecher in der Welt der Simpsons: Sprecher Donald Arthur synchronisierte Kent Brockman rund 25 Jahre lang, von Beginn 1991 bis 2016. Arthur wurde 1937 in New York geboren, lebte aber den Großteil seines Berufslebens in München.

Arthur war ein Tausendsassa: Bevor er zum Synchronsprechen kam, war er Opernsänger, Schauspieler, Übersetzer, Moderator und Drehbuchautor. Vor allem in der Zeichentrick- und Animationswelt machte seine Stimme Furore: Er sprach unter anderem den Chefkoch in "Southpark", Boober Fraggle in "Die Fraggles", Igor in "Graf Duckula", Auguste Gusteau in "Ratatouille", Jochen Rochen in "Arielle" und viele mehr.

Donald Arthur starb 2016 im Alter von 79 Jahren in München. Seinen Simpsons-Charakter sprach er bis kurz vor seinem Tod. Ab 2016 wurde er von William Cohn übernommen, der seinerseits 2022 verstarb. Seitdem ist Thomas Albus die Stimme von Kent Brockman.

Ulrich Frank: Ned Flenders

Der freundliche Nachbar der Simpsons wurde rund 25 Jahre lang von Ulrich Frank synchronisiert, ab der ersten Staffel 1991 bis 2016.

1943 in Straßbourg geboren, war Frank ab 1963 als Schauspieler tätig, unter anderem in "Der Fahnder", "Versteckte Kamera" und "Die Kette". Als Synchronsprecher gab er Bruce Campbell, William H. Macy und Mark Williams eine Stimme.

Die meisten Charaktere, die seine Stimme tragen, sind aber aus Zeichentrick oder animiert: Er sprach unter anderem Gecko Moria in "One Piece",  Fungus in "Die Monster AG", den Van in "Cars" oder Herr von Boden in "Das große Krabbeln", um nur einige zu nennen.

2017 verstarb Ulrich Frank im Alter von 74 Jahren in München. Seitdem spricht Claus-Peter Damitz den Nachbarn der Simpsons.

München: Hotspot für Synchron-Sprecher:innen

Dass die Mehrheit der "The Simpsons"-Stimmen in München wohnte, ist kein Zufall: Die deutsche Fassung wurde stark von der Synchron-Landschaft der bayerischen Hauptstadt geprägt - damals wie heute eines der wichtigsten deutschen Zentren der Szene.


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Mehr Wissenswertes über vergangene "The Simpsons"-Stimmen

  • Seit dem Start der Serie 1991 in Deutschland sind bereits zwölf Synchron-Sprecher:innen verstorben.

  • Kult-Stimmen, die die Zeichentrick-Serie prägten, sind unter anderem Ulrich Frank († 2017), der rund 25 Jahre lang die Stimme des freundlichen Nachbarn Ned Flenders war, und Michael Rüth († 2024), der fast 20 Jahre gleich drei Figuren sprach: Abraham "Abe" Simpson, Barney Gumble und Hans Maulwurf. Zudem hat Ivar Combrinck († 2006) den Reverend Lovejoy synchronisiert und Manfred Erdmann († 2017) verlieh bis zu seinem Tod dem Comicbuchverkäufer seine Stimme.

  • Bei zwei "Simpson"-Charakteren trauern die Fans bereits über mehrere Synchronsprecher-Verluste: Kent Brockman (Donald Arthur, † 2016, und William Cohn, † 2022) sowie Seymour Skinner (Fred Klaus, † 2002, und Klaus Guth, † 2015).

Unveränderte Kult-Stimmen seit der ersten Folge: Lisa und Bart Simpson

Zwei Synchron-Stimmen sind nach rund 35 Jahren noch immer dabei: Sandra Schwittau (Bart Simpson), ganz links auf dem Bild, und Sabine Bohlmann (Lisa Simpson), ganz rechts auf dem Foto. Manches ändert sich eben nie ...

Im Synchronstudio in München (v. l. ): Sandra Schwittau (Bart Simpson), Norbert Gastell (Homer Simpson), Elisabeth Volkmann (Marge Simpson) und Sabine Bohlmann (Lisa Simpson)

Bild: picture alliance/United Archives



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