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Wenn der Wecker zum Problem wird

Neues "JENKE. Experiment" zeigt: Warum unser Alltag für viele Menschen zu früh beginnt

Veröffentlicht:

von Johanna Beißel

Jenke von Wilmsdorff auf dem Weg aus der Schlaflosigkeit im neuen "JENKE. Experiment".

Bild: Joyn


Jenke von Wilmsdorff und sein Sohn Jánik suchen nach dem Geheimnis besseren Schlafs. Dabei stoßen sie auf ein Problem, das viele Menschen betrifft: Unsere innere Uhr passt längst nicht immer zu den Zeiten, die Schule, Studium und Beruf vorgeben.

Hier kannst du das Schlaf-Experiment live auf Joyn sehen

JENKE.

Jenke von Wilmsdorff ist immer auf der Suche nach Antworten. In der ProSieben-Reihe "JENKE." geht er gesellschaftlich relevanten Fragen nach. Dafür lässt er sich auf spannende und extreme Experimente ein, die ihn an seine Grenzen führen.

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Jenke und Jánik gehen ihrer inneren Uhr auf den Grund

Wann gehst du ins Bett, wann stehst du auf und wann würdest du eigentlich schlafen, wenn morgens kein Wecker klingeln würde? Auf ihrer Suche nach erholsamer Nachtruhe probieren Jenke von Wilmsdorff und sein Sohn Jánik im neuen "JENKE. Experiment" ganz unterschiedliche Methoden aus. Ein medizinischer Eingriff bringt Jenkes Selbstversuch dabei sogar zwischenzeitlich ins Wanken. Doch auch die innere Uhr könnte eine entscheidende Rolle spielen.

Denn guter Schlaf hängt nicht nur davon ab, wie lange wir schlafen. Auch der Zeitpunkt spielt eine Rolle. Während manche Menschen morgens von selbst früh wach werden, kommen andere erst später richtig in Gang. Jenke und Jánik wollen deshalb herausfinden, welchem sogenannten Chronotyp sie entsprechen - und was das für ihren Alltag bedeutet.

Dafür lassen sie ihre innere Uhr mithilfe von Haarwurzelproben untersuchen. Der Test soll unter anderem zeigen, wann ihr Körper auf Schlaf eingestellt ist und welche Tageszeiten sich für Sport, Essen oder Kaffee eignen.

Doch dabei stößt das Experiment auf ein grundsätzliches Problem: Was bringt es, zu wissen, wann der eigene Körper schlafen möchte, wenn der Alltag einen ganz anderen Rhythmus vorgibt?


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Was der Chronotyp über unseren Schlaf verrät

"Es geht nicht darum, wie lange man schläft, sondern wann schläft man", erklärt Prof. Dr. Achim Kramer, Leiter der Abteilung Chronobiologie an der Charité, im "JENKE. Experiment".

Die innere Uhr beeinflusst unter anderem, wann wir müde werden, von selbst aufwachen und zu welchen Tageszeiten wir besonders leistungsfähig sind. Bei sogenannten Lerchen liegt dieser Rhythmus früher, bei Eulen später. Ungefähr 60 Prozent der Menschen bewegen sich irgendwo dazwischen.

Welcher Chronotyp wir sind, ist dabei nicht einfach eine Frage der Gewohnheit. Er ist zu einem wesentlichen Teil biologisch vorgegeben und verändert sich im Laufe des Lebens. Besonders deutlich wird das bei Jugendlichen: In der Pubertät verschiebt sich die innere Uhr häufig nach hinten.

"Das heißt, Teenager können abends nicht früher einschlafen, selbst wenn sie es wollen", fasst Jenke eine Erkenntnis des Experiments zusammen.

Das Problem: Am nächsten Morgen müssen sie trotzdem früh raus.

"Wecker sind Gift": Was Jenke über unseren Schlafrhythmus erfährt

Genau an diesem Punkt wird aus Jenkes persönlicher Suche nach besserem Schlaf eine Frage, die weit über das Experiment hinausgeht. Denn Schule, Universität und Arbeit beginnen meist zu festen Zeiten - unabhängig davon, wann die innere Uhr eines Menschen eigentlich auf Wachsein eingestellt ist.

