"Ronzheimer - Wie geht's, Deutschland?"
Zurückweisung von illegal Eingereisten an der Grenze: Paul Ronzheimer zeigt, wie das abläuft
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von Claudia FrickelSchärfere Grenzkontrollen auf Straßen und in Zügen: Die Bundespolizei versucht jeden Tag, illegal eingereiste Menschen aufzuspüren. Reporter Paul Ronzheimer sieht sich an, wie Kontrollen ablaufen - und was passiert, wenn die Beamt:innen jemanden ertappen.
Die Zugtoilette ist abgeschlossen, auch nach mehrmaligem Klopfen öffnet niemand. Die Beamt:innen der Bundespolizei haben aber einen eigenen Schlüssel und öffnen die Tür. Doch die kleine Kabine ist leer.
Das einer der Orte, auf die Polizist:innen bei Grenzkontrollen im Zug besonders achten, erklärt Jan-Uwe Polte. "Dort finden wir regelmäßig Personen." Der Pressesprecher bei der Bundespolizeiinspektion Freilassing nimmt Reporter Paul Ronzheimer mit zu einer Kontrolle am Bahnhof Freilassing.
An der deutsch-österreichischen Grenze werden täglich und außerplanmäßig Fernzüge gestoppt, um stichprobenartig die Pässe von Reisenden zu überprüfen. Vier Beamt:innen sind jetzt in den neun Waggons unterwegs, sie haben 18 Minuten Zeit. Unter anderem haben sie ein Auge darauf, "wie viele Leute zusammensitzen, wie viel Gepäck sie dabei haben und wie sie sich verhalten", erzählt Polte.
In diesem Zug ist alles in Ordnung, alle Passagiere können weiterfahren. Aber in einer anderen Bahn entdeckt die Polizei einen Mann, der keinen Pass hat - seine Einreise ist damit nach deutschem Recht verboten.
Es stellt sich heraus, dass der 29-Jährige am selben Tag schon einmal versucht hat, mit dem Zug nach Deutschland zu gelangen. Er hatte in Österreich Asyl beantragt, das wurde aber abgelehnt. Beim ersten Mal schickte ihn die Polizei im Zug zurück ins Nachbarland.
Dass er einfach umdreht und es noch einmal versucht, ist "ein Fall, der vorkommen kann, aber längst nicht die Regel ist", sagt der Bundespolizist.
Nun muss der Mann mit aufs Revier kommen. Paul Ronzheimer schaut sich an, was dann passiert. Der Marokkaner muss Fingerabdrücke abgeben und seine Daten werden erfasst. Die Bundespolizei kann entscheiden, ob er erneut nach Österreich zurückgeschickt oder in sein Heimatland abgeschoben wird.
Paul Ronzheimer fragt sich, wie es "jetzt wohl weitergeht für den Mann". Machen solche Fälle die Bundespolizisten betroffen? Der Pressesprecher sagt:
Wir setzen das Recht durch. Das ist der Job der Polizei.
Welche Entscheidung die Bundespolizei in dem Fall des Marokkaners trifft, siehst du in der Reportage "Deutschland, wie geht's: Migrationswende". Paul Ronzheimer zeigt darin auch, wie die neuen mobilen Grenzkontrollen funktionieren, und testet, wie einfach es ist, ins Land zu gelangen.
Ein Polizeifahrzeug blockiert die Auffahrt zur A7 in Bayern für eine mobile Grenzkontrolle.
Bild: IMAGO/Steinsiek.ch
Die neue harte Linie an den Grenzen: Was hat das gebracht?
Im gesamten Jahr 2025 hat die Bundespolizei nach eigener Aussage 41.500 Menschen an den deutschen Grenzen zurückgewiesen. Nach der Verschärfung der Regeln im Mai 2025 waren es 24.400.
Bei 1.200 Menschen dieser Gruppe handelte es sich um Asylsuchende aus sogenannten sicheren Drittstaaten. Nur 242 von ihnen durften aufgrund "besonderer Vulnerabilität" einreisen.
Eine Aufschlüsselung der Zahlen zeigt: Vor der Neuregelung wurden im Schnitt rund 4.300 Menschen monatlich abgewiesen, danach rund 3.100 Menschen.
Das heißt jedoch nicht unbedingt, dass die Maßnahmen nicht funktionieren. Laut Migrationsforscher Daniel Thym von der Universität Konstanz gelangen insgesamt deutlich weniger Menschen zu uns:
Es ist sehr viel schwieriger geworden, nach Europa zu kommen.
Darüber hinaus könnte die Verschärfung der Regeln eine abschreckende Wirkung haben.
Paul Ronzheimer will für seine Reportage "Wie geht's, Deutschland" auch herausfinden, wer die Menschen sind, die von Abschiebung bedroht oder betroffen sind. Er trifft unter anderem die 19-jährige Ayse, deren gesamte Familie in die Türkei zurückgeschickt wurde - obwohl die Eltern beide hier arbeiteten und Steuern zahlten und ihre Geschwister noch zur Schule gingen. Zudem zeigt der Reporter gelungene Beispiele für Migration und erklärt, wie eine Abschiebung vor sich geht und was sie kostet.
"Ronzheimer - Wie geht's, Deutschland?" immer dienstags ansehen
Die zweite Staffel von "Ronzheimer - Wie geht’s, Deutschland?“ läuft seit 24. Februar 2026 immer dienstags um 20:15 Uhr auf SAT.1. Außerdem kannst du die Sendungen im Stream auf Joyn schauen. Es geht um Themen wie "Bürgergeld", "Jugendkriminalität", "Migrations-Wende", "Bürokratie-Wahnsinn" und "Die Rechte Mitte".
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