Alkoholprobleme

"Ich habe mein Leben lang getrunken": Die Schicksalsschläge des "Spreewaldklinik"-Stars Muriel Baumeister

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von teleschau

In die "Spreewaldklinik" spielt Muriel Baumeister Dr. Barbara Berg.

Bild: © SAT.1 / Hardy Spitz


In der Serie "Die Spreewaldklinik" spielt Muriel Baumeister die Chefin der Klinik. Für die Schauspielerin ist es die 112. Rolle in Film oder Fernsehen innerhalb von 34 Jahren. Doch sie hatte bereits mit vielen Schicksalsschlägen zu kämpfen. Nicht nur die Alkoholsucht machte ihr das Leben schwer.


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Gleich ihre zweite Rolle machte Muriel Baumeister zum Star. Sie spielte von 1990 bis 1994 in 23 Folgen Bea Donner in der Serie "Ein Haus in der Toscana". Schon 1991 wurde sie dafür für den Tele-Star, den Vorläufer des Deutschen Filmpreises ausgezeichnet, da war sie gerade 19 Jahre alt geworden. Sie brach ihr Studium der Sozialpädagogik ab und kletterte die Karriereleiter empor. 1994 erhielt sie die Goldene Kamera als beste Nachwuchsschauspielerin. Der Weg ins Rampenlicht war geschafft.

Dann schlug das Schicksal zu. Nicht nur einmal. Aber Muriel kämpfte sich immer wieder hoch, eine echte Stehauf-Frau. Darauf nimmt auch der Titel ihrer Autobiografie Bezug, die sie 2019 veröffentlichte: "Hinfallen ist keine Schande, nur Liegenbleiben". Darin beschrieb sie die hohen Gipfel und die tiefen Täler, die sie erreichte.

Mit 22 Jahren gewann Muriel Baumeister die "Goldene Kamera"

In der Karriere von Muriel gibt es seit 1990 kein einziges Jahr, in dem sie mindestens an einem TV- oder Kino-Projekt beteiligt war. In den Jahren nach ihres Durchbruchs drehte sie zum Teil bis zu sechs Projekte pro Jahr, war in "Der Landarzt" ebenso zu sehen wie in "Derrick", "Der Alte" oder in der starbesetzten Kino-Produktion "Knockin' On Heaven's Door" mit Til Schweiger, Jan Josef Liefers und Cornelia Froboess.

"Nebenbei" war die gebürtige Salzburgerin schon mit 21 Jahren verheiratet (mit Schauspielkollegen Rainer Strecker) und wurde mit 23 Jahren erstmals Mutter. Dann warf sie, wie das Fan-Portal "Helden unserer Kindheit" berichtete, eine lebensgefährliche Gehirnentzündung gesundheitlich zurück. Die überstand sie, aber die Ehe scheiterte. 1998 trennten sich Muriel und Rainer Strecker. Sie kam Anfang der 2000er-Jahre mit dem Schauspieler Pierre Besson zusammen, mit dem sie 2002 im Film "Gefühle im Sturm" ein Liebespaar gespielt hatte. Das Glück schien perfekt: 2006 kam ihre gemeinsame Tochter Frieda auf die Welt, aber schon kurz nach der Geburt trennten sich die Eltern. Das Familienleben blieb turbulent: 2014 kam ihre jüngste Tochter Ava Pipina zur Welt. Ihr drittes Kind vom dritten Mann.

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Muriel Baumeister überwand viele Schicksalsschläge

2004 erlebte Muriel einen riesigen Schicksalsschlag, als sich ihr Vater, der Schauspieler Edwin Noël-Baumeister, das Leben nahm. Die erschütterte Muriel zog sich für eine längere Zeit aus der Öffentlichkeit zurück. Die Pause nahm ihr auch den Karrierewind aus den Segeln, aber Muriel kehrte zurück. Spielte ab 2006 in Serien wie "Tatort" oder "Der Bergdoktor".

Mitte des zweiten Jahrzehnts des neuen Jahrtausends ging es wieder etwas bergab, Muriel hatte mit den Dämonen des Alkoholismus zu kämpfen. 2016 verursachte sie angetrunken einen Autounfall mit ihrer kleinen Tochter im Auto. Die Boulevardpresse berichtete in reißerischen Headlines. Aber sie stellte sich ihrer Sucht und trat in der Charité in Berlin einen Entzug an. Seither hat sie keinen Alkohol mehr angerührt.

"Ich habe einen Karriereknick erlebt, absolut", gestand sie sich 2019 in einem Interview mit dem "Stern" ein, als sie Promotion für ihr Buch machte. Aber der Blick geht für Muriel Baumeister - wie immer wieder - nach vorn: "Aber das ist jetzt vorbei."

Im Talk-Format "Wendepunkte" des Potsdamer Selbsthilfevereins SEKIZ e.V. sprach die gebürtige Salzburgerin nun erneut über ihre schwere Vergangenheit: "Ich habe mein Leben lang getrunken."

Wie normalisiert Alkohol bei ihr war, macht ein Beispiel deutlich: "Ich war mal mit Freunden unterwegs, da habe ich zehn Gin Tonic getrunken ohne nennenswerte Auswirkungen. Für normale Leute unvorstellbar." Der Konsum blieb nicht ohne gesundheitliche Folgen: Baumeister litt an einer chronischen Magenschleimhaut-Entzündung. Mittlerweile ist sie seit fast zehn Jahren trocken. Doch der Weg war lang: Erst beim dritten Anlauf gelang ihr der Ausstieg aus der Sucht.

Die Schockdiagnose

Doch nicht nur mit der Alkoholsucht hatte sie zu kämpfen. 2022 wurde bei ihr Brustkrebs diagnostiziert. In einem Interview mit dem Boulevard-Magazin "Bunte" erzählte sie von ihrem Kampf: Sie habe eine Antikörper-Therapie, eine Chemo-Therapie und eine Strahlen-Therapie gemacht. Außerdem habe sie sich einer Operation unterzogen.

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