"Ronzheimer - Wie geht's, Deutschland?"

Sozialbetrug durch Bürgergeld-Mafia: Paul Ronzheimer erlebt eine Razzia hautnah mit

Veröffentlicht:

von Claudia Frickel

Paul Ronzheimer auf dem Weg zu einer Razzia gegen Betrüger.

Bild: Sat.1


Kriminelle Banden locken Menschen nach Deutschland, quartieren sie unter unzumutbaren Bedingungen ein und zocken Bürgergeld ab. Paul Ronzheimer forscht nach und ist bei einem Großeinsatz der Behörden dabei.


"Ronzheimer – Wie geht’s, Deutschland?" auf Joyn


Die Abzockmasche der kriminellen Banden beim Bürgergeld

Das Haus im Hagener Bahnhofsviertel ist völlig heruntergekommen. 20 Einsatzkräfte von Polizei, Ordnungsamt, Feuerwehr und Zoll schwärmen aus und klopfen an die Türen. Ähnliche Razzien finden an diesem Tag in sieben weiteren Städten in Nordrhein-Westfalen statt – mit teilweise denselben Eigentümer:innen.

20 Menschen hausen in der Bruchbude in Hagen. Eine Frau zeigt ihnen ihr ehemaliges Schlafzimmer, in dem die Wand schwarz ist vor Schimmel. "Der Vermieter kümmert sich um nichts", erzählt sie den Beamt:innen.

Im Untergeschoss entdecken die Ermittler:innen ein verstecktes Zimmer – mit Bett und Sofa ausgestattet, aber ohne Fenster und Frischluftzufuhr. Reporter Paul Ronzheimer ist entsetzt:

Es ist kaum vorstellbar, wie Menschen unter diesen Umständen leben können.

Paul Ronzheimer

Für seine SAT.1-Reportage-Reihe "Ronzheimer – Wie geht’s, Deutschland?" ist er bei einer der Razzien dabei: Die Beamt:innen sind kriminellen Banden auf der Spur. Deren ausgefeilte Masche: Sozialbetrug im großen Stil.

Ihr Vorgehen ist immer ähnlich: Die Betrüger:innen kaufen zunächst Schrottimmobilien. Anschließend quartieren sie Geringverdiener:innen aus Osteuropa dort ein und kassieren deren Bürgergeld (siehe Kasten). Bundesarbeitsministerin Bärbel Bas (SPD) sprach dabei sogar von "mafiösen Strukturen". Besonders betroffen sind offenbar Städte im Ruhrgebiet, neben Hagen auch beispielsweise Duisburg oder Gelsenkirchen.

Dass Sozialleistungsbetrug mit organisiertem Hintergrund läuft, dürfte niemandem verborgen bleiben.

Erik Schulz, Oberbürgermeister von Hagen

2023 erfasste die Bundesregierung 229 Fälle, 2024 waren es mit 421 fast doppelt so viele. Im Vergleich zu den insgesamt 5,3 Millionen Bürgergeld-Empfänger:innen ist das zwar eine geringe Zahl. Die Dunkelziffer könnte aber deutlich höher sein.

In seiner Reportage zeigt Paul Ronzheimer, was nach der Razzia mit den Mieter:innen passiert, und forscht nach, ob solche Ermittlungsaktionen wirklich effektiv sind.

Betrug beim Bürgergeld: Es gibt noch andere Maschen

Größere Jobcenter beschäftigen oft eigene Ermittler:innen, um den Missbrauch bei Leistungen aufzudecken. Paul Ronzheimer begleitet zwei von ihnen in Aachen: Sie sollen bei einem Überraschungsbesuch überprüfen, ob eine Zweier-WG in Wirklichkeit eine Partnerschaft ist. Denn dann müsste die Mitbewohnerin für den Mann aufkommen, der Bürgergeld beantragt hat.

Seit vier Jahren leben die beiden zusammen. Der Mann outet sich umgehend als AfD-Wähler und ist genervt, dass ausgerechnet er "in den Fokus gerät". Doch der Bericht der beiden Beamten an die Leistungsabteilung legt nahe, dass die angebliche WG tatsächlich keine ist. Der Mann verzichtet schließlich aufs Bürgergeld.

Aber nicht allen Betrüger:innen kommen die Jobcenter auf die Schliche. In der Reportage "Wie geht’s, Deutschland?" trifft der Journalist auch eine Frau, die seit über 15 Jahren Bürgergeld kassiert und nebenbei schwarz arbeitet. Wie sie das anstellt und warum sie findet, dass ihr die Leistungen zustehen, siehst du in der Reportage. Außerdem verrät ein Ermittler, an welchen "oft Kleinigkeiten" er bei einem Hausbesuch erkennt, wenn etwas nicht stimmt.

"Ronzheimer – Wie geht’s, Deutschland?“ immer dienstags ansehen

Die zweite Staffel von "Ronzheimer – Wie geht’s, Deutschland?“ läuft ab 24. Februar 2026 immer dienstags um 20.15 Uhr auf SAT.1. Außerdem kannst du die Sendungen im Stream auf Joyn schauen. Nach der ersten Episode zum Thema "Bürgergeld" geht es mit "Jugendkriminalität", "Migrations-Wende", "Bürokratie-Wahnsinn" und "Die Rechte Mitte" weiter.

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