True Crime
Der Jahrhundert-Coup von Gelsenkirchen: Das "Galileo"-Experiment zum Bankeinbruch
Veröffentlicht:
von Charlotte KnörzerGalileo
True-Crime-Experiment: Der Sparkassen-Raub
Videoclip • 18:28 Min • Ab 12
Der Sparkassenraub in Gelsenkirchen gilt als einer der spektakulärsten Bankeinbrüche in der deutschen Kriminalgeschichte. Aber wie konnten die Einbrecher unbemerkt eindringen und über 3000 Schließfächer ausräumen? "Galileo"-Reporter Matthias Fiedler startet ein Experiment.
Drei Monate nach dem Einbruch ist Matthias vor der Sparkassenfiliale im Stadtteil Buer. "Ich habe ein komisches Gefühl, hier jetzt am Tatort zu sein", sagt er. Vor der Filiale trifft er Handwerksmeister Soner. Er und seine Familie gehören zu den Betroffenen. In ihrem Schließfach lagerten vor allem Schmuck und Erbstücke - Wertgegenstände, die nicht nur teuer, sondern unersetzbar sind.
"Meine Eltern sind klassische Gastarbeiter, kamen in den 1960-/1970-Jahren hierher. Mein Vater hat 40 Jahre lang unter Tage in der Zeche gearbeitet", erzählt Soner. Der Einbruch habe für seine Familie massive Folgen gehabt. "Man fühlt sich auf jeden Fall im Stich gelassen", sagt er. Besonders verletzend sei für ihn das öffentliche Narrativ gewesen, "dass es sich bei den Opfern um 3000 kriminelle Ausländer handelt".
Unsere ganze Welt ist zusammengekracht
Das True-Crime-Experiment
45 Zentimeter - so groß war das Loch, das die Täter in die massive Stahlbetonwand zum Tresorraum gebohrt hatten. Doch wie durchbohrt man so eine solche Wand und welches Equipment ist dafür nötig?
Für das Galileo True-Crime-Experiment lässt Tresorbauunternehmer Markus Hartmann eine Wand anfertigen, die dem Tresorraum in Gelsenkirchen entspricht: 50 Zentimeter dick, zweifach stahlarmiert, zwölf Tonnen schwer.
Zum Einsatz kommt schweres Gerät. Die Kernbohrprofis bringen einen Bohrständer, einen leistungsstarken Motor und eine diamantbesetzte Bohrkrone mit. Nach nur zehn Minuten ist alles montiert und startklar. Dann geht es los: Der Bohrer arbeitet mit rund 105 Dezibel - etwa so laut wie eine Kettensäge.
Die Sparkasse liegt mitten in der Innenstadt. Hat das wirklich niemand gehört? Matthias hält es für möglich. "Wenn Wände dazwischen sind, oder gar mehrere Etagen, kann ich mir vorstellen, dass es keiner gehört hat", sagt er. Tatsächlich erzeugt der Kernbohrer kaum Vibrationen, die sich durch das Mauerwerk fortsetzen. Nach nur knapp einer Stunde ist dann der Durchbruch geschafft: Ein sauberes Loch klafft in der massiven Wand.
Aber wie einfach wäre es gewesen, wenn die Filiale in Gelsenkirchen ein spezielles Kernbohrschutz-Paneel gehabt hätte? Tresorbauer Markus Hartmann hat eins für das Experiment mitgebracht und ist sich sicher: "Wenn die Sparkasse in Gelsenkirchen so was gehabt hätte, dann würden die da auch nicht reinkommen."
Das muss Stunden gedauert haben!
Beim zweiten Test zeigt sich schnell: Der Bohrer hat deutlich mehr Widerstand. Er quietscht, rüttelt und heult laut auf. Das Prinzip der Schutzvorrichtung: Im Inneren des Paneels befinden sich kleine Stahlkugeln, die dafür sorgen, dass der Bohrer keinen richtigen Halt im Material findet. Nach nur einer Stunde haben sich die Diamantzähne des Bohrers fast vollständig abgeschliffen - trotzdem ist die Wand fast zur Hälfte durchbohrt.
Das Experiment zeigt: Auch diese Schutzmaßnahme ist nicht unüberwindbar. Tresorunternehmer Hartmann räumt ein: "Alles, was Menschen bauen, können Menschen auch wieder zerstören, das ist klar. Du brauchst nur das richtige Equipment und ganz viel Zeit."
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