"Ronzheimer - Wie geht's, Deutschland?"

Völlig absurd! Ronzheimer trifft Opfer von Bürokratie-Wahnsinn

Veröffentlicht:

von Claudia Frickel

Paul Ronzheimer kann manche Regelungen nicht nachvollziehen.

Bild: Sat.1, picture alliance / teutopress


Leiterbeauftragte, Fahrtenbücher für Sackkarren, Schneelastnachweise fürs Sommerfest - Deutschland hat hunderte solcher hanebüchener Vorschriften. Paul Ronzheimer zeigt in seiner neuen Reportage besonders groteske Beispiele.


Bürokratische Vorschriften: "Wer denkt sich eigentlich so etwas aus?"

50 Meter - so lang ist der Weg, den Iris Tapphorn mehrmals täglich auf ihrem Gänsehof zurücklegt. Dabei transportiert sie Gänsefedern vom Schlachtplatz zu dem Raum, in dem sie zu Bettwäsche verarbeitet werden.

Doch selbst für die Nutzung einer einfachen Sackkarre muss sie mehrere Vorgaben erfüllen, wie sie Paul Ronzheimer erklärt. Die Karre selbst braucht eine Transportnummer zur internen Identifizierung. Iris Tapphorn selbst benötigt einen Sachkundenachweis, der bestätigt, dass sie die Federn ordnungsgemäß befördern kann. Außerdem soll sie jede Fahrt in einem Desinfektionsbuch dokumentieren, falls eine Krankheit unter den Vögeln ausbricht.

Hinzu kommt ein Fahrtenbuch, das zwar nicht direkt gesetzlich vorgeschrieben ist, aber dennoch in vielen Betrieben üblich. Der Grund: Die DGUV (siehe Kasten) verlangt Prüfungen und Dokumentation für Arbeitsmittel, zu denen auch Sackkarren gehören. Das lösen viele Firmen mit Fahrtenbüchern.

Das ist ja langsam ein Schildbürgerstreich.

Landwirtin Ines Tapphorn

Nicht nur der Betrieb von Ines Tapphorn muss sich mit unzähligen Regelungen herumschlagen. Unternehmen und Behörden benötigen etwa sogenannte Leiterbeauftragte, die regelmäßig überprüfen, dass Trittleitern nicht kaputt sind. Hunderttausende solcher Beauftragter gibt es in Deutschland.

Spätestens alle zwei Jahre müssen aus Brandschutzgründen zudem Elektrogeräte und Zubehör gecheckt werden. Da geht vom PC bis zum Handyladekabel. Durchführen sollen die Überprüfungen "befähigte Personen", also Elektriker:innen. Beispiel aus der Reportage: In einem Rathaus kostet das pro Jahr rund 200.000 Euro.

Arbeitsschutz ist wichtig. Aber wenn Regeln wichtiger sind als Ergebnisse, wird Bürokratie zum Selbstzweck.

Paul Ronzheimer

Ein weiterer kurioser Bürokratie-Fall aus Esslingen: Für ein Fest sollten Hütten aufgestellt werden - im Sommer. Trotzdem schreibt die Landesbauordnung Baden-Württemberg vor, dass solche Bauten nachweisen müssen, wie sie mit Schneelasten klarkommen.

In der Reportage-Reihe "Ronzheimer - Wie geht’s, Deutschland?" erfährst du, wieso eine Lärmschutzwand in Tübingen auf der falschen Seite steht, wie 0,07 Millimeter einem Gin-Start-up fast zum Verhängnis wurden und warum ein Radweg in Schleswig-Holstein seit 50 Jahren geplant wird, ohne dass etwas passiert.

So können Bürger:innen in die Mühlen der Bürokratie geraten

Nicht nur Behörden, Unternehmen und Städte kämpfen mit Bürokratie-Wahnsinn. Auch Bürger:innen müssen sich mit abstrusen Vorschriften herumschlagen. Paul Ronzheimer spricht mit Betroffenen.

Was zu viele und absurde Regelungen mit Menschen machen, erklärt Psychotherapeut Rainer Roth in der Reportage zum Bürokratie-Wahnsinn. Zudem siehst du, wie eine Digitalisierung der Verwaltung beim Bürokratieabbau helfen würde und wieso Deutschland hier weit abgeschlagen ist.

Mit den Erkenntnissen seiner Recherche konfrontiert Paul Ronzheimer den Bundesminister für Digitales und Staatsmodernisierung, Karsten Wildberger. Der Politiker ist unter anderem für Bürokratieabbau zuständig. Den Talk siehst du direkt im Anschluss an die Reportage.

"Ronzheimer - Wie geht's, Deutschland?" immer dienstags ansehen

Die zweite Staffel von "Ronzheimer - Wie geht's, Deutschland?" läuft seit 24. Februar 2026 immer dienstags um 20.15 Uhr auf SAT.1 und auf Joyn. Es geht um Themen wie "Bürgergeld", "Jugendkriminalität", "Migrations-Wende", "Bürokratie-Wahnsinn" und "Die Rechte Mitte".


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