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Mord nach Plan

Warum sich fast jedes Krimi-Ende ausrechnen lässt: Drehbuchautor Jonas Pflaumer im Interview

Veröffentlicht:

von Rebekka Lindl

Drehbuchautor Jonas Pflaumer über Krimi-Geheimnisse und wie er KI im Schreibprozess nutzt.

Bild: Daniel Assmann; AdobeStock/cirquedesprit


Im Exklusiv-Interview gibt Drehbuchautor Jonas Pflaumer unverfälschte Einblicke in die Realität der deutschen Serien- und TV-Landschaft. Er hat unter anderem für die Joyn-Serie "Frieda - Mit Feuer und Flamme" geschrieben und kennt die feinen dramaturgischen Kniffe genau.

Das Staffelfinale von "Frieda - Mit Feuer und Flamme" aus Jonas' Feder jetzt auf Joyn streamen

Du arbeitest momentan für öffentlich-rechtliche Sender, hast aber auch schon für Joyn geschrieben. Wo unterscheiden sich die beiden Welten?


Jonas Pflaumer: Bei Joyn war das die Daily Soap. Da hatte ich mit der Redaktion kaum Kontakt. Das ist bei den Öffentlich-Rechtlichen anders. Man sitzt meistens direkt in Redaktionssitzungen, bekommt unmittelbares Feedback und erfährt, was gefällt und wie es weitergehen soll.

Bei Daily Soaps müssen die Arbeitsschritte zügig durchgetaktet werden, für ständige Abstimmungen mit einzelnen Autoren fehlt schlicht die Zeit. Die Redaktionen kommen zeitlich sonst nicht hinterher. Neben Meetings müssen sie pro Folge 30 bis 40 Seiten Drehbuch genau prüfen und parallel neue Handlungsstränge planen. Der direkte Draht zur Redaktion wird deshalb seltener.
Es kommt aber auf die Rolle an: Als reiner Dialogbuchautor sitzt du zu Hause, bekommst die fertige Outline und schreibst die Dialoge darüber. So war das bei mir bei der "Landarztpraxis" oder der "Spreewaldklinik". Da hatte ich mit der Redaktion keinen Kontakt und habe die Leute nie persönlich gesehen. Das ist eine andere Art zu arbeiten.

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