Song Gokus erster Meister

Die dreieinhalb besten Lehren des Herrn der Schildkröten bei "Dragonball"

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von Martin Haldenmair

Perverser Alter und weiser Meister - Muten Roshi ist beides!

Bild: © Bird Studio/Shueisha, Toei Animation


Er feuerte die erste Kamehameha ab, zerstörte einmal den Mond (Gott machte einen neuen) und war Son Gokus erster Lehrmeister: Der Herr der Schildkröten. Warum der komische Alte tatsächlich ein sehr guter Lehrer für Kämpfe und für das Leben ist, erfährst du hier.

Lektion 1: Du kannst (und sollst auch mal) verlieren

Der Herr der Schildkröten meldet seine Schüler Son Goku und Krillin beim großen Turnier der Kampfkünste an. Voller Hingabe trainieren sie, um sich den besten Kämpfern der Welt zu stellen. Doch ihr Meister selbst nimmt, verkleidet als Jackie Chun, ebenfalls Teil und besiegt sie. Zuerst trainiert er sie und dann verhindert er ihren Sieg - ist das gemein?

Nein, gerade hier hatte Muten Roshi nur das Beste für seine Schüler im Sinn! Er wusste sehr gut, wie talentiert sie sind und wollte verhindern, dass sie zu früh zu selbstsicher wurden. Egal, wie gut du bist, so lernen sie, irgendwo kann immer noch jemand ganz Unerwartetes sein, der besser ist als du. Und: Du lernst Kampfkunst nicht, um ein glorreicher Sieger zu werden und andere zu beeindrucken. Kampfkunst lernt du in erster Linie, um an dir zu arbeiten. Son Goku und Krillin haben das verinnerlicht. So wie auch die nächste Lehre:

Lektion 2: Gönn dir mal eine Pause

Die Schildkrötenschule ist nichts für Zaghafte. Trainiert wird dort mit einem 20 bis 50 Kilo schweren Schildkrötenpanzer auf dem Rücken. Beim Lauf- und Schwimmtraining sorgen hungrige Dinosaurier und Haie für Motivation. Und dann gibt es auch noch Unterricht zu Sprache und Kultur! Alle Sinne werden gefordert und geschärft. Ständig hellwach muss man aber nicht sein, denn die Lehre des Herrn der Schildkröten beinhaltet auch regelmäßiges Dösen in der Hängematte. "Arbeit, Lernen, Essen und ein Nickerchen," ist das Motto von Muten Roshis Schule.

Und das ist tatsächlich wichtig: Körper (und auch Geist) gehen beim Training durch mehrere Phasen hindurch und dürfen daher nicht ständig gleich belastet werden. Immmer nur mit voller Kraft durchzupowern bringt gar nicht so viel, Abwechslung und Pausen sind wichtig. Und Goku gönnt sich auch heute noch zwischen Trainingseinheiten mit Göttern ein kleines Festmahl.


Lektion 3: Erweitere deinen Horizont

Nach dem Ende des großen Turniers, bei dem Krillin und Son Goku nicht den Sieg erringen konnten, erwarten beide, dass das Training weitergehen würde. Aber Muten Roshi schickt sie beide fort. Sie sollen in die Welt gehen und ihren eigenen Weg finden. Das mag daran gelegen haben, dass Autor Akira Toriyama wieder zu den Abenteuergeschichten der ersten Kapitel zurückkehren wollte, denn es ist tatsächlich ungewöhnlich, wenn ein Meister es nicht nur akzeptiert, dass ein Schüler andere Techniken als seine erlernen könnte, sondern es sogar fördert.

Es ist aber auch das Zeichen eines guten Lehrers, der weiß, dass die Grundlagen sitzen und nun seine Schützlinge selbst dran sind, ihren Stil zu finden. Anders als die Schüler des Herrn der Kraniche, deren Meister sie an der kurzen Leine hielt, lernte Son Goku so viele sehr unterschiedliche Leute, Lebens- und Kampfweisen kennen - weil er sich auch mal (siehe Lektion 2) Zeit nimmt und er (siehe Lektion 1) nie zu stolz ist, etwas Neues zu lernen. Kein Wunder, dass die Kranichschüler, die zunächst überlegen wirken, schließlich besiegt werden und sich der Schildkrötenschule anschließen.

Bonuslektion: Mach deinem Meister nicht alles nach

Wofür ist der "Herr der Schildkröten" bekannt und berühmt? Ganz ehrlich: Dafür, dass er ständig gewisse Heftchen liest und sich mit großen Augen Frauen-Aerobic im Fernsehen ansieht. Dass Muten Roshi verdientermaßen als legendärer Meister der Kampfkünste gilt, kommt erst danach. Als positive Lektion: Sei mit dir im Reinen, dann lebt es sich viel leichter! Als Warnung: Wenn du nicht gerade ein 300 Jahre alter Meister bist, dem sein Ruf egal ist ... denke auch ein bisschen an die Außenwirkung deines Handelns.

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