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Mit Frauenpower zum Erfolg

Geglückter Neustart? So kam der erste "Tatort" ohne Axel Milberg bei den Zuschauenden an

Veröffentlicht:

von Annalena Graudenz

Neues Dream-Team: Karoline Schuch (r.) spielt zukünftig an der Seite von Almila Bagriacik (l.).

Bild: © NDR/Nordfilm/Marcus Höhn; AbobeStock/Sanych


Nach mehr als 20 Jahren verabschiedete sich Axel Milberg als Kommissar Klaus Borowski vom Kieler "Tatort". Mit Almila Bağnaçık und Karoline Schuch hat nun ein neues Ermittlerduo übernommen. Der zweite Teil der Doppelfolge lief am Sonntagabend - und die ersten Reaktionen fallen eindeutig aus.

Schon wieder bereit für den nächsten "Tatort"? Am 25.10. um 20:15 Uhr im kostenlosen  Livestream.


Zwei Frauen, ein Fall und jede Menge Korruption

In "Unter Feinden" mussten Mila Şahin (Almila Bağnaçık) und Polizeipsychologin Elli Krieger (Karoline Schuch) erneut in einem komplexen Geflecht aus Korruption, Drogen und organisierter Kriminalität ermitteln. Nach dem Tod von Şahins ehemaliger Polizeischulfreundin Anna Nowak spitzt sich die Lage weiter zu. Die Ermittlungen führen zu einem korrupten Polizisten, einem Start-up mit Verbindungen zur Mafia und einem undurchsichtigen Geflecht aus Geldwäsche und Verbrechen.

Während Şahin mit ihrer impulsiven Art vorprescht, soll Krieger als Kriminalpsychologin einen kühlen Kopf bewahren. Doch auch sie ist keineswegs auf Zurückhaltung programmiert. Im dramatischen Showdown beweist sie als Geisel, dass sie sich durchaus selbst zu helfen weiß:  Kurzerhand schießt sie sich selbst in die Schulter - um ihren Entführer mitten ins Herz zu treffen. Damit setzt der Kieler "Tatort" auf eine starke weibliche Doppelspitze und verabschiedet sich stilistisch von der Ära Borowski. Doch wie kommt die Neuaufstellung beim Publikum an?


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"Neuer Lieblings-Tatort": Begeisterung bei den Fans

Meist wird Neues erst einmal skeptisch beäugt und Veränderung kritisch beleuchtet. Wer sich jedoch durch die Kommentare auf Instagram liest, bekommt einen anderen Eindruck. Viele Fans scheinen dem neuen Duo schon jetzt verfallen.

Kritik ist kaum zu finden, stattdessen überwiegend Lob für die Besetzung, die Spannung und die beiden Hauptfiguren. "Neuer Lieblings-Tatort. Ich mochte die Şahin schon immer. Freue mich auf die nächsten", schreibt ein Fan. Ein anderer Kommentar fällt ähnlich enthusiastisch aus: "Ich bin völlig begeistert. Endlich mal wieder ein richtig genialer Tatort. Super Schauspielerinnen, absolut spannend. Hoffentlich gibt es ganz viele Fälle mit dem grandiosen Team."

Besonders die beiden Frauenfiguren scheinen einen Nerv zu treffen. "Mila Şahin alias Almila Bağrıaçık als 'weiblicher Schimanski' gefiel uns genauso gut wie die Rolle der Elli Krieger als intelligente und dann auch noch wirklich mega toughe Polizeipsychologin! Was für Frauencharaktere, besser geht’s nicht", kommentiert eine andere Userin. Auch Sven Schelker in seiner ambivalenten Rolle wird ausdrücklich gelobt.

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Was sagen die Kritiker:innen zum neuen Kieler "Tatort"?

Auch die journalistischen Kritiken bescheinigen dem Neustart Potenzial. Besonders Kriegers überraschend entschlossener Auftritt im Finale bleibt in Erinnerung. Gleichzeitig merkt zum Beispiel ntv kritisch an, dass der eigentliche Kriminalfall zwischen den intensiven Figurenkonflikten zeitweise in den Hintergrund gerät. Auch das Wechselspiel der Schauplätze wirke mitunter irritierend.

Der "Spiegel" sieht die Neuaufstellung ebenfalls auf einem guten Weg. In seiner Kritik zum ersten Teil hatte das Magazin noch bemängelt, dass Schuch als Kriminalpsychologin kaum Gelegenheit bekommen habe, sich zu profilieren. Im zweiten Teil rückt Krieger stärker ins Zentrum. Das Fazit fällt dabei durchaus vielversprechend aus: "Falls das Team durchhält - wir würden gern mehr von ihm sehen", so der "Spiegel" und verleiht "7 von 10 Punkten".

Ganz ohne Vorbehalte ist die Begeisterung also nicht. Die Überfülle an Zitaten und Emotionen lässt den Krimi zwischenzeitlich zu überladen wirken. Der zweite Teil ließ allerdings beiden Ermittlerinnen mehr Raum, sich als Team zu finden.

Die Zukunft des Kieler "Tatort" scheint gesichert

Ob das neue Duo langfristig an den Erfolg von Borowski anknüpfen kann, wird sich erst mit weiteren Fällen zeigen. Die Produktion der nächsten Kieler "Tatort"-Folgen läuft bereits. Das Publikum darf sich also schon auf die nächste Episode mit dem Titel "Göteborg" freuen, in der Kriminalpsychologin Krieger wegen einer drohenden Bombenexplosion mit einem Familienvater verhandeln muss.

Der erste Eindruck fällt insgesamt erfreulich aus und kommt vor allem bei den Fans gut an. Das neue Team hat Ecken, Kanten und reichlich Konfliktpotenzial. Wenn die Drehbücher künftig beide Figuren ähnlich überzeugend weiterentwickeln, könnte der Neustart an der Förde tatsächlich geglückt sein.

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