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Düstere Angelegenheit

Ein "Tatort" ohne Tageslicht: Warum Nachtfilme so gut funktionieren

Veröffentlicht:

von teleschau - Eric Leimann

Franziska Tobler (Eva Löbau) und Friedemann Berg (Hans-Jochen Wagner) ermitteln im "Tatort: Innere Angelegenheiten" in nur einer Nacht. In einer Diskothek wurde ein Rocker erschlagen.

Bild: SWR/Benoît Linder


"Tatort: Innere Angelegenheiten" mit Franziska Tobler (Eva Löbau) und Friedemann Berg (Hans-Jochen Wagner) kommt mit nur drei Schauplätzen aus und spielt in nur einer Nacht. Warum solche Settings bei Filmemacher:innen so beliebt sind.


Über die Geschehnisse der Nacht gibt es viele Sprichwörter und Sinnsprüche. Einige davon lauten: "In der Nacht sind alle Katzen grau", "Die Nacht ist lang" oder auch "Die Nacht bringt Rat". Vor allem aber macht sie das Filmen wegen stabiler Lichtverhältnisse einfacher. Deshalb spielen wohl so viele Filme oder Serienfolgen, deren Handlung auf wenige Stunden komprimiert ist, binnen einer Nacht.

Worum geht es überhaupt?

Im Nebenraum einer Freiburger Diskothek wird eine Leiche gefunden, das Opfer gehörte zur Rockerszene. Dringend tatverdächtig ist der Intensivtäter Ramin Taremi (Omid Memar). Während Kommissar Berg den Hauptverdächtigen im Verhörraum unter Druck setzt, hat Franziska Tobler vor dem Club alle Hände voll zu tun, die wütenden Freunde des Getöteten im Zaum zu halten. Am dritten Schauplatz diskutieren derweil fünf junge Bereitschaftspolizisten unter der Leitung des erfahrenen Wolle Heizmann (Andreas Anke). In der Einheit herrscht Uneinigkeit darüber, was in dieser Nacht tatsächlich passiert ist - und wie viel davon am Ende überhaupt in den offiziellen Bericht eingehen soll.

Warum wird so gern nachts gedreht?

Da der "Tatort" nur drei Schauplätze hat, wird jeder intensiv bespielt und in Szene gesetzt. Während zwei Schauplätze - Bergs Verhörraum und die Diskothek - Innenräume ohne sichtbare Fenster sind, liegt der wichtigste Handlungsort draußen unter jener Brücke, wo die Polizisten diskutieren und streiten. Dazu sagt Kameramann Andreas Schäfauer: "Weil der Film innerhalb weniger Stunden spielt, war es wesentlich, ein Außenmotiv für die Szenen mit den Bereitschaftspolizisten zu finden, das über die gesamte Drehzeit hinweg gleichmäßige Bedingungen liefern konnte. Würde der Film tagsüber spielen, wäre das sehr schwierig geworden, wir haben ja kein kalifornisches Wetter, wo morgens die Sonne auf- und abends untergeht, sondern müssen mit unterschiedlichen Wetterlagen und Lichtverhältnissen rechnen."

Außerdem sollte die Brücke gewährleisten, dass auch bei Regen weitergedreht werden konnte, die Schauspieler:innen also nicht im Nassen stehen. Und es sollte eine Lichtsituation bieten, in der natürliche Lichtquellen wie Straßenlaternen einbezogen werden können. Gerade Filme, die lange Außenszenen haben, spielen gerne in der Nacht, weil so die Lichtverhältnisse (Sonnenstand, Wolken oder blauer Himmel) nicht wechseln können. Denn man darf nicht vergessen: Eine Szene, die im fertigen Film vielleicht nur eine oder wenige Minuten lang ist, braucht in der Herstellung schon mal viele Stunden oder gar mehrere Drehtage.

Wie geht es beim "Tatort" mit Tobler und Berg weiter?

Der nächste Fall des Ermittlerduos wurde bereits im Sommer 2025 abgedreht und trägt den Titel "Engelsgesichter". Darin bewegen sich Tobler und Berg im Milieu der Family-Influencer. Der Fall dreht sich um die Ermordung einer Frau, die als alleinerziehende Mutter zweier Kinder versuchte, mit einem eigenen Social-Media-Kanal Fuß zu fassen - und dabei auch das Leben ihrer Kinder öffentlich inszenierte. In ihrem Umfeld fand sie Vorbilder für dieses Geschäftsmodell und baute sich Schritt für Schritt eine Online-Präsenz auf. Ihre Tochter wurde so zur erfolgreichen Werbefigur, während der Sohn zunehmend unter der dauerhaften Öffentlichkeit zerbrach. Im Laufe der Ermittlungen rückt schließlich der Ex-Mann der Getöteten in den Fokus der Polizei. Die Ausstrahlung des Films wird voraussichtlich erst Anfang 2027 stattfinden.


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