Chronobiologe Kramer sieht das kritisch. Er selbst stellt sich nach eigenen Angaben schon lange keinen Wecker mehr: "Wecker sind Gift, ungesund. Wir lassen unseren Schlaf nicht zu Ende bringen", erklärt er in der Sendung.

Bei seinen Studierenden beobachtet er,  wie verbreitet das Problem ist. Auf die Frage, wer an normalen Arbeitstagen einen Wecker brauche, würden sich rund 80 Prozent melden. "Das heißt eigentlich, diese 80 Prozent der Leute haben ihren Schlaf an Arbeitstagen nicht zum normalen Ende gebracht, sondern mussten ihn künstlich cutten."

Wer unter der Woche früh aufstehen muss und am Wochenende deutlich später aufwacht, lebt dadurch immer wieder gegen die eigene innere Uhr. Wissenschaftler sprechen vom sogenannten sozialen Jetlag.

Für Jenke und Jánik stellt sich damit eine entscheidende Frage ihres Experiments: Wie gut können wir überhaupt schlafen, wenn unser Alltag nicht zu unserem natürlichen Rhythmus passt?

Müsste die Schule später beginnen?

Welche Folgen ein früher Start haben kann, zeigt das  "JENKE. Experiment" am Beispiel Schule. Jugendliche entwickeln häufig einen späteren Chronotyp - müssen morgens aber trotzdem früh zum Unterricht. Für Kramer kann das Menschen mit einer später eingestellten inneren Uhr benachteiligen: "Das hat nichts mit Faulheit zu tun, sondern dann ist man effizienter, dann ist man ausgeschlafener, leistungsfähiger."

Dass ein späterer Start einen Unterschied machen kann, zeigen auch Ergebnisse von Schulen, die im Experiment vorgestellt werden. Bei späteren Anfangszeiten schliefen Schüler:innen im Schnitt rund 40 Minuten länger, Schlafprobleme nahmen ab und auch bei den Leistungen zeigten sich Verbesserungen.

Kramer stellt deshalb eine grundsätzliche Frage: "Warum fangen wir den Tag nicht an, wenn die meisten von alleine aufwachen?" Aus seiner Sicht könnte ein späterer Schul- und Arbeitsbeginn besser zum natürlichen Schlafrhythmus passen.

Das verrät der Chronotyp-Test über Jenke und Jánik

Und wo stehen Jenke und Jánik selbst? Das Ergebnis ihres Tests fällt unterschiedlich aus: Jenke gehört zu den etwas späteren Normaltypen, während Jánik als Eule eingestuft wird. Für Jenke wäre demnach ein Schlafrhythmus ungefähr von ungefähr Mitternacht bis 8 Uhr ideal, für seinen Sohn verschiebt sich das Zeitfenster noch einmal um eine Stunde nach hinten.

Doch die Empfehlungen umzusetzen, gelingt den beiden unterschiedlich gut. Während Jenke seinen Tagesrhythmus stärker an seine innere Uhr anpasst und schon bald eine Verbesserung seines Schlafs feststellt, kommt Jánik mit den für ihn ermittelten Zeiten deutlich weniger gut zurecht. Der Chronotyp-Test liefert damit zwar konkrete Anhaltspunkte - wie gut sie sich im Alltag umsetzen lassen, ist jedoch eine ganz andere Frage.

Auch der Tag entscheidet über die Nacht

Doch die innere Uhr ist nur ein Teil der Suche nach besserem Schlaf. Schlafforscher Prof. Dr. Christian Benedict macht im "JENKE. Experiment" deutlich, dass auch der Tagesablauf eine wichtige Rolle spielt: "Nur ein strukturierter Tag schafft die Voraussetzung für eine strukturierte Nacht."

Viel Tageslicht und Aktivität am Tag, weniger künstliches Licht und mehr Ruhe am Abend können dem Körper helfen, Wachsein und Schlaf besser voneinander zu trennen. Damit geht es für Jenke und Jánik nicht nur darum, wann sie schlafen - sondern auch darum, wie sie die Stunden davor gestalten.

Ob und welche Veränderungen ihnen auf der Suche nach besserem Schlaf am Ende tatsächlich helfen, zeigt das neue "JENKE. Experiment".

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